Schlagwort-Archiv: kommunikation

Feedburner: Traffic-Daten ausblenden

von Stefan Evertz am 13.01.07 um 17:30 Uhr | 2 Antworten

Vor kurzem habe ich berichtet, dass man offensichtlich die Leserzahlen eines RSS-Feeds auslesen kann, sofern dieser über Feedburner läuft (siehe auch „Feedburner: Transparente Traffic-Daten„). Es machte dabei keinen Unterschied, ob die sog. „Awareness-API“ (siehe auch www.feedburner.com; englisch) aktiviert war oder nicht.

So ganz konnte ich aber von diesem Thema nicht lassen, und nach einem netten mehrtägigen Mailwechsel mit Feedburner (Thanks, Eric!) konnten wir – nach mehreren Theorien, die schnell wieder verworfen wurden – eine Lösung für das Problem finden:

Wer nicht möchte, dass die Leserzahlen seines RSS-Feeds durch dritte ausgelesen werden können, muss sowohl die Awareness-API als auch die sog. „FeedCount“-Funktion deaktivieren. Es dauert dann eine gewisse Zeit („gefühlte“ 15-30 Minuten), bis dann die API keine Daten mehr liefert.

So hat es zumindest bei mir mehrfach geklappt, testweise den Zugriff auf meine Traffic-Daten zu sperren, auch wenn ich ja grundsätzlich diese Daten weiter „öffentlich“ lassen will.

Alles in allem ist es zwar schade, dass dieser Zusammenhang aus den – ansonsten eigentlich recht eindeutigen – Texten bei Feedburner nicht deutlich wird. Aber dafür war es immerhin möglich, das Problem im Dialog mit einem Mitglied des Feedburner-Teams zu identifizieren bzw. zu lösen. Davon könnte sich Technorati mal eine dicke Scheibe abschneiden 👿

Die bisher größten deutschen Blog-Skandale

von Stefan Evertz am 28.11.06 um 8:43 Uhr | 2 Antworten

Robert hat unter www.basicthinking.de/blog eine kommentierte Liste der „größten deutschen Blog-Skandale“ zusammengestellt – interessanterweise sind 8 von 9 „Themen“ aus den letzten 12 Monaten (nur Jamba kam bereits Ende 2004 auf):

  1. Jamba
  2. StudiVZ
  3. Heidi Klum
  4. Transparency International
  5. Klowand
  6. Du Bist Deutschland
  7. Euroweb
  8. Opel-Test
  9. Sozialgericht Bremen

Ich spüre jedenfalls wieder mal die inhaltlichen Grenzen des Bloggens. Auch wenn ich die jeweiligen Themen mit Interesse verfolgt habe, konnte bzw. wollte ich doch nicht alles hier im Blog aufgreifen. Zum Teil entwickelten sich die Themen derart schnell, dass es fast unmöglich war, noch den Überblick zu behalten. Manche Diskussionen fand ich persönlich auch erschreckend emotional (z.B. die „Klowand-Thematik“). Und manchmal fehlte mir auch schlicht und ergreifend die Zeit zum Schreiben 😥

Da gilt dann wohl wieder mal der alte Satz: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Und ich muss jetzt nur noch herausfinden, welche Leisten hier im Blog-Regal liegen (sollen) 😕

P.S.: Zumindest „Heidi Klum“ und „Sozialgericht Bremen“ haben es auch hier ins Blog geschafft:

Desinfektionsgefahr (Wortschatz 3)

von Stefan Evertz am 23.11.06 um 10:37 Uhr | Schreibe eine Antwort

Eigenwillige Wortkreationen wie die vielbeschworenen „Unkosten“ sind ja nicht neu – aber das vor kurzem zufällig bei einer Krankenhaus-Patientin mitgehörte Wort „Desinfektionsgefahr“ sorgt wohl für einen neun Maßstab in dieser Hinsicht. Google findet hierzu übrigens immerhin 52 Treffer (siehe auch www.google.de).

Und während ich noch darüber nachdenke, ob diese kleine „Verwechslung“ ein weiteres Mal die PISA-Ergebnisse bestätigt, kommt mir ein anderer Verdacht: Ob besagte Patientin vielleicht das Ergebnis mancher Reinigungsbemühungen des Krankenhaus-Personals meinte?

Und spätestens jetzt bleibt mir das Lachen im Halse stecken – denn treffender kann man das – zumindest mit einigen Putzversuchen verbundene – Risiko wohl nicht beschreiben 👿

Bloggender Fönig mit Tastaturdekeft

von Stefan Evertz am 20.11.06 um 10:19 Uhr | 2 Antworten

Es ist mehr als ärgerlich, wenn einzelne Tasten unkooperativ werden – und das auch noch bei einem Notebook. Schön liest es sich aber trotzdem, wenn Matthias Wagner unter www.mattwagner.de über seinen „Kleinkrieg der Knöpfe“ schreibt. Irgendwie musste ich sofort an den „Fönig“ von Walter Moers denken – und deshalb sei hier noch auf das kleine „Verföniger“-Tool unter www.kleines-arschloch.de verwiesen. 😉

In diesem Sinne:
Hokkentlich wird es trotzdem noch ein erkolgreiche Woche – nicht nur kür das Feyboard von Matthias…

YouTube: Abmahnung aus dem Glashaus

von Stefan Evertz am 15.11.06 um 23:24 Uhr | 2 Antworten

Bisher hat mich YouTube vor allem immer wieder durch ungewöhnliche Videos überrascht – bis ich über den Artikel von Michael Arrington stolperte, in dem er von einer Abmahnung durch YouTube berichtet, weil er auf seinem Server eine Funktion anbietet, um den Download von YouTube-Videos zu ermöglichen bzw. zu erleichtern (Ähnliche „Tools“ gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, siehe auch „Videos von Google und YouTube speichern„). Besonders wundert er sich dabei über seinen angeblichen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen des Videohosts (siehe www.techcrunch.com):

We created the tool only after a careful review of YouTube’s Terms of Use, which state “If you download or print a copy of the Content for personal use, you must retain all copyright and other proprietary notices contained therein.” The letter, however, states “The YouTube’s Terms of Use also allows users to access videos only through the functionality of the YouTube website via streaming on the Web, and it disallows the functionality of downloading videos.” Not only am I unable to find that language in YouTube’s Terms of Use, it directly conflicts with the language I did find and quoted above.

Insgesamt finde ich diese Abmahnung jedenfalls etwas skurril. Die rechtliche Basis scheint – zumindest aus meiner persönlichen Sicht als juristischer Laie – ziemlich wackelig zu sein, auch wenn das amerikanische Rechtssystem möglicherweise „Schlenker“ zulässt, die ich mir einfach nicht vorstellen kann.

Vielleicht ist diese Abmahnung auch nur eine kleine Revanche für das „Ausplaudern“ des YouTube-Verkaufs an Google (siehe auch „Mediendynamik: Google und der Kauf von YouTube (Update)„).

Wirklich eigenartig finde ich aber, dass „ausgerechnet YouTube“ die Urheberrechts-Keule schwingt. Gerade von dem Dienst, über den ich immer wieder von möglichen bzw. unterstellten Urheberrechtsverletzungen lese, hätte ich hier wohl etwas mehr Zurückhaltung erwartet. Vielleicht machen mit frischem (Google-)Geld gefüllte Kassen aber auch einfach übermütig… 😕

(u.a. via www.golem.de)

BarCamp Cologne (25.-26.11.06)

von Stefan Evertz am 01.11.06 um 9:00 Uhr | 1 Antwort

barcamp Cologne Am 25.-26. November 2006 findet voraussichtlich das zweite deutsche BarCamp statt – diesmal in Köln (Karte: maps.google.de, Infos: barcampcologne.pbwiki.com).

Wer sich – wie ich – fragt, was denn ein „BarCamp“ sein soll, der findet unter barcampcologne.pbwiki.com[2] eine erste Antwort:

Barcamp ist eine Ad-hoc-Nicht-Konferenz (engl. Un-Conference), die aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, dass sich Menschen in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können. Es ist eine intensive Veranstaltung mit Diskussionen, Präsentationen, und Interaktion der Teilnehmer untereinander.

Und wer sich jetzt – wie ich – in die Teilnehmerliste eintragen möchte, kann dies unter barcampcologne.pbwiki.com[3] tun. Vielleicht trifft man sich ja in Köln 🙄

Das erste deutsche BarCamp fand übrigens Ende September in Berlin statt (siehe auch barcampberlin.pbwiki.com). Mit den folgenden Artikeln zum BarCamp Berlin kann man einen ersten Eindruck von der Veranstaltung in der Hauptstadt – und hoffentlich auch einen Vorgeschmack auf die Kölner Variante – bekommen:

(u.a. via lumma.de, www.sichelputzer.de)

Edelman, Technorati und die Blogs

von Stefan Evertz am 15.10.06 um 14:42 Uhr | 2 Antworten

So richtig erfolgreich waren die bisherigen Bemühungen der PR-Agentur Edelman leider nicht, ihren Satelliten in die Blogosphäre zu schießen bzw. sich beim Thema „Blogs“ als Dienstleister zu positionieren. Möglicherweise hängt dies mit einigen Patzern bei der Konstruktion bzw. beim Bau der „Rakete“ zusammen, aber in jedem Fall hat es dazu geführt, dass an mehreren Stellen die angesteuerte Blogosphäre nicht so wollte, wie sie vielleicht sollte…

Stufe 1: Teilnahme an der Blog-Studie
Anfang Oktober flatterten bei den „Spitzenreitern“ der deutschen Blogs (nach Technorati-Werten) eine E-Mail von Edelman ins Haus, die zur Teilnahme an einer kurzen, von Edleman und Technorati veranstalteten Umfrage einlud (siehe auch luebue.blogspot.com; Umfrage unter www.bloggerstudy.com).

Zunächst zuckte ich kurz zusammen, musste ich doch irgendwie an meinen Wunsch zur Robinsonliste denken – auch wenn diese Anfrage wohl ein Grenzfall sein dürfte. Letztendlich fand ich die Anfrage irgendwie überflüssig und hätte eine Einladung zur Teilnahme per Blog wohl sinnvoller gefunden, aber wirklich gestört hat sie mich nicht. Zumindest Patrick (siehe www.werbeblogger.de) und DonAlphonso (siehe www.blogbar.de) ärgerten sich dagegen sehr lautstark über das Vorgehen von Edelman. Und auch wenn wohl nur ein kleiner Teil der kontaktierten Blogger sich lau geärgert hatten (siehe auch luebue.blogspot.com[2]), waren somit erste kleine Risse in der Hülle der ersten Stufe sichtbar.

2. Stufe: Die Top 100 Blogs der deutschen Blogosphäre
Am 10. Oktober wurden dann erste Ergebnisse der Kooperation in Form einer „Top 100“-Liste veröffentlicht (siehe auch luebue.blogspot.com[3] sowie www.micropersuasion.com, wo es auch eine Excel-Tabelle mit weiteren Daten gibt).

Das Echo auf diese Liste war überwiegend negativ. Die Quintessenz der vielfach geäußerten Kritik findet sich in der detaillierten Analyse von Jens Schröder – seit Januar 2006 Betreiber von www.deutscheblogcharts.de – unter www.popkulturjunkie.de.

Nun kann man durchaus geteilter Meinung sein, ob die durch WordPress-Plugins (siehe z.B. sw-guide.de/weblog) oder WordPress-Themes (siehe z.B. www.4null4.de) „verursachten“ Links bei der Auswertung berücksichtigt werden sollten oder nicht. Im Gegensatz zu den ebenfalls in der Edelman-Liste berücksichtigten Links aus der Standard-Blogroll einer neuen WordPress-Installation sind zumindest die Plugin-/Theme-Links auf eine bewußte Entscheidung des jeweiligen Bloggers zurückzuführen. Wenn aber – laut der Auswertung von Jens Schröder – in der Edelman-Liste 34 Blogs fehlen, die in den „Deutschen Blogcharts“ vertreten sind, fängt man endgültig an, an der Qualität der Listen zu zweifeln.

Allmählich verdichteten sich dann die Anzeichen, dass die aufgekommene Kritik im Rahmen der Vorstellung der Blogger-Studie in Frankfurt diskutiert würden. Spätestens jetzt kam auch mir der Gedanke, dass es schon ein sehr merkwürdiger Zufall ist, dass solche Wellen kurz vor einem solchen Termin aufkommen. Und passenderweiser tauchte dann unter blog.franziskript.de eine stimmige Vision über den möglichen PR-Charakter der „schlechten“ Listen auf 😉

Der eigentliche „Round Table“ am 12. Oktober in Frankfurt war dann eher ein mittelmäßiger Höhepunkt der vermuteten PR-Kampagne. Der folgende Ausschnitt zeigt zwar das Aufkommen einer Diskussion, stellt damit aber wohl schon das Highlight der Veranstaltung dar (die gesamte Veranstaltung findet sich als 90-Minuten-Video unter sevenload.de):

[flash]http://sevenload.de/videos/VscU232[/flash]

Die von Felix Schwenzel bereitgestellten Impressionen waren da irgendwie interessanter:

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=GU6Y7cuXCkA[/flash]

Ansonsten bleibt bei der Frankfurter Veranstaltung insgesamt ein schaler Beigeschmack. Auch wenn die Veranstaltung als Video „öffentlich“ gemacht wurde, trugen doch erst die folgenden Artikel der „Augenzeugen“ dazu bei, Rahmen und Verlauf der Veranstaltung wirklich transparent zu machen:

3. Stufe: Edelman und Wal-Mart
Auch wenn diese Kooperation „nur“ den amerikanischen Markt betrifft, scheint es dort gerade richtig zu knirschen, wie Robert unter www.basicthinking.de/blog zusammenfasst:

Ein Bloggerpärchen hatte ein pro Wal-Mart Blog-PRojekt namens Wal-Marting Across America gestartet. Sie reisten mit einem Campingwagen durch die Lande, kampierten auf Wal-Mart Parkplätzen (!) und (foto-)bloggten darüber (Gespräche mit Mitarbeitern, wie wichtig Wal-Mart ist, wieviel Bio-Milch man verkauft etcpp).

Relativ schnell hatte sich allerdings herausgestellt, dass das ganze Projekt wohl „verdeckt“ von WalMart bzw. Edelman finanziert und getragen wurde.

Robert berichtet weiter:

In Technorati kann man schön beobachten, wie die Blogger-Volksseele in den USA (und auch international) hochkocht. Denn der zentrale Vorwurf, wie man ihn fast überall lesen kann, richtet sich nicht gegen Wal-Mart, sondern gegen Edelman, die einerseits Transparenz und Dialog predigen, doch andererseits ist dieses Verständnis scheinbar noch nicht zu allen Mitarbeitern von Edelman durchgedrungen.

Des kleinen Bloggers Fazit
Alles in allem läuft es wohl darauf hinaus, dass möglicherweise bei Edelman in Sachen „Blogs“ noch ein „gewisser Optimierungsbedarf“ besteht. Allerdings finde ich die bei den ersten beiden Stufen zumindest teilweise praktizierte Transparenz durchaus vielversprechend.

Und falls die Kooperation von Edelman und Technorati nur dazu führen sollte, dass die deutsche Blogosphäre stärker bei Technorati berücksichtigt wird (z.B. mit einer deutschen Oberfläche?), wäre das ja auch schon erfreulich… 😕

Zitat der Woche: Virtuelle Welten

von Stefan Evertz am 07.10.06 um 1:13 Uhr | 1 Antwort

Jens Scholz (www.jensscholz.com) in den Freitagsfragen bei www.ingovogelmann.com/blog:

(Frage 11) Wie stehst Du so zur virtuellen Welt?

Die virtuelle Welt sehe ich nicht als getrennten Bereich. […] Außerdem neigt man zum Trollen und geht anderen auf die Nerven, sobald man virtuelles und echtes Leben trennt. Wenn ich das nicht tue, benehme ich mich auch nicht daneben, zumindest nicht mehr, als ich es im normalen Leben tun würde. Es gibt so viele dieser debilen Internettrolle, die glauben, im Internet alles tun und sagen zu können, was sie sich in der realen Welt nie trauen würden. Arme Schweine eigentlich.

Unister: Kontrakommunikation? (Update 1-2)

von Stefan Evertz am 30.09.06 um 13:20 Uhr | 11 Antworten

Eine wichtige Maßnahme zur erfolgreichen Platzierung und Vermarktung eines (Online-)Projekts stellt sicherlich die Abgrenzung zu den Mitbewerbern dar. Das Studentenportal www.unister.de spekuliert möglicherweise darauf, dass in diesem heiß umkämpften Markt auch die Kommunikation ein Alleinstellungsmerkmal darstellen könnte. Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man den Bericht von Andreas Dittes liest.

Andreas war auf eine Sicherheitslücke des Dienstleisters gestossen, die wohl „34.000 Userdaten“ offenbarte, und hatte den Betreiber über das Leck informiert. Mit der unter dittes.info/blog geschilderten Reaktion wird er aber wohl nicht gerechnet haben:

Probleme gab es am nächsten Tag dann auch, denn der Geschäftsführer von Unister, Thomas Wagner, hat mich angerufen und mich in einem alles andere als freundlichen Ton darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich mehrfach strafbar gemacht hätte und man mich mit Klagen überschütten würde, sobald ich einen Beitrag über die Sicherheitslücke oder in irgendeiner Form negativ über Unister berichten würde.

Dabei meinte Herr Wagner in den eingangs genannten Beiträgen einige schwere Rechtsverletzungen erkannt zu haben. Man würde aber alle meiner 800+ Beiträge prüfen lassen, um auch dort Rechtsverletzungen aufgreifen zu können. Als Student kann ich mich ja eh nicht wehren, wenn eine Flut von Klagen mir die Augen öffnet.

Man gehe daher davon aus, dass man weder bei mir im Blog noch sonstwo im Web auf einen Beitrag zu der Sicherheitslücke von Unister stoßen wird. Ich könne mir ja überlegen, ob ich mich als kleiner Student auf eine Rechtsstreit einlassen wolle, bei dem ich eh keine Chance habe.

Die von Unister „bemängelten“ Artikel scheinen aus meiner (im Zweifelsfall laienhaften) Sicht unproblematisch zu sein. Eine ähnliche Einschätzung von Udo Vetter (www.lawblog.de) gibt Andreas auch unter dittes.info/blog wieder:

Beim Überfliegen der Artikel konnte ich viele Tatsachenbehauptungen erkennen. Wenn die stimmen – ok. Ansonsten Meinung, die ist zulässig. Schmähkritik, die verboten wäre, habe ich nicht gefunden.

Über das Sicherheitsloch haben Sie noch nichts geschrieben, richtig? Selbst das wäre aber zulässig, wenn die dortigen Behauptungen belegbar sind.

Die angemessene Reaktion von Unister wäre sicherlich eine kleinlaute Rückmeldung a la „Oh Gott! Vielen Dank für den Hinweis, wir werden das schleunigst beheben“ gewesen. Anscheinend legt aber der Betreiber Wert auf ein anderes Verständnis von Kommunikation.

Thomas Knüwer hat Anfang des Jahres in einem durchaus vergleichbaren Fall den Begriff der „Kollerkommunikation“ geprägt (siehe auch blog.handelsblatt.de/indiskretion):

Kollerkommunikation, die; Zwang, seine Meinung öffentlich kundzutun mit der absehbaren Folge der eigenen Bloßstellung in der Öffentlichkeit; ausgelöst durch Frustration, Ärger oder/und Wut über eine Person, die eine andere Meinung äußert als der Kollerkommunizierende; K-K tritt in vielen Formen auf, besonders verbreitet ist sie mündlich und schriftlich.

So ganz greift diese Definition hier allerdings nicht, da sich die beschriebenen Aussagen nun wirklich nicht nur auf den Aspekt der Meinungsäußerung beschränken lassen. Insofern scheint sich hier eher ein neuer Begriff abzuzeichnen:

Kontrakommunikation, die; der kontraproduktive Versuch, andere durch einen drohenden Tonfall zum Stillschweigen bzw. zur Rücknahme getroffener Aussagen zu bringen mit der absehbaren Folge, das exakte Gegenteil der verfolgten Absicht zu erreichen; ausgelöst durch Frustration, Ärger oder/und fehlerhafte Einschätzung der Rechtslage und der Widerstandskraft der kontrakommunizierten Personen; K. tritt in vielen Formen auf, besonders verbreitet ist sie mündlich und schriftlich.

Aber vielleicht ist das ja alles auch ein Mißverständnis – Gedächtnisprotokolle können ja manchmal etwas ungenau sein. Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass Robert mit seinen Überlegungen recht behält – und das Durchatmen doch noch stattfindet (siehe www.basicthinking.de/blog):

Wenn die Aussagen von Andreas den Tatsachen entsprechen, wovon ich ausgehe, kann ich die Reaktion des Chefs von Unister absolut nicht nachvollziehen. Erstens entzieht sich damit ein Web-Startups jeglicher Kundenunterstützung und zweitens muss man doch damit rechnen, dass sich das wie ein Lauffeuer ausbreiten wird. Jeder kann mal einen schlechten Tag haben und mehr als nur laut werden. Aber dann sollte man tief durchatmen, sich vor dem Kunden zehnmal wegen der Lautstärke, dem Tonfall und Drohaussagen verbeugen und hoffen, dass der die Entschuldigung akzeptiert. Alles andere wäre Selbstzerstörung. Ich verstehe das einfach nicht.

Ich auch nicht. Und ich hoffe für alle Beteiligten, dass ich hier bald ein entwarnendes Update bringen kann… 😕

Update 03.10.06, 18:01 Uhr:
Wie Thomas Wagner per Kommentar mitteilt, gibt es nun eine „Gegendarstellung“ (siehe unten bei Kommentaren):

„Um diese Diskussion wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen, haben wir unter der folgender URL eine Gegendarstellung, inkl. vollständiger Emailkommunikation mit Herrn Dittes und genauer Beschreibung des Fehlers, veröffentlicht“

Ich bin nach einer ersten Lektüre skeptisch, ob die Gegendarstellung dem Anspruch gerecht wird, die Diskussion wieder auf eine „sachliche Ebene“ zu bringen. Das hauptsächlich kritisierte – und offenbar sehr unterschiedlich wahrgenommene – Telefongespräch wird jedenfalls nur mit einer halben Seite (des sechsseitigen Dokuments) bedacht.

Offenbar geht es Unister darum, die Situation zu beruhigen – was ich nachvollziehen kann. Ob diese Gegendarstellung das geeignete Werkzeug darstellt, wage ich allerdings zu bezweifeln. Einige der Aussagen von Unister hinterlassen – zumindest bei mir – eher den Eindruck, dass Andreas Dittes diskreditiert werden soll. Und sofern andere dies ähnlich wahrnehmen, dürfte dies sicherlich nicht zur Deeskalation führen.

Aber letztendlich sollte jeder selbst die Gegendarstellung lesen und sich seine eigene Meinung bilden. Das oben von mir gewünschte „entwarnende Update“ dürfte jedenfalls noch etwas auf sich warten lassen – und es ist auch nicht gerade wahrscheinlicher geworden. Schade eigentlich 😥

Update 06.10.06, 23:10 Uhr:
Erfreut stosse ich gerade bei Andreas im Blog auf das erhoffte „entwarnende Update“ (siehe auch dittes.info/blog[2]):

Ich habe mich am gestrigen Donnerstag mit Anja Kazda, Pressesprecherin von Unister, unterhalten. Es hat mich gefreut, dass Unister auf eigene Initiative nun das Gespräch gesucht hat. Ziel war es, unsere Kommunikationsschwierigkeiten zu analysieren.

Wir sind wirklich weit gekommen und der Streit ist somit beigelegt.

Gut, dass man gelegentlich Konflikte auch ohne Anwälte lösen kann 😀

(Fast) live aus Thailand

von Stefan Evertz am 20.09.06 um 9:40 Uhr | 1 Antwort

Nachdem gestern das Militär in Thailand den amtierenden Premierminister Thaksin Shinawatra per Putsch aus dem Amt gejagt hat (siehe z.B. www.tagesschau.de), frage sicher nicht nur ich mich, wie es dort wohl weitergehen wird. Eine Stärkung der Demokratie durch einen Militär-Putsch scheint mir eigentlich ein eher unorthodoxes Konzept zu sein, aber was weiß ich schon 🙄

Über gigold.de bin ich jedenfalls auf Patrick Kollitsch gestoßen, der in seinem Blog die.schreibbloga.de über die Situation vor Ort berichtet, wobei er sich nicht in der Hauptstadt Bangkok, sondern auf der Insel Ko Samui befindet (liegt meines Wissens etwa 500 km südlich). Zur Zeit schläft er allerdings (siehe auch die.schreibbloga.de[2]). Die Zeitangaben im Blog sind übrigens Ortszeit, d.h. unserer Zeit 5 Stunden voraus.

Zur Zeit scheint es vor Ort ruhig zu sein, was sicher auch die zahllosen Touristen vor Ort beruhigen dürfte; aktuelle Informationen zur Sicherheitslage gibt es unter www.auswaertiges-amt.de und auf den Seiten der Deutschen Botschaft in Bangkok unter www.bangkok.diplo.de.

Weitere interessante Informationen zu Thailand finden sich – wie so oft – unter de.wikipedia.org; ich konnte auf diesem Weg jedenfalls eine Wissenslücke zum Thema „Wahlpflicht“ schließen…