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Warum ein Bloggerverband keinen Sinn macht

von Stefan Evertz am 05.02.09 um 10:29 Uhr | 15 Antworten

Im Rahmen des demnächst stattfindenden WordCamps plant Alper Iseri eine Diskussion zum Thema „Gründung eines Bundesverbandes deutschsprachiger Blogger“ (siehe auch wordcamp.de) und hält folgende Aktivitäten für denkbar:

  • Regelmäßige Treffen zwischen den Mitgliedern organisieren und so einen Gedankenaustausch fördern.
  • Selbstverpflichtende Grundregeln verfassen, die eine Art Ethik-Richtlinie für das Bloggen darstellen könnte.
  • Große öffentlichkeitswirksame Blogpostings ihrer Mitglieder forcieren, um ein bestimmtes Thema in die breite Öffentlichkeit zu bringen.
  • Rechtsbeistand bei unklaren Fragen und Mitgliederhotline.
  • Schaffung gemeinsamer Studien zur Veröffentlichung und Generierung von Aufmerksamkeit durch die Medien.
  • Lobbyarbeit für deutschsprachige Blogger und ihre Wünsche und Anforderungen an den Gesetzgeber.
    Pressearbeit
  • Grundlagen und Informationen für Jugend- und Datenschutz

In den letzten Tagen (und durchaus aus aktuellem Anlass) hat der Gedanke mittlerweile Kreise gezogen und es kündigen sich bereits weitere Überlegungen und konkrete Maßnahmen an (siehe z.B. www.alles2null.de[1], www.alles2null.de[2], www.blog.datenwachschutz.de oder www.meetinx.de).

Gemeinsamkeit der Akteure: (Fast) keine
Alle Überlegungen enthalten aber – zumindest in meinen Augen – die Annahme, dass es wirklich eine Blogger-Community gibt, die es zu bündeln gilt. In der Realität ist allerdings meines Erachtens das Gegenteil der Fall. Es gibt nicht „den“ Blogger; zu unterschiedlich sind die Motivationen (privat, beruflich, fachlich) und die Themen. Genausowenig gibt es eine „Blogosphäre“ – stattdessen gibt es eine Vielzahl von Netzwerken bzw. ansatzweise vernetzter Blogs.

Die Gemeinsamkeit der Blogger erschöpft sich in letzter Konsequenz im gleichen (bzw. ähnlichen) Werkzeug – der Verwendung bestimmter CMS-Software (wie WordPress etc.). Ein (Bundes-)Verband von Stichsägenbenutzern wäre wohl ähnlich sinnvoll…

An diesem Punkt haben sich meines Erachtens die meisten aufgelisteten Punkte leider bereits erledigt. Alle Überlegungen „die Mitglieder“ oder „die Gemeinschaft“ bzw. gemeinsame Aktivitäten betreffend entbehren einer konkreten Grundlage. Und juristische Rahmenbedingungen gibt es bereits (Grundgesetz, Jugend- und Datenschutz, etc.) – so reformbedürftig sie auch sein mögen (s.u.).

Spannend finde ich dagegen den Punkt „Rechtsbeistand bei unklaren Fragen und Mitgliederhotline“. Im folgenden will ich versuchen, mir diesen Aspekt etwas näher anzusehen, wobei ich hier ein in Richtung „Rechtschutz“ erweitertes Verständnis für sinnvoll halte.

Rechtsschutz
Auf den ersten Blick ist es ein reizvoller Gedanke. Ein einzelner Blogger wird abgemahnt und kann auf einen „Topf“ (oder eben die Leistungen einer gemeinsamen Versicherungspolice) zurückgreifen, um sich gegen die Abmahnung zu wehren.

Im Detail verliert es allerdings schnell diesen Reiz. Spielen wir doch einfach mal mit ein paar Werten. Nehmen wir mal an, dass 500 Blogger im Jahr jeweils 30 EUR zahlen würden. Selbst wenn da nur 10 Prozent „Overhead“-Kosten (für die minimalen Aufwände eines solchen Verbandes für Porto, Kopien, etc.) anfallen würden, blieben für einen „Solidaritätsfond“ EUR 13.500. Ich kenne mich in Sachen „Kosten für Rechtstreitigkeiten“ überhaupt nicht aus; aus dem Bauch heraus bezweifle ich aber, dass man mit dieser Summe „im Ernstfall“ (oder gar bei mehreren Ernstfällen) allzu weit kommt – ein Rechtsschutztopf wäre also keine Lösung.

Hinzu kommt, dass vermutlich bei einem regulären Anbieter keine Rechtschutzversicherung für Blogger zu bekommen sein wird. Sven Dietrich hat bereits vor drei Jahren diverse Anfragen gestartet (siehe auch www.pop64.de/blog) – sein Fazit damals:

Es gibt keinen Versicherungsschutz im Falle einer Abmahnung.

Und ich glaube nicht, dass sich die Sicht der Versicherungsanbieter zwischenzeitlich geändert hat. Natürlich könnte eine – möglicherweise sogar DIE zentrale – Aufgabe eines solchen Bloggerverbandes darin bestehen, hier eine Veränderung zu bewirken – zumindest theoretisch. Der Teufel dürfte hier aber im Detail – konkret in den Versicherungsbedingungen – stecken.

Sorgfaltspflichten
Ich glaube nämlich nicht, dass eine derartige Versicherung bei den „üblichen“ Abmahnungsfällen (z.B. wegen irgendwelcher Kochbuch-Fotos) greifen würde. Denn auch Versicherungen sind nicht dumm. Als erstes würden sie den Versicherten umgehend gewisse Sorgfaltspflichten auferlegen. Denkbar wären hier z.B. vorab zu prüfende Urheber- und Markenrechtsaspekte und auch die Einhaltung anderer Rechtsnormen (z.B. Persönlichkeitsrechte, Impressumspflicht) dürfte hier schnell Vertragsbestandteil werden. Abmahnungen, die durch eine zu flüchtige, nachlässige oder zumindest fahrlässige Vorabprüfung „verschuldet“ wurden, wären somit sicherlich nicht abgedeckt.

Noch problematischer wäre die Abdeckung von Fällen wie der aktuellen Abmahnung der Deutschen Bahn AG gegen Markus Beckedahl. Ich finde es zwar gut, wichtig und sehr mutig, das Markus dieses Dokument veröffentlicht hat. Ich glaube aber nicht, dass die Veröffentlichung eines internen Aktenvermerks irgendwie mit den zu erwartenden Sorgfaltspflichten einer solchen Versicherung in Einklang zu bringen wäre – vor allem wenn man mal kurzfristig annimmt, das die Abmahnung zumindest teilweise berechtigt sein könnte (siehe hierzu auch die Einschätzung von Carsten Ulbricht unter www.rechtzweinull.de).

Selbst wenn man nun vom weitergefassten (und oben nahezu ausgeschlossenen) Ansatz des „Rechtschutzes“ wieder auf den ursprünglichen Gedanken des „Rechtsbeistandes“ zurückkehrt,
fliegt auch dieser Punkt leider von der Liste. Sehr schön hat das Mike Schnoor unter www.sichelputzer.de begründet:

Ich werde abgemahnt. Ich rufe an um 23 Uhr. Hotline mit Pay-via-Mitgliedsbeitrag. Was ist hier besser? Der professionelle Anwalt für Rechtsfragen, oder doch die Mitgliederhotline “Pro Blogger”? Ich gestehe, dass der professionelle Rat eines Medienexperten oder aversierten Lawbloggers wesentlich wertvoller ist. Würden durch die Mitgliedschaft im “Bloggerverband” die Gerichtskosten vom Verband übernommen werden?

Fazit
Es kann sicherlich nicht schaden, einige Grundregeln bzw. Merksätze zusammenzutragen, die ein Blogger beherzigen sollte. Möglicherweise könnte genau das auch das zentrale Ziel einer Interessengemeinschaft (oder Arbeitsgemeinschaft) sein. Und diejenigen Ressourcen, die man sonst für Formalia wie Vereinsgründung, etc., brauchen würde, wären vermutlich in einem solchen „Bloggertipps-Projekt“ besser aufgehoben.

Oder man könnte einen Teil der Energie auch in eine Petition packen, wie sie Frank Hamm unter „Pressefreiheit und Medienfreiheit: Petition an den Bundestag zur Grundgesetzänderung“ gestartet hat.

Beide Wege scheinen mir sinnvoller zu sein, als hier akute Vereinsmeierei ausbrechen zu lassen… 👿

Im Konzern: Muntere Rädchen trotz eingefrorener Getriebe

von Stefan Evertz am 25.10.08 um 21:37 Uhr | Schreibe eine Antwort

Vor wenigen Wochen durfte ich es wieder mal live erleben: Eine „zufriedene“ Kundin in einem T-Punkt. Offensichtlich hatte die Telekom bei dieser Kundin eine Vertragsänderung vorgenommen, ohne dass das von der Kundin beauftragt worden war. Vor Ort – sie fühlte sich wohl nicht so richtig verstanden – echauffierte sich die Kundin nach und nach aufs Gröbste und scheute abschließend nicht mal vor der Drohung zurück, „dass das noch Folgen haben wird und sie jetzt an die Telekom schreiben wird“. Die Beraterin gab ihr daraufhin ihren Namen (eigentlich drängte sie ihn ihr sogar auf). Die Kundin verschwand und ich konnte mich direkt danach über eine freundliche und zügige Betreuung freuen.

Daran musste ich denken, als ich heute aktuelle Berichte über das Chaos auf Deutschlands Bahnhöfen las, das durch die kurzfristige Stillegung von rund 70 ICE-T-Zügen der Bahn entstanden ist (siehe z.B. www.spiegel.de):

Hier wartet Andrea Simon auf ihren halbierten Zug. Und hier fährt ein Ersatzzug aus Sachsen ein, dessen alte IC-Wagen einen schnittigen ICE ersetzen. Die 19-jährige Maria-Eva Koch sagt: „Ich weiß noch gar nicht, wie ich nun weiter nach Köln komme.“ Wut auf die Bahn hat sie nicht. „Es geht ja um die Sicherheit“, sagt sie. „Und das Personal im Ersatzzug war gut drauf – dafür, dass es an dem ausgelassen wird.“

Wer häufiger mit der Bahn fährt, weiß, dass hier immer wieder Störungen technischer oder „betrieblicher“ Art (Lokführer-Streiks, plötzliche Verzögerungen ohne konkrete Informationen, etc.) auftreten, die dann die Zugbegleiter „vor Ort“ ausbaden dürfen. In aller Regel tun sie dies ruhig, freundlich und mit einem hohen Maß an Engagement, um den Kunden doch noch bestmöglich an sein Ziel zu bringen. Ausbaden – am besten klaglos, was nicht immer klappt – sollen diese Menschen das, was an anderer Stelle im Konzern versaut wurde – ähnlich wie im obengenannten Beispiel der Telekom.

Und das ist das, was ich wirklich beeindruckend und irgendwie auch beeindruckend finde. Denn da gibt es eine große Gruppe von Menschen, die abends vor dem Einschlafen schon genau wissen, dass ihnen der nächste Tag überwiegend nur Mist auf den Tisch bringen wird – Mist, der von anderen, höheren Instanzen produziert wird, an dem sie eigentlich auch kaum etwas ändern können und der vermutlich noch viele weitere Tage heranschwappen wird. Und dennoch stehen diese Menschen morgens auf und gehen zur Arbeit – und schaffen es in aller Regel sogar, den Kunden freundlich (oder wenigstens höflich) zu begegnen.

DAS nötigt mir wirklich Respekt ab.

P.S. In beobachteten Wortwechsel im T-Punkt wurde übrigens deutlich, dass die Kundin einen „neuen“ Vertrag verpasst bekommen hatte, der sie 7 Euro weniger im Monat kosten sollte…

Eine Welt ohne Twitter…

von Stefan Evertz am 21.10.08 um 13:34 Uhr | 2 Antworten

…wird irgendwie immer schwerer vorstellbar. Und das „Microblogging“-Tool Twitter und seine zahlreichen Verwandten (v.a. identi.ca) entpuppen sich immer mehr als tragende Elemente für Kommunikations- und Organisationsfragen.

So konnte mir z.B. Kirstin am Wochenende eindrucksvoll demonstrieren, dass man akribisch über die Kalorienzufuhr ihrer mancher Mitmenschen wachen kann 😉

@hirnrinde #bcberlin3 hey! Nicht drei Stück kuchen auf einmal! :o)

Und trotz des sofort eingesetzten Ausredengenerators hatte die Tatsache, dass der Tweet („die Nachricht“) über die riesengroße Twitterwall beim BarCamp Berlin 3 tickerte, definitiv einen moralischen Mehrwert 🙄

Sehr schön auch der Mehrakter, bei dem der Misserfolg einer Session über die MBC09 in letzter Sekunde abgewendet werden konnte (der ganze ausgesprochen lesenswerte Augenzeugenbericht findet sich unter „Tweetheater„):

Wer den praktischen Nutzen des Microbloggens bislang noch nicht verstanden hat, konnte am Wochenende an einer, von langer Hand geplanten, interaktiven Performance teilnehmen. Hauptdarsteller @muhh sowie ausgesuchte Laientwitterer haben unter der Leitung des Regisseurs @cemb gezeigt, was sie an mühsam durchgetwitterten Probeabenden einstudiert haben. Die Bühne, die das BarcampBerlin3 freundlicherweise zur Verfügung stellte, war eine begehbare Installation von 2 Räumen, welche durch eine mobile Trennwand geteilt waren.

Den ultimativen Mehrwert hat aber Roman im Zuge des BarCamp Offenburg (im April 2008) erleben dürfen (und übrigens gestern seinen Twitter-Account wiederbelebt; siehe auch blog.yoda.ch):

So wusste ich beispielsweise am BarCamp zu Offenburg, dass in der dritten Kabine in der Herrentoilette im Erdegschoss um 13:15 Uhr das WC-Papier alle war 😉 Das mag trivial und listig tönen, ist aber eine wichtige Information, wenn man nicht gewohnt ist, vor der Sitzung den Bestand des Papiers zu checken.

Bei aller Kritik (siehe z.B. www.fixmbr.de oder klauseck.typepad.com/prblogger) an diesem (von mir sehr geschätzten) Tool sieht man also: Entscheidend ist, was hinten raus kommt 😈

BarCamp Stuttgart: Gut wars!

von Stefan Evertz am 30.09.08 um 13:20 Uhr | 13 Antworten

Am zurückliegenden Wochenende hatte ich das Vergnügen, am ersten Stuttgarter BarCamp (und meinem siebten ***Camp insgesamt) teilzunehmen. Und ein Vergnügen war es definitiv, sowohl was die Organisation, die gastronomische Versorgung und vor allem die zahlreichen Begegnungen betrifft.
BarCamp Stuttgart
Aber alles der Reihe nach – Achtung, wird etwas länger 🙂
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Webmontag und mixxt (Update)

von Stefan Evertz am 07.08.08 um 8:24 Uhr | 8 Antworten

Seit fast drei Jahren gibt es den sog. Webmontag, ein „informelles, nicht-kommerzielles, dezentral organisiertes Treffen, das zum Ziel hat, all diejenigen miteinander zu verbinden, die die Zukunft des Internet gestalten.“ (siehe auch www.webmontag.de[1]). Die Organisation und Kommunikation rund um die Veranstaltungen in mittlerweile 30 Städten fand dabei bislang überwiegend im Wiki auf www.webmontag.de[2] statt.

Seit Anfang des Jahres war nun ein Relaunch der Webmontag-Plattform geplant. Dieser hat sich aber bis jetzt verzögert, so dass Oliver Überholz vor ein Paar Tagen eine mixxt-Community als „Alternativ-Vorschlag“ gestartet hat: webmontag.mixxt.de.

Seitdem ist an einigen Stellen durchaus kontroverse Diskussion aufgeflammt (siehe dort auch jeweils die Kommentare), deren Ende noch nicht abzusehen ist:

Niedrigschwelligkeit für Einsteiger
Ein nicht zu leugnender Vorteil des bisherigen Anmeldeverfahrens im Rahmen des Webmontags-Wikis ist die extrem einfache und niedrigschwellige Benutzbarkeit. Um sich „anzumelden“, klickt ein Interessent auf der entsprechenden Seite auf den „Edit“-Button und fügt seinen Namen der Teilnehmerliste hinzu. Wenn er sich etwas besser mit den Wiki-„Tags“ auskennt, kann er auch noch ergänzende Links hinzufügen. Aber für die reine Anmeldung reichen zwei Klicks und die Angabe des Namens.
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Erstes SocialCamp – alte Idee mit neuen Akteuren

von Stefan Evertz am 12.05.08 um 14:03 Uhr | 1 Antwort

Im Sommer 2007 entstand die Idee, ein BarCamp speziell im NGO-Umfeld zu machen. Eine erste Skizze der Überlegungen von Patrick (Breitenbach, www.werbeblogger.de) und mir habe ich dann im Oktober in München (und dann noch mal in Berlin im November) vorgestellt (siehe auch „SocialCamp – ein zweiter Stein„). Die Resonanz war damals sehr vielversprechend, so dass Patrick und ich zeitnah die Planung vertiefen wollten.

Was folgte, war aus „Projektsicht“ leider weniger erfreulich, da sowohl Patrick als auch ich in den nächsten Monaten beruflich derart ausgelastet waren, dass an eine weitere Planung nicht zu denken war. Bei mir kam dann ab Anfang des Jahres noch die Organisation des BarCampRuhr dazu (siehe auch „BarCampRuhr: Tipps und Ideen für die Organisation (Update)„).

Zwischenzeitlich hatten aber einige Berliner Akteure rund um Sebastian Schwiecker die Idee eines „SocialCamp“ nicht mehr aus dem Kopf bekommen und wurden selber aktiv (siehe z.B. blog.helpedia.org):

Medium: www.slideshare.net
Link: www.slideshare.net

In der Folge erreichten mich immer wieder irritierte Anfragen, was es denn mit diesem „anderen“ SocialCamp auf sich hätte. Auch wenn es erst jetzt zu einem längeren Blogeintrag gereicht hat – Sorry 🙁 – habe ich dann immer darauf verwiesen, dass es in der Tat neue Akteure gibt, die die Idee weiterverfolgen wollen.

Denn es war und ist in meinen Augen im Sinne der Idee letztendlich unerheblich, wer sich kümmert – Hauptsache, es passiert überhaupt. Und die Idee, das BarCamp-Konzept und das dahinterstehende Know How der „Szene“ mit der NGO-Welt (oder anderen Welten) im Rahmen von „ThemenCamps“ zusammenzubringen, fasziniert mich nach wie vor.

Das erste SocialCamp wird jedenfalls am 14.-15. Juni 2008 in Berlin stattfinden. Und seit dem 16. April 2008 ist nun auch die Plattform socialcamp.mixxt.de offen (siehe auch blog.helpedia.org[2]), so dass sich 100 TeilnehmerInnen eintragen können (bzw. konnten – die Liste ist mittlerweile voll). Weiterhin gibt es eine Warteliste, auf der aktuell 25 Personen auf freie Plätze hoffen.

Dem Orga-Team wünsche ich jedenfalls schon jetzt viel Erfolg! Und ich bin natürlich auf das SocialCamp gespannt. Als „regulärer“ Teilnehmer werde ich hoffentlich mehr von der Veranstaltung mitbekommen bzw. mitnehmen können als die OrganisatorInnen – das habe ich jedenfalls aus dem BarCampRuhr gelernt 😉

BarCamp-NoShows mal ganz persönlich

von Stefan Evertz am 28.03.08 um 7:37 Uhr | 10 Antworten

Geärgert hat es mich eigentlich schon immer – das Phänomen der angemeldeten Teilnehmer, die dann nicht kommen („No Show“). Nun gibt es immer wieder nachvollziehbare Gründe, warum man kurzfristig doch nicht teilnehmen kann. Eine Krankheit oder auch ungeplante und unvermeidbare dienstliche bzw. geschäftliche Aktivitäten haben dann einfach Priorität. Ich musste mich selber in den letzten zwei Jahren bereits dreimal relativ kurzfristig aus der jeweiligen Liste streichen – zuletzt in Hannover (dank einer hartnäckigen fetten Erkältung). Und manchmal braucht man nach anstrengenden Phasen einfach auch mal eine Pause.

Bedauerlich finde ich aber nach wie vor, dass viele Teilnehmer es nicht für nötig befinden, sich dann auch wieder aus den Teilnehmerlisten auszutragen. Angesichts der wachsenden Zahl von BarCamps in Deutschland sinkt zwar die Gefahr, dass weitere bzw. späte Interessierte keinen (freien) Platz mehr finden. Dieser offensichtliche Mangel an „Kinderstube“ bleibt aber trotzdem bedauerlich.

Wirklich ärgerlich wird es aber dann, wenn Teilnehmer sich bereit erklären, ein wenig bei der Durchführung eines BarCamps zu helfen – und dann kommentarlos fernbleiben. Ich habe wirklich kein Problem damit, für die eine oder andere halbe Stunde am Check-In zu sitzen, denn ich bin bzw. war hier in Essen ein Teilnehmer wie jeder andere auch. Wenn ich das allerdings tun muss, weil Teilnehmer nicht in der Lage sind, sich kurz (ab) zu melden, ist das endgültig ein echtes Armutszeugnis – für die entsprechende Person 👿

BarCampRuhr: Tipps und Ideen für die Organisation (Update)

von Stefan Evertz am 27.03.08 um 9:24 Uhr | 19 Antworten

barcampruhr

Nachfolgend habe ich einige Überlegungen, Gedanken und Erkenntnisse zusammengestellt, die sich aus der Planung und der Durchführung des BarCampRuhr ergeben haben (Achtung, ist etwas länger geworden…). Vielleicht ist das ja für den einen oder anderen Organisator künftiger BarCamps hilfreich 😉 Anmerkungen und Ergänzungen könnt Ihr natürlich gerne per Kommentar dazupacken!
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BarCampRuhr: Kleine Rekorde und ein großes Dankeschön

von Stefan Evertz am 20.03.08 um 13:26 Uhr | 8 Antworten

barcampruhr

So richtig sortiert habe ich „unser“ BarCamp immer noch nicht – zuviel ist in den letzten Tagen (aber auch in den letzten Wochen und Monaten) passiert.

Einige „Rekorde“ gibt es jedenfalls schon jetzt zu vermelden. Laut Unperfekthaus haben wir den bisher höchsten Milchverbrauch geschafft: Es wurden 140 Liter Milch allein am Samstag verbraucht – insgesamt waren es 240 Liter am Wochenende. In Sachen Kaffee haben wir zwar nicht den ganzen Vorrat von 100 kg aufbrauchen können, können aber immerhin stolz auf einen Verbrauch von 10 kg Kaffeebohnen zurückblicken. Bei geschätzten 8 g pro Tasse kämen wir so auf rund 1.200 Tassen Kaffee am Wochenende…

Auch die obligatorische Unterstützung des Uph beim abschließenden „Rückbau“ konnte in Rekordzeit abgeschlossen werden: In sagenhaften 13 Minuten waren alle Tassen, Flaschen und Stühle (wieder) am vorgesehenen Platz und alle Spuren (Schilder, Müll, etc.) beseitigt. Und selbst das BarCamp-Abschlussessen beim benachbarten Chinesen „Mayflower“ zählte mit 25 Personen wohl noch nie so viele Teilnehmer.

Weiterhin waren mindestens zwei „Premieren“ zu verzeichnen. Meines Wissens war das BarCampRuhr das erste BarCamp in Deutschland, bei dem auch übernachtet werden konnte. Die etwa 30 Camper (im wortwörtlichen Sinne) waren dann auch durch den leicht zerknitterten Auftritt am Sonntag morgen gut zu erkennen 😉

Die zweite Premiere war allerdings absolut negativer Art. Denn es wurden – meines Wissens – zum ersten Mal bei einem BarCamp Geräte gestohlen. Am Samstag abend fanden zwei iPods, eine Kamera, ein Asus Eee-PC und ein iBook einen neuen Besitzer, der sich mit der Diebesbeute durch den alarmgesicherten Notausgang davonmachte. Betroffen waren drei Personen, darunter auch die Organisatorin Katti (siehe auch polaroidmemories.de). Ich (und dem Vernehmen nach auch so manche TeilnehmerIn) kann mich da nur den Worten von Lukas anschließen (siehe auch www.coffeeandtv.de):

Ich bin aber überzeugt davon, dass dem Dieb seine Hände, seine Zunge und sein Glied abfaulen werden. Wenn Sie also demnächst in der Essener Innenstadt einen stummen Mann mit Armstümpfen sehen, sollten Sie ihm noch kurz die Hose runterziehen und ihn dann zur Polizei schleifen.

Vor diesem Hintergrund war die allgemeine Stimmung am Sonntag vormittag sehr gedämpft und fing sich bis zum Ende des BarCamps nur langsam wieder. Ich hoffe jedenfalls, dass die aufkeimende Bereitschaft zur „Solidarität“ den Ärger, die Wut und die Trauer der Betroffenen ein wenig abmildert 😕

Bevor aber nun gleich das Orchester zu spielen beginnt und das Mikrofon im Boden verschwindet, möchte ich schnell noch einige Dankesworte verlieren:

Ich fand es schon seit den ersten BarCamps beeindruckend, was all die Organisatoren und Organisatorinnen vergangener BarCamps geleistet haben. Seit ich mich nun selber zu dieser Personengruppe zählen kann, hat sich der Respekt vor diesem ehrenamtlichen Engagement einfach nur noch potenziert: Danke!

Weiterhin sei auch nochmals den Sponsoren gedankt, die durch ihre Unterstützung das BarCampRuhr erst möglich gemacht haben.

Ein weiterer Dank gebührt dem Essener „Unperfekthaus“ (www.unperfekthaus.de), das sich als nahezu perfekter Ort für ein BarCamp entpuppt hat – nur das Treppensteigen war ich irgendwann leid 😉 Alle Akteure sich im Vorfeld und vor allem „vor Ort“ bestens um uns gekümmert und uns unterstützt, wo sie nur konnten. Vielen Dank – stellvertretend für das ganze Team – an Boris, Martin, Christoph, Markus und an Reinhard (auch für die spontane Bierspende am Samstagabend)!

Und ganz besonders möchte ich den Menschen im „Orga-Team“ danken: Chris, Jens, Lukas, Richie, Simon, Stefan und Kathrin. Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen, gemeinsam mit euch das BarCampRuhr zu stemmen!

SocialCamp – ein zweiter Stein

von Stefan Evertz am 08.10.07 um 14:52 Uhr | 27 Antworten

Im Rahmen des BarCamp Cologne im August wurde ein erster Stein ausgeworfen: Es war die Idee eines „NGO-Camps“ entstanden, wie Patrick damals im Werbeblogger berichtete (www.werbeblogger.de):

Überhaupt waren die persönlichen Gespräche mit Abstand wieder einmal das interessanteste auf dem Barcamp und es formiert sich daraus auch langsam ein neues Projekt, das NGO-Camp.

Mit Achim, der im Studentennetz von Amnesty International aktiv ist, planen wir (Stefan hat auch Interesse bekundet) demnächst eine Art WineCamp bzw. NGO-Camp, welche speziell für Non-Profit-Organisationen ausgerichtet sind. Ziel ist es Kommunikatoren, Web-Techies, Verantwortliche von NGOs etc. zu einem freien Austausch einzuladen, allerdings mit vorab skizzierten Aufgabenstellungen. So könnte man beispielsweise über ein zentrales Social Network für NGOs nachdenken oder andere Formen erarbeiten, wie man NGOs bzw. gemeinnützige Vereine und Verbände besser im Web 2.0 positionieren kann. Sicherlich eine ganz spannende Veranstaltung, wobei mir es wichtig ist, dass dort weniger schwadroniert, sondern tatsächlich viel mehr zielorientiert gearbeitet wird. Wer Interesse daran hat, kann sich gerne vorab bei uns per Mail melden. Insbesondere suchen wir Leute in Berlin (da sitzen wohl die meisten NGOs), die uns bei der Organisation vor Ort helfen würden oder vielleicht sogar schon passende Räumlichkeiten wüssten.

Der Stein warf dann auch erste Wellen und die Idee fand ihren Weg in die „offizielle“ BarCamp-Liste drüben bei Henning (siehe auch www.kriegs-recht.de). Mittlerweile haben Patrick und ich uns weitere Gedanken gemacht, die ich gestern im Rahmen einer Session beim BarCamp Munich mit der folgenden Präsentation vorgestellt habe:

Medium: www.slideshare.net
Link: www.slideshare.net

Die 12 Teilnehmer meiner Session zur mittlerweile von uns „SocialCamp“ genannten Veranstaltung haben viel spannenden Input gegeben (Danke!), denn ich aber noch ein bisschen sortieren muss. Grundsätzlich scheinen wir jedenfalls in der „richtigen“ Richtung unterwegs zu sein. Einige weitere Anmerkungen waren:

  • NGOs an das Konzept heranführen (Videos vom BarCamp Cologne, zu BarCamps einladen)
  • Netzwerk-Multiplikatoren aktivieren, die andere NGOs ins Boot holen
  • Teilnehmerbeitrag („Pfand“) von 20 EUR
  • die „normalen“ Kanäle reichen nicht (oder twittern NGOs?) – es ist zusätzliche externe Kommunikation erforderlich
  • einen Teil der Plätze für NGO-Teilnehmer freihalten

Wir sind weiterhin auf der Suche nach aktiven Mitstreitern – und wir beissen nicht 😉 Meine Kontaktdaten (bei Xing und den diversen IM) findet ihr im Impressum, die von Patrick (Breitenbach) drüben im Werbeblogger-Impressum unter www.werbeblogger.de[2].

Als nächstes werden wir nun eine Plattform für die weitere Vernetzung und Vorbereitung aufsetzen – mehr dazu spätestens Anfang nächster Woche hier im Blog, drüben bei Patrick und natürlich auch per Twitter (twitter.com). Und das von Patrick gestaltete Logo findet ihr übrigens bei de.sevenload.com.

Nachtrag 09.10.07, 08:51:
Es freut mich bzw. uns, dass die Idee eines SocialCamps offensichtlich nicht nur uns interessiert 😉 Gerne kann die obige Präsentation (und das Logo) auch in anderen Blogs und Websites eingebunden werden – dafür ist sie letztendlich gedacht. Auch die eingegangenen E-Mails geben Anlass zur Hoffnung, dass wir nicht alleine beim SocialCamp sitzen werden. Um die Anfragen besser koordinieren zu können, würde ich mich freuen, wenn Sie / Ihr mich direkt über Xing als Kontakt hinzufügt (www.xing.com) und im Text kurz auf das SocialCamp hinweist. Wir melden uns dann umgehend, sobald es etwas neues gibt.