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Was ist da im Blogcensus-Kochtopf?

von Stefan Evertz am 01.05.07 um 23:55 Uhr | 3 Antworten

Ich muss gestehen: Ich bin neugierig. Neugierig, was wohl herauskommen wird, wenn sich die beiden wichtigsten Blogzähler der deutschen Blogosphäre zusammen an den Herd stellen. Denn genau dies haben sie offenbar getan, wie ein Blick auf die (ansonsten noch leere) Seite unter www.blogcensus.de verrät:

Ein Projekt von Dirk Olbertz (Blogscout.de) und Jens Schröder (deutsche blogcharts).

Scheinbar war der gemeinsame Workshop bei der re:publica vor zwei Wochen in Berlin (siehe auch programm.re-publica.de) nicht nur interessant (wenn man so die Berichte unter www.plomlompom.de und blog.oliver-gassner.de liest), sondern auch produktiv 😉

Es darf nun geraten werden, ob hier „nur“ die Daten der beiden zusammengeführt werden (Technorati-Daten von Jens, blogscout-Daten von Dirk) – oder ob da ein neuer nationaler „Blograng“ ermittelt wird. Auf die Formel wäre ich dann aber noch neugieriger als auf die Formel der blogscout-Topliste (siehe auch „Der BlogRang von Blogscout„) 🙄

Hoffentlich müssen wir jetzt nicht mehr allzu lange auf eine erste Kostprobe warten…

(via blog.the-exit.net)

Der BlogRang von Blogscout

von Stefan Evertz am 10.03.07 um 0:03 Uhr | 4 Antworten

Ich hatte ja bereits unter „Blogscout-Sudoku“ über die neu berechnete Top-Liste des Zählers von Dirk Olbertz geschrieben, um mich dann unter „Blogscout: Ranking by Obscurity“ über die Entscheidung von Dirk zu ärgern, die Formel (doch) nicht zu veröffentlichen.

Erfreulicherweise hat sich Dirk nun doch anders besonnen – und die Formel für den BlogRang veröffentlicht (siehe auch blog.blogscout.de):

Die Punkte werden nun wie folgt errechnet: bei jedem Blog wird die Anzahl der In-Blogs genommen und als Punkte auf alle Out-Blogs des Blogs addiert. Wenn mein Blog also 10 In-Blogs hat und ich 5 Out-Blogs habe, bekommt jedes der 5 Out-Blogs 10 Punkte von mir. Betrachtet werden dabei immer die letzten 7 Tage.

Somit ist auch klar, wie das System manipuliert werden kann: möglichst viel in anderen Blogs kommentieren und anschließend auf den Link zum eigenen Blog klicken…

Anders formuliert: Wenn 10 Blogs auf Blog A verlinken (im Beitrag oder per Kommentar) und diese Links angeklickt werden, hat Blog A einen „In-Blog-Wert“ von 10, den es an alle Blogs „vererbt“, die in Blog A verlinkt und deren Links angeklickt wurden. All das gilt natürlich nur für die schätzungsweise 2.400 Blogs, die Blogscout als Zähler nutzen.

Ein erster kleiner Schwachpunkt wäre also ausgemacht: Die Verlinkung aus Foren und anderen Websites oder eben aus Blogs, die nicht durch Blogscout erfasst werden, fällt aus der Berechnung heraus. Bei der ersten Gruppe kann man den gewünschten Bezug zur „Blogosphäre“ wohl kaum vermuten. Und die Nicht-Blogscout-Benutzer kriegen wir auch noch 👿

Ansonsten wäre noch ein weiteres, eher theoretisches Problem zu nennen, das allerdings nicht nur für Blogscout gilt bzw. gelten könnte: Die (angeklickten) Links, die direkt mit der vielgenutzten Blog-Software „WordPress“ zusammenhängen (Standard-Blogroll der WP-DE-Edition, die meisten Themes und einzelne Plugins, die externe Links enthalten; siehe auch www.popkulturjunkie.de).

Zur Zeit scheint dieses Phänomen allerdings noch nicht aufgetreten zu sein; ob dies daran liegt, dass die betreffenden Blogs Blogscout nicht einsetzen oder einfach die entsprechenden Links nicht angeklickt wurden, kann ich nicht beurteilen.

Ein dritter diskussionswürdiger Aspekt betrifft die „Anbieter“ von Erweiterungen für Blog-Software, vor allem die WordPress-Plugins. Mein Video- und MP3-Plugin „Flash Cortex“ zum Beispiel wird laut www.technorati.com aktuell von 34 Blogs verlinkt. Täglich gehen auf die entsprechende Seite etwa 30-40 Besucher (2-3 % aller täglichen Besucher). Auch wenn (bei mir) ein Großteil dieser Besucher über Suchmaschinen kommen (und somit nicht in den BlogRang einfließen würden), stellt sich – vor allem bei anderen vielfrequentierten Plugin-Seiten – die Frage, ob solche Links „vollwertige“ Links sind und in den „In-Blog-Wert“ einfließen sollten? Ich würde zwar meinen, dass auch diese Form der Vernetzung eine Referenz an die (programmierenden) Bemühungen der jeweiligen Macher darstellt. Aber da kann man sicher auch anderer Meinung sein.

Fazit:
Nachdem nun die Formel veröffentlicht ist und in meinen Augen eine sinnvolle Bündelung der erhobenen Besucherzahlen darstellt, hat die so generierte Top-Liste von Blogscout gute Chancen, den BlogRang eines Blogs realistisch abzubilden – sofern Blogscout künftig eine weitergehende bzw. ausreichende Verbreitung als „Zähler“ findet und Dirks Server mitspielen ;). Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass die vorgenannten „Haken“ das Gesamtbild nur marginal verfälschen können. Genaueres werden aber wohl erst die nächsten Wochen und Monate zeigen… 🙄

Blogscout: Ranking by Obscurity

von Stefan Evertz am 03.03.07 um 17:34 Uhr | 3 Antworten

Vor einigen Wochen hatte ich ja schon kurz über die neue Blogscout-„Topliste“ berichtet, die auf einer „neuen“ und bislang nicht veröffentlichten Formel basierte (siehe auch „Blogscout-Sudoku„).

Dirk Olbertz, der „Macher“ des Blogscout-Dienstes, ist leider kurz danach zurückgerudert (siehe auch blog.blogscout.de):

Ich hab ein wirklich schlechtes Gewissen, weil ich bei der ersten Veröffentlichung der neuen Blog-Topliste versprochen hatte, den Algorithmus nachzureichen.

Inzwischen habe ich ihn ein paar Leuten erklärt, die allesamt positiv auf das Ergebnis und den Weg dahin reagiert haben. Gleichzeitig haben sie aber auch sehr schnell erkannt, wie er manipuliert werden kann. Und da Blogs schon zu sehr unter Kommentar- und Trackback-Spam zu leiden haben, möchte ich nicht noch eine neue Form des Spams hinzufügen. […]

Im Gegensatz zur momentanen Topliste (welche nach der Umstellung in Form einer Top-Reichenweite-Liste weiter bestehen wird), legt die neue Topliste dabei aber mehr Wert darauf, die Blogs weiter oben zu führen, die tatsächlich auch als Blogs in der Blogosphäre wahrgenommen werden.

Auf Anhieb fällt mir da nur eins ein: Schade, Dirk!

Denn so sehr ich Dirks Leistung rund um diesen Dienst respektiere und bewundere, finde ich diese Entscheidung sehr bedauerlich. Ich würde gerne glauben, dass der Algorithmus diejenigen Blogs bevorzugt, die tatsächlich auch als Blogs wahrgenommen werden. Ich kenne aber auch den Spruch „Glaube nur einer Statistik, die du auch selber gefälscht hast“. Und deshalb ist eine solche Topliste ohne eine transparente Formel ohne jeden Wert, denn ich kann die einzelnen Positionen nicht „überprüfen“.

Über den Wert und die Aussagekraft von „Charts“ lässt sich grundsätzlich lang und ausdauern streiten. Seien es die – auf einer vor allem in den USA eingesetzten Toolbar basierenden – Traffic-Werte von Alexa, oder die gerne auch Blogrolls berücksichtigenden Link-Zahlen bei Technorati – allen gemeinsam ist das Problem, dass man schon den Ausgangszahlen mit größter Vorsicht begegnen sollte.

Sobald man aber mit solchen Zahlen nach einer geheimen Formel „weiterrechnet“, ist jedwede Glaubwürdigkeit meines Erachtens endgültig verspielt. Angesichts der bisher ausgesprochen vielversprechenden Bestrebungen von Dirk, mit Blogscout einen ernstzunehmenden „Wegweiser durch die Blogosphäre“ zu etablieren, stellt diese Entscheidung definitiv einen Rückschritt dar.

Ich bezweifle jedenfalls, dass die „Nicht-Veröffentlichung“ der Formel auf Dauer den gewünschten Schutzeffekt gegen Spam haben wird, der ja scheinbar den Hauptgrund für die Verschwiegenheit darstellt. Und das dahinterstehende Verständnis von „Security by Obscurity“ (siehe auch de.wikipedia.org) hätte ich bei Dirk wohl auch nicht erwartet.

Natürlich hätte mich die Formel interessiert. Aber ich werde es wohl noch gerade schaffen, ohne diese Information durchs Leben zu gehen. Und ich werde auch weiterhin den Dienst nutzen, nicht nur wegen der Auswertungen, sondern weil ich die Idee hinter Blogscout gut finde und bislang nichts vergleichbares im Netz entdeckt habe (und z.B. Seitwert in Sachen Transparenz noch diffuser ist , siehe auch Auswertung für dieses Blog unter www.seitwert.de). Aber der Einsatz einer „obskuren Formel“ ist ein erster Schritt zur Neuorientierung 🙁

Blogscout-Sudoku

von Stefan Evertz am 19.02.07 um 0:24 Uhr | 4 Antworten

Bereits im Dezember hatte Dirk Olbertz damit begonnen, die durch seinen Blog-Besucherzähler (counter.blogscout.de) erhobenen Besucherbewegungen auf der Spielwiese (spielwiese.blogscout.de) transparent zu machen (siehe auch blog.blogscout.de):

Für jedes Blog wird die Anzahl der Clicks, die von einem anderen Blog auf dieses Blog gemacht wurden, die Anzahl der unterschiedlichen Links, die dafür genutzt wurden und die Anzahl der unterschiedlichen Blogs, von denen die Clicks kamen, angezeigt. Das gleiche gilt für die andere Richtung, also wieviele Clicks, zu welchen anderen Blogs gingen. Durch Klick auf das [ + ] vor einer Zeile, werden die Informationen über die einzelnen In- und Out-Blogs nachgeladen, zusammen mit der Information, wieviele Clicks über diese Blogs reinkamen oder rausgingen. Die Gesamtliste der Blogs lässt sich durch Click auf die jeweilige Spalte sortieren. Es wird dabei im Moment immer nur absteigend sortiert (größte Zahlen oben).

Warum ich diese Liste so spannend finde? Weil sich dadurch vielleicht eine neue Möglichkeit gibt, Blogs einzuschätzen und sie zu bewerten. Nicht mehr alleine die Anzahl der Links, die von einem Blog ausgehen, oder die bei einem Blog ankommen, ist relevant, sondern doch auch, wie oft so ein Link-Angebot auch genutzt wird.

Insgesamt war es schon damals eine durchaus interessante Spielerei, auch wenn sich aus diesen Zahlen meines Wissens bisher kein neuer „PageRank“-Algorithmus ergeben hat. Als neuesten Wurf lässt Dirk nun täglich eine Top-Liste errechnen (siehe auch blog.blogscout.de[2]):

Unter spielwiese.blogscout.de[2] wird ab sofort eine Top-Liste von Blogs geführt, die nicht mehr auf der Reichweite eines Blogs basiert. Statt dessen werden die Zahlen der Spielwiese verwendet.

Auf welche Art und Weise die Punkte berechnet werden, will ich erst in den nächsten Tagen veröffentlichen, da ich eine eventuell aufkommende Diskussion erst einmal auf die Liste selbst fokussieren möchte.

Ich muss gestehen, dass ich auf die Formel von Dirks Liste wirklich gespannt bin – eine Diskussion der Ergebnisse ohne die Berechnungsdetails halte ich dagegen für schwierig. Ich wundere mich zwar etwas, dass mein kleines Blog aktuell auf Platz 63 liegt. Aber das wird sich wohl nur durch die Formel klären lassen. Und deshalb werde ich wohl warten müssen, bis Dirk die Formel veröffentlicht – meine Versuche des „Reverse Calculating“ waren jedenfalls bisher erfolglos und erinnerten mich an meine Bemühungen bei schwereren Sudoku-Rätseln 🙁

Auf den ersten Blick sehen die Ergebnisse der mittlerweile auf den letzten 7 Tagen basierenden Liste jedenfalls vielversprechend aus. Das allgewaltige Bildblog liegt nur auf Platz 4 und nicht wie sonst – z.B. in den auf Technorati basierenden Deutschen Blogcharts (www.deutscheblogcharts.de) – auf Platz 1. Ich tippe mal, dass bei Dirks Berechnungen die ausgehenden Links – anders als bei den meisten anderen Zählern bzw. Ranglisten – einen höheren Stellenwert haben – oder wird die gesamte Vernetzung (ein- und ausgehend) berücksichtigt?

Sofern sich jedenfalls die Formel als „belastbar“ herausstellt, könnte somit die erste wirklich ernstzunehmende „BlogRang„-Liste entstehen – wenn da nicht die Tatsache wäre, dass die Zahlen nur auf die etwa 2.100 Blogs anwendbar wären, die Dirks Counter benutzen. Aber was ist schon perfekt 😉

Deutsche Blogcharts mit noch mehr Zahlen

von Stefan Evertz am 08.01.07 um 12:35 Uhr | 2 Antworten

Seit etwa einem Jahr gibt es sie nun, die „Deutschen Blogcharts“ (www.deutscheblogcharts.de), in denen Jens Schröder auf Basis der Daten von technorati.com die meistverlinkten deutschen Blogs auflistet (siehe auch „Neue Charts der deutschen Top 100-Blogs„). Dass es an der Qualität und Sorgfalt der Arbeit von Jens nichts zu rütteln gibt, ist nicht erst seit dem etwas holprigen Kooperationsversuch zwischen Technorati und Edelman offensichtlich (siehe auch Edelman, Technorati und die Blogs„).

Passend zum Jahreswechsel hat Jens nun auch die meistverlinkten Blogs 2006 gekürt ermittelt – erstaunlicherweise hat mein kleines Blog es dort sogar auf Platz 84 geschafft, obwohl es in den aktuellen Charts nicht mehr auftaucht: www.deutscheblogcharts.de[2] (Mehr zur Zählmethode unter www.deutscheblogcharts.de/blog[1])

Ebenfalls erwähnt werden sollten noch die regelmäßig aktualisierten „Top 40 Medien“ (www.deutscheblogcharts.de[3]), in denen die „in Blogs meistverlinkten deutschsprachigen, publizistischen Websites“ zusammengetragen werden (siehe auch www.deutscheblogcharts.de/blog[2]).

Und wer in älteren Ausgaben der Deutschen Blogcharts stöbern möchte, kann dies im Archiv unter http://www.deutscheblogcharts.de[4] tun.

(u.a. via www.lawblog.de)

IT-Begriffe für Aufhörer

von Stefan Evertz am 30.10.06 um 16:59 Uhr | Schreibe eine Antwort

Irgendwie nervt es doch immer wieder: Das geballte Unwissen, das sich im Umgang mit Begriffen aus der IT-Welt offenbart. Da gehört es noch zu den halbwegs amüsanten Randerscheinungen, dass eine gerne gegebene Antwort auf die Frage, welches Betriebssystem im Einsatz sei, wie folgt lautet: Office 2000.

Solche Antworten erhält man aber überwiegend von Personenkreisen, denen der Computer nur als Arbeitswerkzeug dient – und da finde ich es zwar manchmal etwas hinderlich bei einer eventuell erbetenen Unterstützung (neudeutsch: „Support“), aber die betreffenden Personen sollen die Computer nutzen und nicht reparieren können.

Wirklich ärgerlich finde ich den schlampigen Umgang mit IT-Begriffen aber dann, wenn dies bei „Fachjournalisten“ beobachtet werden kann. Stefan Niggemeier korrigiert in seinem Blog unter www.stefan-niggemeier.de/blog einige böse Patzer, die
Peter Rutkowski in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau (www.fr-aktuell.de) unterlaufen sind:

Nun sieht der Bamberger Medienforscher Jan Schmidt in den Blogs ganz und gar keine Bedrohung und rechnet vor: Die erfolgreichste, weil wahrhaftigste und witzigste Seite, www. bildblog .de, hat im Monat 33 500 Zugriffe, zu www. tvblogger .de kommen 11 500 und danach geht es rapide runter.

Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen aus der Liste der TOP 100-Blogs auf blogscout.de stammen – ein Blick auf die Topliste beim „Mitbewerber“ Blogcounter zeigt, dass dort Tvblogger nicht vertreten ist (siehe auch tinyurl.com). Bei beiden Übersichten sind allerdings die entsprechende Spalten klar und deutlich mit „Besucher“ betitelt. Und es wird eigentlich auch deutlich, dass in den Listen jeweils die Werte des Vortags angegeben werden – und nicht des Vormonats. Ansonsten hätte mein kleines Blog nämlich fast soviele Zugriffe Besucher wie das Bildblog 😕

Insofern zeigt sich hier einmal mehr die im Bereich „Zugriffszahlen“ häufig auftretende Begriffsverwirrung. Es gibt zwar mehrere ähnliche Begriffe, die miteinander konkurrieren (Besucher / Visits / Visitors – siehe auch de.wikipedia.org[1] – bzw. Seitenabrufe / PageViews / Impressions -siehe auch de.wikipedia.org[2]). Letztendlich sind aber diese Begriffe zumindest annähernd präzise. Der Begriff „Zugriffe“ passt hier meines Erachtens aber überhaupt nicht – es sei denn, es ginge um die Zahl von Verhaftungen 🙄

Wie schon gesagt, sind solche Verwechslungen bei „Anfängern“ in Ordnung – bei „Fachleuten“ aber nicht. Und irgendwie glaube ich nicht, dass die mangelnde Präzision dem zitierten Jan Schmidt zuzuschreiben ist…

(via blog.blogscout.de)

Nachtrag 17:03 Uhr:
Jan Schmidt berichtet gerade unter www.bamberg-gewinnt.de/wordpress, dass er in der Tat falsch zitiert wurde:

Der FR-Autor hat sich vermutlich auf eine Grafik bezogen, die ich bei Gelegenheit heranziehe, um die Verteilung von Aufmerksamkeit in der Blogosphäre zu veranschaulichen (…). Darin sind die Top 100 der blogscout-Zahlen vom 24.9.2006 aufgelistet, und zwar geranked nach den Visits AN DEM TAG (hab ich auch brav in der Achsenbeschreibung und im Titel angegeben.. 🙂 ).

Die 101 einflussreichsten virtuellen Personen

von Stefan Evertz am 20.10.06 um 8:52 Uhr | Schreibe eine Antwort

Das sind doch mal wirklich sinnvolle Charts, die da Dan Karlan, Allan Lazar und Jeremy Salter in ihrem Buch „The 101 Most Influential People Who Never Lived“ (siehe auch www.amazon.de) zusammengestellt haben. Der Kurzbeschreibung unter www.harpercollins.com zufolge ging es dabei um

fictional trendsetters and world-shakers who have helped shape our culture and our lives

Ich kann nicht genau sagen, ob die unter www.pr-inside.com abgebildete Liste wirklich korrekt ist – der Eindruck drängt sich aber auf (Robert verweist unter www.basicthinking.de/blog auf eine identische Liste). In jedem Fall sind aber definitiv einige Highlights abseits des „Siegerpodestes“ (1. The Marlboro Man, 2. Big Brother, 3. King Arthur, auch bekannt als „König Artus“) dabei 😉

6. Dr. Frankenstein’s Monster
18. Mickey Mouse
35. Citizen Kane
38. Godzilla
43. Barbie
48. G.I. Joe
50. Captain Kirk and Mr. Spock
51. James Bond
66. HAL 9000
84. Buck Rogers
85. Luke Skywalker

Leider nicht geschafft haben es Darth Vader, Agent Fox Moulder, die Maus, Robert T-Online, der Melittamann und Herr Kaiser – die letzten drei aber ganz sicher zu Recht 😈

(via www.popkulturjunkie.de)

Fleißig bloggend in die Top 100?

von Stefan Evertz am 16.10.06 um 22:49 Uhr | 7 Antworten

Die Frage „Wie komme ich in die diversen Ranking-Listen“ dürfte wohl viele Blogger bewegen – zumindest zu Anfang. Insofern ist es durchaus interessant, was Darren Rowse über das Alter der Top 100 Blogs bei Technorati (technorati.com) zusammengetragen hat. Er hat bei 78 Blogs das Alter ermittelt (siehe auch www.problogger.net):

What I found was that those blogs that I was able to get a figure on had an average length (mean) of blogging of 33.8 months.

The median figure was 28 months (ie half the blogs have been going for longer than 28 months and half shorter than 28 months.

At a glance I guess my statement was right – however it’s worth keeping in mind that 16 of the 78 blogs have been going 12 months or less

Daraufhin konnte ich nur sehr kurz dem Verlangen widerstreben, einen vergleichenden Blick auf www.deutscheblogcharts.de zu werfen (Stand vom 11.10.06). Dabei habe ich mich – aus Bequemlichkeit – auf die TOP 30 beschränkt und das Datum des jeweils ersten Blog-Beitrags notiert (sofern erkennbar). Als bekennender „Jungblogger“ (13 Monate) muss ich gestehen, dass ich eventuelle Vorgänger nicht kenne und daher nicht berücksichtigt habe 😳

Und das kam am Ende für die Top 30 heraus:

  • Das Durchschnittsalter der Blogs beträgt 34,2 Monate.
  • Der Median liegt bei 28,5 Monaten.
  • 4 Blogs waren maximal 12 Monate alt – das entspricht 13 % (Technorati Top 100: 20 %)

Ich muss zugeben: Ich war doch überrascht. Wenn ich mich an all die Artikel über die große englischsprachige – und die „kleine deutsche“ Blogosphäre erinnere, hätte ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass – trotz des extremen Größenunterschieds des Sprachraums und der Zahl der verlinkenden Blogs – nahezu gleiche Alterswerte festgestellt werden können.

Und hier noch ein Diagramm der Altersverteilung:
Diagramm 'Altersverteilung TOP 30 Blogs (in Monaten)

Letztendlich sind es aber nur statistische Spielereien, die bestenfalls marginal mit der „Qualität“ eines Blogs zu tun haben – was immer das in diesem Zusammenhang sein mag. Und bei dem zu beobachtenden Lese- und Nutzungsverhalten macht es auch kaum einen Unterschied, ob ein Link vor 3 oder 6 Monaten gesetzt wurde. Einen dauerhaften Nutzen als „Besucherlieferant“ haben solche Charts (und Technorati insgesamt) auch nicht, wie Robert heute nochmals unter www.basicthinking.de/blog festgestellt hat.

Wenn man sich die Zahlen ansieht, gibt es allerdings schon zwei Erkenntnisse für das Bloggen insgesamt – ähnliches hat Darren auch bereits in seinen abschließenden Überlegungen formuliert:

  • Es lohnt sich, die Entwicklung eines Blogs – auch in Sachen „Ranking – geduldig zu beobachten.
  • Es besteht durchaus eine Chance, dass ein Blog auch in „kurzer“ Zeit einen großen Leserkreis findet.

Und wer sich jetzt noch die Blog-Geburtstage für die TOP 30-Blogs ansehen will, kann dies nachfolgend tun. Für eventuelle Korrekturen bitte ich um Rückmeldung per Kommentar.
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Edelman, Technorati und die Blogs

von Stefan Evertz am 15.10.06 um 14:42 Uhr | 2 Antworten

So richtig erfolgreich waren die bisherigen Bemühungen der PR-Agentur Edelman leider nicht, ihren Satelliten in die Blogosphäre zu schießen bzw. sich beim Thema „Blogs“ als Dienstleister zu positionieren. Möglicherweise hängt dies mit einigen Patzern bei der Konstruktion bzw. beim Bau der „Rakete“ zusammen, aber in jedem Fall hat es dazu geführt, dass an mehreren Stellen die angesteuerte Blogosphäre nicht so wollte, wie sie vielleicht sollte…

Stufe 1: Teilnahme an der Blog-Studie
Anfang Oktober flatterten bei den „Spitzenreitern“ der deutschen Blogs (nach Technorati-Werten) eine E-Mail von Edelman ins Haus, die zur Teilnahme an einer kurzen, von Edleman und Technorati veranstalteten Umfrage einlud (siehe auch luebue.blogspot.com; Umfrage unter www.bloggerstudy.com).

Zunächst zuckte ich kurz zusammen, musste ich doch irgendwie an meinen Wunsch zur Robinsonliste denken – auch wenn diese Anfrage wohl ein Grenzfall sein dürfte. Letztendlich fand ich die Anfrage irgendwie überflüssig und hätte eine Einladung zur Teilnahme per Blog wohl sinnvoller gefunden, aber wirklich gestört hat sie mich nicht. Zumindest Patrick (siehe www.werbeblogger.de) und DonAlphonso (siehe www.blogbar.de) ärgerten sich dagegen sehr lautstark über das Vorgehen von Edelman. Und auch wenn wohl nur ein kleiner Teil der kontaktierten Blogger sich lau geärgert hatten (siehe auch luebue.blogspot.com[2]), waren somit erste kleine Risse in der Hülle der ersten Stufe sichtbar.

2. Stufe: Die Top 100 Blogs der deutschen Blogosphäre
Am 10. Oktober wurden dann erste Ergebnisse der Kooperation in Form einer „Top 100“-Liste veröffentlicht (siehe auch luebue.blogspot.com[3] sowie www.micropersuasion.com, wo es auch eine Excel-Tabelle mit weiteren Daten gibt).

Das Echo auf diese Liste war überwiegend negativ. Die Quintessenz der vielfach geäußerten Kritik findet sich in der detaillierten Analyse von Jens Schröder – seit Januar 2006 Betreiber von www.deutscheblogcharts.de – unter www.popkulturjunkie.de.

Nun kann man durchaus geteilter Meinung sein, ob die durch WordPress-Plugins (siehe z.B. sw-guide.de/weblog) oder WordPress-Themes (siehe z.B. www.4null4.de) „verursachten“ Links bei der Auswertung berücksichtigt werden sollten oder nicht. Im Gegensatz zu den ebenfalls in der Edelman-Liste berücksichtigten Links aus der Standard-Blogroll einer neuen WordPress-Installation sind zumindest die Plugin-/Theme-Links auf eine bewußte Entscheidung des jeweiligen Bloggers zurückzuführen. Wenn aber – laut der Auswertung von Jens Schröder – in der Edelman-Liste 34 Blogs fehlen, die in den „Deutschen Blogcharts“ vertreten sind, fängt man endgültig an, an der Qualität der Listen zu zweifeln.

Allmählich verdichteten sich dann die Anzeichen, dass die aufgekommene Kritik im Rahmen der Vorstellung der Blogger-Studie in Frankfurt diskutiert würden. Spätestens jetzt kam auch mir der Gedanke, dass es schon ein sehr merkwürdiger Zufall ist, dass solche Wellen kurz vor einem solchen Termin aufkommen. Und passenderweiser tauchte dann unter blog.franziskript.de eine stimmige Vision über den möglichen PR-Charakter der „schlechten“ Listen auf 😉

Der eigentliche „Round Table“ am 12. Oktober in Frankfurt war dann eher ein mittelmäßiger Höhepunkt der vermuteten PR-Kampagne. Der folgende Ausschnitt zeigt zwar das Aufkommen einer Diskussion, stellt damit aber wohl schon das Highlight der Veranstaltung dar (die gesamte Veranstaltung findet sich als 90-Minuten-Video unter sevenload.de):

[flash]http://sevenload.de/videos/VscU232[/flash]

Die von Felix Schwenzel bereitgestellten Impressionen waren da irgendwie interessanter:

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=GU6Y7cuXCkA[/flash]

Ansonsten bleibt bei der Frankfurter Veranstaltung insgesamt ein schaler Beigeschmack. Auch wenn die Veranstaltung als Video „öffentlich“ gemacht wurde, trugen doch erst die folgenden Artikel der „Augenzeugen“ dazu bei, Rahmen und Verlauf der Veranstaltung wirklich transparent zu machen:

3. Stufe: Edelman und Wal-Mart
Auch wenn diese Kooperation „nur“ den amerikanischen Markt betrifft, scheint es dort gerade richtig zu knirschen, wie Robert unter www.basicthinking.de/blog zusammenfasst:

Ein Bloggerpärchen hatte ein pro Wal-Mart Blog-PRojekt namens Wal-Marting Across America gestartet. Sie reisten mit einem Campingwagen durch die Lande, kampierten auf Wal-Mart Parkplätzen (!) und (foto-)bloggten darüber (Gespräche mit Mitarbeitern, wie wichtig Wal-Mart ist, wieviel Bio-Milch man verkauft etcpp).

Relativ schnell hatte sich allerdings herausgestellt, dass das ganze Projekt wohl „verdeckt“ von WalMart bzw. Edelman finanziert und getragen wurde.

Robert berichtet weiter:

In Technorati kann man schön beobachten, wie die Blogger-Volksseele in den USA (und auch international) hochkocht. Denn der zentrale Vorwurf, wie man ihn fast überall lesen kann, richtet sich nicht gegen Wal-Mart, sondern gegen Edelman, die einerseits Transparenz und Dialog predigen, doch andererseits ist dieses Verständnis scheinbar noch nicht zu allen Mitarbeitern von Edelman durchgedrungen.

Des kleinen Bloggers Fazit
Alles in allem läuft es wohl darauf hinaus, dass möglicherweise bei Edelman in Sachen „Blogs“ noch ein „gewisser Optimierungsbedarf“ besteht. Allerdings finde ich die bei den ersten beiden Stufen zumindest teilweise praktizierte Transparenz durchaus vielversprechend.

Und falls die Kooperation von Edelman und Technorati nur dazu führen sollte, dass die deutsche Blogosphäre stärker bei Technorati berücksichtigt wird (z.B. mit einer deutschen Oberfläche?), wäre das ja auch schon erfreulich… 😕

Wunschzettel 4: Robinson-Liste für Blogs

von Stefan Evertz am 06.09.06 um 7:43 Uhr | 12 Antworten

Wenn ich mir was wünschen könnte, dann hätte ich gerne:

Eine Robinson-Liste für Blogs

Ich würde mich jedenfalls sofort in eine solche Liste (siehe auch de.wikipedia.org) eintragen lassen – in der vagen Hoffnung, dass es jemand interessiert 🙄

Denn sie nerven in zunehmendem Maße, die „lustigen“ kleinen Werbemaßnahmen, die man offenbar ertragen muß, wenn man mit seinem Blog in irgendwelchen „Hitlisten“ bei blogscout.de oder bei www.deutscheblogcharts.de landet.

Dabei ist es mir persönlich egal, ob es dabei um simple Postkarten (siehe z.B. www.werbeblogger.de und den passenden Offline-Trackback unter www.netzausfall.de) oder um irgendwelchen mysteriösen Personen mit Namen „Philipp Retingshof“ (siehe z.B. www.werbeblogger.de[2]) geht. Erfreulicherweise scheint zumindest der Autoschlüssel (siehe z.B. www.donvanone.de) an mir vorbeigegangen zu sein, was einem leider nicht erspart, in diversen Blogs darüber zu lesen.

Und deshalb bleibt es dabei: Bitte führt endlich die Robinson-Liste für Blogs ein. Und dann haltet euch auch daran, ihr lieben Kollegen aus der „Marketing“-Ecke 👿