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Gegen GEZ: Nun auch verdi

von Stefan Evertz am 06.06.06 um 0:56 Uhr | 2 Antworten

In die langsam aufkommende Wellenfront gegen die ab dem 01.01.2007 geplante GEZ-Gebühr für internetfähige PC-Systeme hat sich nun auch verdi eingereiht.

Die „Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft“ hat unter einen offenen Brief an Jürgen Rüttgers in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz geschrieben und diesen auch unter freie.verdi.de veröffentlicht:

Die Bundeskommission protestiert dagegen, dass Selbstständige ab 2007 die TV- und Radiogebühr für beruflich genutzte internetfähige Computer zahlen sollen. Diese Gebühr bedeutet eine neue und nicht zu vermeidende Betriebsausgabe von jährlich 204,36 Euro. Denn das Arbeitsmittel PC ist für die allermeisten Selbstständigen unverzichtbar.
[…]
Mit Sorge sehen die Selbstständigen zudem eine weitere Gebühr auf sich zukommen: In Zukunft dürfte nach geltendem Recht auch für beruflich genutzte Multimedia-Mobiltelefone die Rundfunkgebühr erhoben werden, weil die Geräte prinzipiell auch Radio und TV empfangen können.
[…]
Wir unterstützen es, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in seinem Bestand und seiner Entwicklung finanziell abgesichert wird, so wie es die dafür zuständige Kommission KEF errechnet. Dies soll jedoch auf eine sachgerechte Weise geschehen.

Dass ein Großbetrieb mit Tausenden PC-Arbeitsplätzen dieselben 204,36 Euro pro Jahr entrichten soll wie der / die einzeln arbeitende Selbstständige, ist nur eine weitere Ungereimtheit der aktuellen Regelung.
[…]
1. Die Regelung, die ab Januar 2007 in Kraft treten soll, muss bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Neben der Schieflage bei der Gebührenerhebung gibt es dafür einen weiteren Grund: Über das Internet können bisher kaum öffentlichrechtliche TV-Programme und nur ein Teil der Radioprogramme empfangen werden.

2. Umgehend sollte damit begonnen werden, die Erhebung der Rundfunkgebühren auf eine Basis umzustellen, die der technischen Entwicklung und der Nutzung neuer Verbreitungswege entspricht.

Gut, einige Details würde ich so nicht unterschreiben bzw. fehlen (z.B. das Problem der „GEZ-Gebühren für Webserver„).

Ob „der öffentlich-rechtliche Rundfunk in seinem Bestand und seiner Entwicklung“ finanziell abgesichert werden bzw. bleiben soll, würde ich jedenfalls bestreiten, solange ich den Eindruck habe, dass hier ein gigantischer organisatorischer und wirtschaftlicher Kropf mitgeschleppt wird.

Warum z.B. die Fußball-WM (und andere sportliche Großveranstaltungen) abwechselnd von beiden Sendern übertragen wird, erschließt sich mir bis heute nicht. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass die Kollegen der einzelnen Sender am „freien“ Tag kein Geld bekommen – von so etwas kann übrigens ein Selbstständiger nur träumen. Und selbst bei den öffentlich-rechtlichen Sendern dürft es in der Summe spürbar günstiger sein, wenn nur ein Sender überträgt.

Und ob die Einführung einer Mediengebühr oder -steuer wirklich eine ernsthafte Alternative – auch im Sinne der Selbstständigen – darstellt, bliebe erst noch abzuwarten. Die Gremien werden sich schon Regelungen ausdenken, bei denen man sich die GEZ-Gebühren zurückwünschen wird 🙁

Da die Diskussion über die GEZ-Gebühren schon sehr lange anhält, bin ich jedenfalls skeptisch, ob hier plötzlich Bewegung in die Angelegenheit kommt. Ich persönlich setze da etwas mehr Hoffnung in die Verfassungsbeschwerde.

Aber letztendlich können wir Selbstständige wohl alle Hilfe brauchen, die wir kriegen können…

(via www.golem.de)

GEZ-Gebühren für Webserver?

von Stefan Evertz am 18.05.06 um 10:56 Uhr | 11 Antworten

Während mittlerweile zur eingereichten Klage gegen GEZ-Gebühr für PC unter www.vrgz.org Details der Verfassungsbeschwerde zu finden sind, wurde das Thema nun auch bei Telepolis in einem ausführlichen Artikel (www.heise.de/tp) aufgearbeitet.

Besonders nachdenklich stimmten mich dabei die schriftlichen Äußerungen von Dr. Hermann Eicher, Justiziar beim Südwestrundfunk, der ausdrücklich darauf hinweist, dass „ich nachfolgend nicht für die ARD sprechen kann, weil wir uns gerade zu dem genannten Fragenkomplex erst in der Abstimmung befinden“ (siehe www.heise.de/tp[2]):

Frage 8
Ich habe einen eigenen gemieteten Webserver in einem Rechenzentrum aufgestellt. Dieser ist für Wartungszwecke natürlich auch imstande, selbst nach außen aufs Internet zuzugreifen und hat einen (normal abgeschalteten) Bildschirm. Begründet dies eine zusätzliche Gebührenpflicht? Und wenn ja, bei mir oder beim Rechenzentrum?

Im Falle der gewerblichen Vermietung eines grundsätzlich zum Rundfunkempfang geeigneten Geräts ist die Rundfunkgebühr für einen Zeitraum bis zu drei Monaten vom Vermieter, ab drei Monaten vom Mieter zu zahlen (§ 2 Abs. 3 Rundfunkgebührenstaatsvertrag). Natürlich gilt auch dies nur, wenn ansonsten keinerlei andere Geräte bereitgehalten werden. Auf die Frage, ob der Bildschirm ein- oder abgeschaltet ist, kommt es nicht an.

Über die denkbaren Folgen der Wahrnehmung von Webservern als „Fernseher“ wird derweil bei www.boocompany.com nachgedacht:

Was sind die Konsequenzen? Die Provider wollen aus vorgeschobenen Sicherheitsbedenken ihre Kunden nicht in ihre Rechenzentren lassen, während die Fernsehbesitzer natürlich ihre Fernsehgeräte nutzen möchten. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wie Tausende von Kunden mit Sessel oder Schaukelstuhl unterm Arm vor den Rechenzentren stehen und Einlass begehren. Heiße Demonstrationsschlachten und eine riesige Klagewelle sind zu erwarten.

Ich muss gestehen, dass ich im Moment nicht abschätzen kann, ob nun Webserver eine zusätzliche monatliche GEZ-Gebühr verursachen werden. Wenn ich die Rückmeldung vom SWR lese, bezweifle ich sogar ein wenig, dass die Öffentlich-Rechtlichen das zu diesem Zeitpunkt genau wissen.

Was aber hätte es für Auswirkungen, wenn wirklich jeder Webserver ein „zum Rundfunkempfang geeignetes, gebührenpflichtiges Gerät“ wäre? Zeit also, ein bisschen herumzustöbern und den Taschenrechner bereitzuhalten…
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Ein Jogger, ein N. und ein BMW

von Stefan Evertz am 09.05.06 um 7:48 Uhr | 3 Antworten

Wenn ich den Werbespot im Fernsehen sehe, zucke ich irgendwie immer noch zusammen. Daran ändert auch das Wissen (oder die Hoffnung) nichts, dass es sich um einen Trick handelt.

Und während ich (ähnlich wie Gerold Braun) nach der knirschenden Eigenwerbung kurzfristig den Spaß an einem bestimmten Nahrungsmittel verloren habe, setzt man nach diesem Spot den einen Fuß etwas vorsichtiger vor den anderen als sonst.

Und nicht zuletzt zeigt dieser Werbespot einmal mehr, wie gefährlich Sport ist…

(via www.werbeblogger.de, der es bei gigold.de fand)

Ehrensenf jetzt auch bei Spiegel Online (Update 1-2)

von Stefan Evertz am 05.05.06 um 15:27 Uhr | 5 Antworten

Ehrensenf TV gibt es jetzt auch täglich bei Spiegel Online, wie ich gerade überrascht unter www.spiegel.de (Link ist zur Zeit? nicht erreichbar, siehe Update) lese. Damit dürfte zumindest sichergestellt sein, dass Ehrensenf nicht noch einmal „gespiegelt“ wird.

Und damit auch weiterhin der Besuch bei www.ehrensenf.de lohnt, gibt es beim Spiegel scheinbar die „Nachrichtenshow“ jeweils mit einem Tag Verzögerung – in meiner Bäckerei nennt man so etwas „Gutes von Gestern“…

Wie ich dann eben noch festgestellt habe, pfiff ix bei wirres.net die Melodie schon vor einem Monat – was mich daran erinnert, dass einem der beste Feedreader nichts nützt, wenn zu viele Feeds drin sind…

Update 05.05.06, 17:40 Uhr:
ix weist mich gerade per Kommentar darauf hin, dass der Link zu Spiegel Online nur noch einen Fehler erzeugt und nicht mehr abrufbar ist. Scheinbar hat man den Artikel entfernt. Ob da etwas zufällig online (und über den Feed) ging, was da noch nicht hin sollte, entzieht sich jedenfalls meiner Kenntnis. Sehr merkwürdig das Ganze…

Update 05.05.06, 22:02 Uhr:
Auch wenn es nur ein Screenshot des textlichen Restes des Artikels (ohne den daumennagelgroßen Videoausschnitt) ist: Den „Beweis“ gibt es – wieder – bei wirres.net.

Update 06.05.06, 07:48 Uhr:
Über die Kommentare bei www.ehrensenf.de[2] bin ich dann doch noch auf einen „Original“-Screenshot gestossen:

Ehrensenf bei Spiegel Online

Update 08.05.06, 13:36 Uhr:
Es scheint also doch wirklich zu stimmen. Die beim Start der neuesten Ehrensenf-Folge (www.ehrensenf.de[2]) anklingende Melodie kenne ich irgendwie von Spiegel TV. Und unter www.spiegel.de[2] ist (zumindest zur Zeit) die heutige Folge abrufbar, wie man auch auf dem Screenshot sehen kann:

Ehrensenf bei Spiegel Online - die Zweite

Etwas ungeschickt finde ich allerdings die zeitgleiche Ausstrahlung – das könnte Zuschauer kosten…

Wunschzettel 3: Fernseh-Werbung

von Stefan Evertz am 05.05.06 um 7:00 Uhr | 1 Antwort

Wenn ich mir was wünschen könnte, dann hätte ich gerne:

Eine saubere Trennung von Werbung und Programm im Fernsehen.

Ich weiß, dass für (private) Fernsehsender das Fernsehprogramm eigentlich nur eine Insel zwischen zwei Werbeblöcken darstellt. Und ich kann eigentlich sogar ganz gut damit leben – und die regelmäßigen Pausen fehlen mir manchmal sogar bei den Öffentlich-Rechtlichen.
Was allerdings schwer nervt, ist die Art und Weise, wie immer mehr versucht wird, die Werbung auch ins Programm schwappen zu lassen. Nachfolgend daher meine „Top 3“ der nervigsten Werbeformen.

Platz 3: Werbung nach Eigenwerbung
Man hatte sich dran gewöhnt: Nach den Werbespots kommen die sendereigenen Werbespots, gerne auch als Programmhinweise bezeichnet. Bisher waren diese Programmhinweise ein sicheres Zeichen dafür, dass es gleich weiter geht – und man den Ton wieder anschalten konnte, da man nur so der gesteigerten Lautstärke der Werbung entgehen konnte (siehe auch „Keine lärmenden Werbepausen mehr – für DVB-Nutzer…„).
Mittlerweile kann man aber immer mehr beobachten, dass – umrandet von einem Texthinweis auf eine eigene Sendung – danach noch ein Werbespot gesendet wird. Unsere Aufmerksamkeit hat dieser Werbespot ganz sicher; ich bezweifle allerdings, dass unsere Wut die vom Werbekunden gewünschte Reaktion darstellt…

Platz 2: Animierte Programmhinweise mit Ton
Auch daran hat man sich gewöhnt: Im laufenden Programm „fliegen“ plötzlich kleine animierte Programmhinweise ins Bild, meistens am oberen oder unteren Bildrand. Bei den Ankündigungen für die „Luftbrücke“ bei Sat1 z.B. waren die Rosinenbomber sogar noch recht eindrucksvoll anzusehen.
Eine solche Animation kann man normalerweise ganz gut ignorieren – vor allem mit einem „16:9“-Fernseher 😉 Deshalb gehen offenbar immer mehr Privatsender dazu über, diese Animation auch akustisch zu beleben, was wirklich nervt. Vor allem dann, wenn man kurzfristig nicht mal mehr das eigentliche Fernsehprogramm verstehen kann, wie vor wenigen Tagen bei ProSieben 🙁

Platz 1: Splitscreen-Werbung beim laufenden Programm
Die mieseste Form der Werbeintegration habe ich bisher nur bei den Küchenprofis (RTL2) erlebt. Dort wird gerne mal im laufenden Programm sog. Splitscreen-Werbung platziert, d.h. das eigentliche Programm wird links oben in einem kleinen Fenster gezeigt, während im großen Fenster ein Werbespot läuft. Hören kann man natürlich nur den Werbespot.
Diese Werbeform ist mir bisher vor allem bei Formel 1-Rennen untergekommen – und da ist es zwar auch nicht schön, aber man kann damit leben, wenn man dem fleißigen Rundendrehen der Boliden kurz ohne Ton beiwohnt. Wenn dies aber bei einem Dokumentationsformat passiert und so Dialoge der Beteiligten ausgeblendet werden, könnte ich gar nicht so viel zu mir nehmen, wie ich k… könnte…

Mein besonderer Dank gilt daher RTL2 für den bisherigen Tiefpunkt in Sachen „Fernsehwerbung“ :>

TV-Tipp: Stummfilm-Kochen

von Stefan Evertz am 12.04.06 um 8:10 Uhr | 2 Antworten

Über was man so alles beim nächtlichen „Zapping“ stolpert: Der Fernsehsender 3sat präesentiert in der Kochsendung „Silent Cooking“ seit einiger Zeit einen schweigenden Koch – sicherlich ein krasser Gegensatz zum Viel- und Schnellredner Tim Mälzer, den wir aber weiterhin gerne in unser Wohnzimmer lassen 😉 Die Zutaten und Aktivitäten werden in schriftlicher Form eingeblendet und neben „untermalender“ Musik ist die Küche ansonsten nur von den Kochgeräuschen erfüllt – jedwedes Gerede bleibt aus, was zum Beispiel bei der schnarrenden Stimme von Johann Lafer ein echter Gewinn wäre…

Unter www.3sat.de ist zu lesen:

Der Silent Chef Patrick Müller ist Schulabbrecher, Fotograf, Maler und erhielt am Anfang seiner Karriere als Küchenchef auch eine Haube von Gault Millau. In „Silent Cooking“ steht nicht das Gesicht des Meisters im Vordergrund, sondern dessen Hände. Das Essen erhält dadurch jene Prominenz, die ihm zusteht.

Alles in allem ein unkonventionelles, aber ansprechendes Konzept. Und durchaus mit einer internationalen Perspektive, denn schließlich könnte man die Sendung sehr einfach „synchronisieren“, wie Gerhard Schoolmann auf www.abseits.de bemerkt.

Und nun viel Spaß beim „sprachlosen Kochen“ 😀

„Silent Cooking“ kann man immer Donnerstag nachts bzw. Freitag früh genießen; die nächste Sendung gibt es am 14.04.2006, um 0.15 Uhr.

Weitere Termine:
21. April, 0.20 Uhr
28. April, 0.30 Uhr
05. Mai, 0.50 Uhr
12. Mai, 0.35 Uhr

ABC-Serien im Netz (Update)

von Stefan Evertz am 11.04.06 um 11:04 Uhr | 1 Antwort

Der Disney-Sender ABC plant, ab Mai erfolgreiche Serien wie z.B. „Desperate Housewives“ auch im Internet zu zeigen – natürlich erst am Tag nach der regulären Ausstrahlung. Eine Download-Option scheint nicht vorgesehen zu sein, wie auch der Bericht auf www.golem.de vermuten lässt:

Ein Archiv soll es dabei möglich machen auch auf alte Folgen zuzugreifen und so komplette Staffeln anzusehen. Die Sendungen werden dabei von Werbeclips unterbrochen. Der Anwender soll innerhalb der Folgen vor- und zurückspringen können, allerdings soll es technisch nicht möglich sein, die Werbung zu umgehen.

Auch wenn das ganze als ein zweimonatiger Test deklariert wird, scheinen sich nun langsam immer mehr Sender bzw. Filmstudios in Richtung Internet zu bewegen (siehe auch Filme legal aus dem Internet).

Ich bin allerdings schon jetzt auf die Umsetzungsdetails gespannt – wahrscheinlich funktioniert das ganze wieder nur mit dem Internet Explorer in Kombination mit dem Windows Media Player 🙁

Update 04.05.06, 11:52
Wie www.golem.de berichtet, war das Interesse beim Start ziemlich groß:

Die Website des amerikanischen Fernsehsenders ABC ist am Dienstag zweimal für längere Zeit zusammengebrochen. Grund dafür waren die erstmals kostenlos im Internet angebotenen aktuellen Folgen erfolgreicher TV-Serien wie „Lost“ oder „Desperate Housewives“. Wie die Marketing-Newssite Clickz.com meldet, hielten die Server den hohen Zugriffsraten zeitweise nicht mehr stand.

Scheinbar lernt man gerade bei ABC, was ein Digg-Effekt ist 😉

Weniger amüsant ist die Tatsache, dass einmal mehr nur Benutzer aus den USA in den Genuß der aktuellen Serien-Folgen kommen, wie man auch auf dynamic.abc.go.com lesen kann:

Ansicht der ABC-Seite für Besucher außerhalb der USA

Update 09.05.06, 12:13 Uhr:
Fas wäre es in den Tiefen meines Feedreaders versunken, aber unter www.netzwelt.de stand schon am 11. April:

Disney erklärte gegenüber netzwelt, dass die Shows nur für US-Surfer zu sehen sein werden. Die ABC-Website setzt zur Lokalisierung der Zugriffe auf IP-Adressen.

Klage gegen GEZ-Gebühr für PC eingereicht

von Stefan Evertz am 01.04.06 um 1:01 Uhr | 10 Antworten

Die ab dem 01.01.2007 anstehende Rundfunkgebührenpflicht für PC ärgerte mich eigentlich schon, seitdem ich davon das erst Mal las – und dieser Ärger wuchs noch angesichts der finanziellen Größenordnung von bis zu 163 Millionen Euro pro Jahr, wie www.spiegel.de am 7. Februar ausgerechnet hat:

Peanuts in der Tat – für ein Großunternehmen. Anders sieht die Sache für Freiberufler aus. Etwa 800.000 davon gibt es in Deutschland derzeit, sie alle müssen künftig nicht nur für den Fernseher zu Hause, sondern auch für den überlebensnotwendigen Rechner im Büro Gebühren zahlen – weil man damit ja heimlich Fernsehen könnte. Oder vielleicht auch, weil sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten kostspielige und ausgedehnte Internetangebote leisten, wer weiß.

Bei www.pcwelt.de hat man am 10. Februar bei der GEZ nachgefragt, die u.a. mit folgenden Angaben antwortete:

Auch im nicht-privaten Bereich bleiben PCs von der Rundfunkgebührenpflicht befreit, wenn gleichzeitig herkömmliche Radios und Fernsehgeräte bereitgehalten werden. Sollten solche Geräte nicht vorhanden sein, aber ein multimediafähiger PC, so ist für diesen ab 01.01.2007 lediglich eine Rundfunkgebühr zu zahlen, unabhängig von der Anzahl der vorhandenen PCs. Ein Unternehmen, ein Gewerbebetrieb, ein Selbstständiger kann also allenfalls mit einem Betrag von derzeit 17,03 Euro im Monat belastet werden.

204 Euro pro Jahr dafür, dass ich auf meinem Büro-PC in den zahllosen Internetseiten der Öffentlich-Rechtlichen herumsurfen kann – oder mir alle Tagesschau-Sendungen seit 2000 ansehen könnte. Wirklich ein Spitzenpreis für ein Angebot, dass ich sonst nirgendwo im Internet bekomme :-/

Ich war daher sehr erfreut, dass nun jemand einen ersten juristischen Stein gegen diese – meines Erachtens sinnlose – „Internetsteuer“ wirft. Bei www.netzeitung.de ist zu lesen:

Die «Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler» (VRGZ) klagt vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die künftige Rundfunkgebührenpflicht für Internet-PC. Die Beschwerdeführer sind laut einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» («FAZ») drei Freiberufler und Gewerbetreibende, die von der Neuregelung direkt betroffen sind. Das Gericht bestätigte am Freitag den Eingang der Beschwerde.

Ich muss gestehen, dass ich die Seriösität dieser Vereinigung nicht beurteilen kann. Auch die genaue Begründung der Verfassungsbeschwerde kenne ich (noch) nicht. Das dürfte allerdings nichts an meiner Zufriedenheit ändern, sollte auf diesem Wege die Ausdehnung der Gebührenpflicht für Computer (und Handies) fallen 😉

Interessant fand ich übrigens noch einen Eintrag in den FAQ unter www.gez.de

1. Warum muss ich Rundfunkgebühren zahlen?
Die Hauptfinanzierungsform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist die Gebühr. Sie deckt einen großen Anteil der Kosten, die bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten für die Produktion, Gestaltung und Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen anfallen.

Im Sinne dieser Antwort hätte ich abschließend einen guten Vorschlag für die Öffentlich-Rechtlichen: Packt doch einfach nur das „Fernsehprogramm“ eurer Sender ins Internet – und kassiert von interessierten Besuchern für den Rest. Damit werdet ihr bestimmt noch viel mehr als 163 Millionen verdienen 😈

DSDS: „I Still Burn“ nicht so neu (Update)

von Stefan Evertz am 20.03.06 um 15:23 Uhr | 10 Antworten

Am vergangenen Samstag haben wir – zusammen mit etwa 7 Millionen Menschen – das Finale der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gesehen und der launigen Chronik des Abends von Mike und Katharina unter www.sichelputzer.de ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen…

…vielleicht bis auf eines: Zumindest der Siegertitel „I Still Burn“ des letztendlichen Gewinners Tobias Regner wurde von der Moderatorin mit dem starken holländischen Akzent mit den – aus dem Gedächtnis zitierten – Worten angekündigt, dass „der Song extra für Tobias komponiert wurde“ und die Darbietung daher eine „Weltpremiere“ sei.

Und nun lese ich gerade bei Oliver Wagner unter www.agenturblog.de, dass das „massgeschneiderte“ Lied bereits im Herbst 2005 auf www.songlink.com (englisch, siehe Nr. 20, inkl. MP3-Datei) einen neuen Besitzer suchte…

So was nennt man dann wohl eher „Änderungsschneiderei“ – und für solche Funde mag ich die Blogosphäre 😉

Update 21.03.06, 22:24 Uhr:
RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer hat laut www.tvblogger.de festgestellt:

„Der Song wurde für Tobias ausgesucht. Wir haben nie behauptet, dass er extra für ihn geschrieben wurde!“
„BMG hat Produzenten angeschrieben und so 2500 Lieder gesammelt. Daraus wurde eine Vorauswahl getroffen. Und Tobias hat sich dann für “I still Burn” entschieden, weil der Song zu ihm und seiner Stimme passt. Bei so einem Verfahren kann es natürlich auch sein, dass ein Song ausgewählt wird, den der Produzent schon länger in der Schublade hatte.”

Angesprochen auf die Pressemeldung unter www.pressrelations.de räumte sie dann aber später ein:

„Da ist uns ein Fehler in der Pressemitteilung unterlaufen. Der Song wurde nicht für ihn komponiert, sondern produziert und arrangiert. Das Lied wurde extra für Tobias tiefer und rockiger gemacht. Es war eine Weltpremiere, weil der Song nie veröffentlicht wurde.“

Soweit also die Fakten. Einen Einbruch der zu erwartenden Verkaufszahlen wird diese „Enthüllung“ wohl nicht verursachen – warum auch: Wem das Lied und / oder der Sänger gefällt, wird sie kaufen. Und über die zusätzliche Berichterstattung wird sich RTL vermutlich auch noch freuen.

Schade finde ich eigentlich etwas anderes: In den Medien-Berichten, die ich gefunden habe, wird geschrieben, dass „die Internetseite tvblogger.de schon am Montag berichtete“ (www.dwdl.de) und das der Titel „nach Informationen des Internetforums TVBlogger.de bereits seit längerer Zeit auf dem Markt“ sei (portale.web.de, Quelle: dpa).

Und das sind leider bestenfalls Halbwahrheiten. Oliver Wagner hat am gestrigen Montag über das Thema um 13:58 Uhr berichtet – der Beitrag wurde vom „auslösenden“ TV-Blogger-Bericht von 18:14 Uhr unter www.tvblogger.de[2] ursprünglich auch verlinkt – und dabei auf einen Eintrag von www.boocompany.com verwiesen, der von 8:30 Uhr stammte. Bereits am Sonntag wurde – offenbar parallel – unter www.musikbase.de ein ähnlicher Hinweis veröffentlicht.

Letztendlich ist es eigentlich auch egal, wer da wann was bei wem gelesen und aufgegriffen hat. Gerade der dpa-Meldung ist allerdings schon so etwas wie mangelnde Sorgfalt vorzuwerfen, denn der eigentliche Entdecker des Song-Recyclings ist nicht das „Internetforum TVBlogger.de“ (sic!) – und dieser Eindruck entsteht meines Erachtens bei der Meldung.

Insofern bleibt da nur die Erkenntnis, dass Presse-(Agentur-)Meldungen stets mit kritischem Blick betrachtet werden sollten…

Dieter: Medien-Blasen

von Stefan Evertz am 11.03.06 um 18:38 Uhr | Schreibe eine Antwort

Genau vor einer Woche lief nun bei RTL „Dieter – Der Film“ – ein Kino-Film, der es seit seiner Fertigstellung nicht in die Kinos geschafft hat. Den Film an sich kann und will ich hier gar nicht bewerten – bei einem kurzen „Reinzappen“ hatte ich jedenfalls einen ähnlichen Eindruck wie Mike Schnoor (www.sichelputzer.de):

Folglich haben Katharina und ich darauf nicht verzichtet, uns den medialen Showdown anzutun. Das Wort „anzutun“ trifft hierbei aber wie die Faust auf’s Auge. Der Comic von Dieter Bohlen und seinem recht pervers-konstruiertem Comic-Leben war schlichtweg ergreifend langweilig. Langweilig und kaum erheiternd.

Wesentlich interessanter fand ich da die perlenden „Blasen“, die im Umfeld der TV-Premiere des Zeichentrickfilms aufstiegen…
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