Schlagwort-Archiv: kommunikation

Handy abschalten

von Stefan Evertz am 20.09.06 um 7:29 Uhr | 2 Antworten

Manche Menschen wissen offensichtlich nicht genau, wann die Nutzung eines Mobiltelefons angezeigt ist – und wann nicht. So erlebe ich es jedenfalls seit diversen Jahren immer wieder und auch immer häufiger – sei es nun in irgendeiner Fußgängerzone dieses Landes, in den Verspätungssammlern der Bahn (aka „Zug“) oder auf der Toilette bei der Messe CeBit in Hannover.

Die folgende Variante, die Störungsquelle abzuschalten, dürfte zwar juristisch als „Sachbeschädigung“ durchgehen, gibt aber durchaus meine Gefühlswelt wieder, wenn ich unfreiwilliger Zeuge banaler mobiler Kommunikation werde…

Also: Nicht nachmachen, aber trotzdem genießen 👿

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=hut3VRL5XRE[/flash]

(via www.basicthinking.de/blog via vowe.net)

Schreiben ist Silber, Lesen ist Gold

von Stefan Evertz am 17.09.06 um 16:57 Uhr | 4 Antworten

Seit vielen Jahren mache ich immer wieder die Beobachtung:

Menschen können offenbar weit besser schreiben als lesen.

Da wären z.B. Blogbesucher, die trotz des Hinweises beim Kontaktformular im Impressum Anfragen schicken, ob ich noch Einladungen für Gmail bzw. Googlemail hätte (Nein, habe ich nicht!). Und bevor jetzt Kommentare kommen, dass das nicht deutlich genug formuliert wäre: Ich habe – auch bei anderen Projekten und in anderen Kontexten – schon so ziemlich alle denkbaren Hinweis-Varianten ausprobiert. Es nutzt nichts. Die Anfragen kamen und werden weiter kommen. Garantiert.

Bemerkenswert finde ich dabei auch die Tatsache, dass sich diese Leser zwar teilweise die Mühe machen, im Formular (unaufgefordert) persönliche Daten zu nennen, aber offenbar nicht darüber nachdenken, ob diese Mühe überhaupt nötig oder sinnvoll ist – und ob ich wirklich so vertrauenswürdig bin, diese Daten nicht zu mißbrauchen. Einem „fremden“ Blogbetreiber würde ich persönlich jedenfalls nicht soviele Vorschuß-Lorbeeren gewähren und in jedem Fall genau lesen, was da so rund um ein solches Formular steht.

Andere Konsequenzen dieses „Nicht-Lesens“ äußern sich darin, dass mir Leser Fragen stellen (z.B. zu Software), die in aller Regel durch das Lesen des Handbuchs bzw. die lesende Recherche der fast immer verfügbaren Support-Foren gelöst werden könnten. Von durchaus ähnlichen Erfahrungen berichtet z.B. Jörg Petermann unter www.einfach-persoenlich.de:

Ein Internet-Besucher war auf eine meiner Seiten gestoßen. Auf der Suche nach Support einer Herstellerfirma hatte er niemand mehr erreicht. Einzig meine Internet-Seite schaute Vertrauen erweckend aus. Soweit der erfreuliche Teil.

Echt kurios mutete seine Bitte an, ihm bei Produkt xxx in der Detailfrage yyy sofort und spontan helfen zu können. Auf die Idee, dass mir dies nicht möglich sein könnte, war der Anrufer gar nicht gekommen. Immerhin habe ich ja eine Website, die sich mit dem Thema beschäftigt.

Neben der Tatsache, dass es offenbar bequemer ist, eine neue Anfrage zu schreiben (oder in Jörgs Fall zum Telefon zu greifen) als vorher die entsprechenden „Nachschlagewerke“ zu nutzen, bestechen dabei auch die Nehmer-Qualitäten der Leser. Genommen wird weit lieber als gegeben – und sei es nur ein kurzes „Dankeschön“ (siehe auch „E-Mails und Kommunikation nach Watzlawick„). Nicht alle handhaben dies so konsequent wie Robert Basic – jedenfalls noch nicht (siehe auch www.basicthinking.de/blog; Artikel zur Zeit leider offline):

Du bekommst eine Mail mit irgendeiner Nachfrage, wie etwas geht. Sei es technisch bezogen oder etwas zum Blogmarketing. Du schreibst artig zurück und es kommt nicht mal ein “Danke” zurück, nicht einmal, wenn ich Depp nochmals hinmaile und frage, ob die Antwort hilfreich bzw. verständlich war. Die Pest! Konsequenz: Man antwortet immer seltener auf solche Anfragen, also zum Leidwesen derer, die wissen, was Höflichkeit bedeutet. Mittlerweile gehe ich bei besonders langen Anfragen dazu über, auf WordPress.de zu verweisen. Da wird einem super geholfen und Dritte haben auch was davon (Nachschlagewerk…).

Auf den wohl deutlichsten Beleg für die menschliche Unfähigkeit, erst zu lesen und erst dann zu schreiben bzw. sich äußern, bin ich allerdings erst in den letzten Tagen gestossen. Im Zusammenhang mit der aufflammenden Kritik aus der islamischen Welt an den Äußerungen des Papstes fand ich folgende Meldung unter www.tagesschau.de:

Der Chef des staatlichen Religionsamtes in der Türkei, Ali Bardakoglu, hat zugegeben, die umstrittene Rede von Papst Benedikt XVI. nicht vollständig gelesen zu haben. Seine scharfe Kritik am Papst habe er auf der Basis von Pressemeldungen über die Äußerungen von Benedikt formuliert, sagte Bardakoglu der Zeitung „Hürriyet“. Nun werde er sich den vollständigen Text aus dem Deutschen übersetzen lassen.

Ich weiß allerdings nicht, ob seine Stellungnahme anders ausgefallen wäre, wenn er sich vorher mit dem Original beschäftigt hätte. Aber das ist ein anderes Thema…

Kommentare, Hausrecht und Zensur

von Stefan Evertz am 01.09.06 um 8:29 Uhr | 7 Antworten

Der Umgang eines Bloginhabers mit den eingehenden Kommentaren dürfte wohl nach wie vor einer der am meisten diskutierten Aspekte der Blogosphäre sein. Egal ob es um das Thema „Spam“ geht (und somit in aller Regel um die effektivste Filterung bzw. Entsorgung) – oder eben um die Rückmeldungen von Lesern bzw. von deren Blogs. Im aktuellen Fall geht es drüben bei Robert unter www.basicthinking.de/blog um den „Streit“ zwischen zwei Fotobloggern, weil Blogger A in seinem Blog Kommentare von Blogger B gelöscht hat (die gelöschten Kommentare finden sich unter www.basicthinking.de/blog[2]).

Eines ärgert mich mittlerweile wirklich an Diskussionen wie diesen: Die schnell aufkommende Unterstellung, es würde Zensur praktiziert. Denn das stimmt meines Erachtens nicht. Die folgenden drei Zitate sind zwar schon „älter“ (Juni 2006), passen aber nach wie vor gut zu diesem zeitlosen Problem.

Patrick Breitenbach stellt im www.werbeblogger.de fest:

So Freunde aus Berlin, es reicht. 3 Jahre hat es nun gedauert bis ich sie auspacken muss. Die sogenannte “Living Room Policy” von Shel Israel. Wir haben hier das Hausrecht, ihr sitzt in unserem Wohnzimmer, in unserem Haus, in unserem Blog. Wir führen hier angeregte Dialoge, Streitgespräche und Meinungsverschiedenheiten mit anderen Menschen. Ja mit Menschen – nicht mit Titeln. Aber eins dulden wir jedenfalls in Zukunft nicht mehr, sich wiederholende, stumpfsinnige und anonyme Beleidigungen. […] Also, letzte Warnung, entweder ihr diskutiert hier einigermaßen normal oder ich muss von unserem Hausrecht Gebrauch machen. Schreibt doch bitte eure eigenen Blogs, in denen ihr in Ruhe andere Menschen bepöbeln könnt. Danke für euer Verständnis.

Auch Martin Röll äußert sich zum Thema „Kommentarmoderation“, wenn auch deutlich drastischer (siehe auch www.roell.net):

Man lösche die Kommentare. Gleich. Ruhe. Idioten gibt es immer. Wenn man denen eine Plattform für anonyme Beleidigungen bietet, wird sie genutzt werden. Böte man sie nicht, müssten sich die Trolle eigene Plattformen suchen oder bauen. Das tun sie normalerweise nicht – es ist zu aufwändig. Und selbst wenn sie es tun: Sie müssen dann erst gefunden werden. Nach Beleidigungen suchen aber nur wenige. Es wird dann viel ruhiger. Mir gefällt das – deshalb moderiere ich meine Kommentare. Man muss das nicht machen: die Idee von „Free Speech“ im eigenen Blog hat durchaus Charme und manchmal entsteht selbst aus den anonymen Beleidigungen noch was Wertvolles. Aber ich kann so besser schlafen. Und mir macht die Diskussion mehr Spaß, wenn nicht immer Trolle reinschreien.

Udo Vetter kommentiert unter www.lawblog.de:

Ich habe nicht behauptet, dass ich der erste bin, der was über das Impressum des BMG schreibt. Ich erhebe auch keine Exklusivitätsansprüche. Andererseits habe ich aber auch keinen Grund, 5700 Google-Treffer auszuwerten und allen Leuten, die vielleicht schon mal was dazu geschrieben haben, die Referenz zu erweisen. Falls also es noch jemand für nötig hält, dumme, meist überhebliche und teilweise sogar beleidigende Sprüche dazu abzusondern, dass dies alles schon mal irgendwo im Netz erwähnt war, wird auch dieser Kommentar gelöscht. Ich sehe keinerlei Grund, dieses Gesülze hier stehenzulassen. Und wer hierüber eine Diskussion beginnen will, startet sie bitte in seinem eigenen Weblog. Ohne Trackback. Ich wünsche rege Anteilnahme.

Ich gehe ebenfalls davon aus, dass ein Bloginhaber jederzeit jeden Inhalt seines Blogs korrigieren oder löschen kann – und zwar ohne Angabe von Gründen. Und dies gilt besonders für die Kommentare. Dabei ist nicht einmal ein vorheriger Hinweis erforderlich, sei es neben dem Kommentarfeld, in eigenen „Kommentarregeln“ oder sonstwo. Es ist vielleicht etwas „netter“, die potentiellen Kommentatoren über bestimmte Rahmenbedingungen zu informieren – nötig ist es aber nicht.

Die einzige Veränderung, die ich für „unzulässig“ halten würde, ist die gezielte Verfälschung bzw. Erweiterung eines Kommentars um Dinge, die der ursprüngliche Absender nicht geschrieben hat. Ein solches „In-den-Mund-Legen“ wäre sicherlich ganz schlechter Stil – und vielleicht sogar strafrechtlich relevant. Aber alles andere liegt in der Hand des Bloggers, ob er nun die Regeln veröffentlicht oder nicht.

Insofern kann ich zwar den Ärger eines Kommentators über eine überreichte „Rote Karte“ durchaus verstehen, wundere mich aber nach wie vor über die mancherorts geforderte Rechtfertigung bzw. Begründung. Denn dies wäre ebenso unberechtigt wie ein Vorwurf der „Zensur“. Denn was der Blogger in seinem „Wohnzimmer“ – sprich: seinem Blog – macht, ist und bleibt seine Sache.

Den Kern des Problems brachte aber Robert schon im Februar 2006 sehr treffend auf den Punkt (siehe auch www.basicthinking.de/blog[3]):

In 100% aller Fälle stellt der Blogautor seine eigenen Regeln auf, wann er Kommentare löscht bzw. gar nicht erst zulässt. Das nennt sich dann Hausrecht.
Mir fällt in Gesprächen und Blogbeiträgen auf, daß man bei Corporate Blogs eine sehr tolerante Kommunikationskultur einfordert. Kritiken sollen zugelassen werden, Beleidigungen nicht (ok, Konsens), Off-Topics möglicherweise auch, das Unternehmen sollte sich idealerweise gar zu jeglicher Kritik seitens der Kunden auf dem eigenen Blog oder in fremden Blog äussern. Wehe, man löscht, moderiert bzw. zensiert Beiträge. Das ist nicht Ausübung des Hausrechts, sondern es heisst dann sofort, das Unternehmen möchte doch eh nur positive Kommentare hören. Unabhängig der Schärfe der Kritik. Sprich, den Unternehmen wird eine höchst tolerante Haltung abverlangt, die man möglicherweise selbst so nie auf dem eigenen Weblog vertritt.

Ein wenig erinnert mich dies an das Phänomen „Straßenverkehr“: Solange ich als Fußgänger unterwegs bin, ärgere ich mich über jeden Autofahrer, der mich am Zebrastreifen zur Seite springen läßt. Sobald ich aber selber im Auto sitze, ärgere ich mich wiederum über den Fußgänger, der – besonders gerne bei Nacht – im Schneckentempo über die Straße spaziert und mich möglicherweise zum Bremsen zwingt, um keine Kühlerfigur zu bekommen. In beiden Fällen wird jeweils die Rücksichtslosigkeit beklagt.

Letztendlich ist es doch ganz einfach: Wenn Blogger und Leser eine unterschiedliche Kommunikationskultur haben, dann wird der Leser eben zum Ex-Leser – und kann seinem Ärger in seinem eigenen Blog Luft machen. Und genau wegen dieser Alternative der Meinungsäußerung ist es meines Erachtens falsch, hier auch nur den Hauch von Zensur zu sehen.

Blog-Spam: Alte Beiträge dichtmachen?

von Stefan Evertz am 24.08.06 um 0:28 Uhr | 8 Antworten

Die regelmäßig eingehenden Spam-Kommentare und Trackbacks dürften jedes Blog früher oder später treffen – und sorgen schnell für große Freude beim Blogbetreiber, wenn man nicht Anti-Spam-Filter wie z.B. Spam Karma 2 (unknowngenius.com) einsetzt. Hier in meinem Blog trudeln täglich etwa 30-40 solcher Kommentare ein, bei anderen (bekannteren) Blogs gehen durchaus 100 Spam-Kommentare und mehr am Tag ein.

In aller Regel sind vor allem ältere Artikel von Spam-Versuchen betroffen, wobei ich hier im Blog immer häufiger beobachte, dass frisch veröffentlichte Artikel nahezu sofort zum Zielobjekt werden (siehe auch www.basicthinking.de/blog).

Mike Schnoor beschreibt nun als mögliche Gegenmaßnahme, ältere Artikel für (neue) Kommentare und Trackbacks zu sperren (siehe auch www.sichelputzer.de):

Ich glaube, das einfachste und meiner Meinung nach schönste Mittel zumindest für WordPress Blogs ist ein manuelles Update der Datenbank. Einfach mal den SQL-Query UPDATE wp_posts SET comment_status = “closed”, ping_status = “closed” where ID < 1000 eingeben, und schon hat man von mehreren duzend Spameinträgen pro Tag endlich ruhe. Anzumerken ist, dass die ID mit dem Wert unter 1000 natürlich nur als Beispiel für diejenige ID entspricht, ab der man alle alten Einträge aushebeln möchte. Und wer interessiert sich denn nun ernsthaft für das Gewäsch von vor drei Monaten, bei dem die Kommentare sowieso jedes Feuer ausgelutscht haben? 😉

Tipp: Man kann dies übrigens auch automatisch durch das Plugin „Auto Shutoff Comments“ (codex.wordpress.org) erledigen lassen.

Mir stellt sich hier allerdings eine durchaus spannende Grundsatzfrage: Ist zu einem alten Beitrag immer schon alles gesagt?

Ausgehend von der Überlegung, dass selbst die Stammleser (mal ganz zu schweigen von den Google-Besuchern) nicht alle alten „Schätzchen“ eines Blogs kennen, entgeht dem Blogger hier durchaus die Gelegenheit, weiteres Feedback, einen Nachtrag oder eine Korrektur zu erhalten – auch wenn der Beitrag eben nicht mehr ganz aktuell ist.

Gerade für neue Leser – ob sie nun von Google oder von einem anderen Blog kommen – dürfte es auch nicht gerade einladend wirken, geschlossene Kommentare vorzufinden. Das Spam-Problem, dass für das „abweisende“ Auftreten gesorgt hat, wird dabei nur den wenigsten bekannt sein.

Insofern habe ich mich dazu entschlossen, bis auf weiteres die älteren Artikel offen zu lassen – jedenfalls solange „Spam Karma“ weiter so erfolgreich filtert und mein Blog dabei nicht in den Überlastungs-Abgrund zieht. 🙄

Update 24.08.06, 10:37 Uhr:
Mike hat mittlerweile „nachgelegt“. Unter www.sichelputzer.de[2] beschreibt er einige kleine Anpassungen an WordPress, mit denen dann für altere Artikel zumindest die Kommentarmöglichkeit für (registrierte) Stammleser bestehen bleibt.

Cold Calls: Auch eine Lösung?

von Stefan Evertz am 19.08.06 um 0:52 Uhr | 3 Antworten

Das Thema „Cold Calls“ (unverlangte Werbeanrufe, siehe auch de.wikipedia.org) geistert zur Zeit rumpelnd durch die Blogosphäre. Die kommunikativen Kapriolen, die da zum Teil in den Kommentaren geschlagen werden, sind dabei fast noch spannender als die vereinzelt diskutierten „rechtlichen“ Gegenmaßnahmen (siehe die beiden „Auslöser“ bei wirres.net und www.lawblog.de sowie weitere Anmerkungen bei www.basicthinking.de/blog, www.mein-parteibuch.de und fx3.org/blog). Inwieweit der eigentliche Initator die Geister, die er rief, vielleicht selber erst richtig befreit und aufgestachelt hat, mag jeder selber nach der Lektüre der Diskussionen entscheiden.

Grundsätzlich gibt es aber vielleicht noch eine andere nichtjuristische Variante, sich zwar etwas mühsamer, aber durchaus nachhaltig aus den Verteilern einzelner Vertriebler zu katapultieren. Das ganze wäre an „Scambaiting“ angelehnt, bei dem die Versender von sog. Scam-Mails (E-Mails mit betrügerischer Absicht, siehe auch de.wikipedia.org[2]) selber an der Nase herumgeführt werden (siehe auch den älteren, aber weiterhin aktuellen Artikel von Mario Sixtus unter www.sixtus.net)

Jens Scholz berichtet passenderweise von einem durchaus vergleichbaren Problem, das ihm vor 10 Jahren widerfuhr, als er eine „neue“ Telefonnummer bekam – die vorher zu einer Arztpraxis gehörte. Insbesondere die ältere Klientel des Mediziners bescherte ihm so manchen „Cold Call“, währenddessen die Praxis sich nicht interessiert zeigte, ihren Patienten die veränderte Telefonnummer deutlicher zu kommunizieren.

Und dann hatte er die rettende Idee (siehe auch www.jensscholz.com):

Geändert hat sich das erst, als ich beschloss, daß eigentlich nicht ich allein es sein sollte, der genervt wird und angefangen habe, mit den Anrufern Termine auszumachen. Normalerweise Donnerstag morgens um acht, was dann offenbar dazu führte, daß sich jeden Donnerstag mehrere ungeplante Termine im Wartezimmer tummelten. Innerhalb von wenigen Wochen jedenfalls gab es nicht einen verirrten Anrufer mehr.

Viele der anrufenden Vertriebler wollen ja nur eins: Einen Termin. Und den sollen sie nun auch bekommen. Aber aus „organisatorischen“ Gründen könnte man ja mit einer passenden Ausrede in ein Cafe seiner Wahl ausweichen. Die eklige Gaststätte um die Ecke, in die man selber aus Gesundheitsgründen nie einen Fuß setzen würde, geht natürlich auch.

Allein die reine Vorstellung, dass idealerweise gleich mehrere Vertreter dieser häufig nervenden Spezies im gleichen Raum sitzen und – vergeblich – auf das Christkind warten, erwärmt mir das Herz. Und ich bin mir sicher, dass die Botschaft ankommt 😈

So, jetzt könnt ihr wieder anrufen, wenn ihr euch traut. Und vielleicht klappt es ja auch mit einem Termin…

E-Mails und Kommunikation nach Watzlawick

von Stefan Evertz am 08.08.06 um 12:55 Uhr | 8 Antworten

Als ich irgendwann Anfang der 90er das erste Mal mit dem ersten Axiom von Paul Watzlawick zu tun hatte („Du kannst nicht nicht kommunizieren“, siehe auch de.wikipedia.org), kam ich schnell zu der Einschätzung, dass diese „Regel“ nicht für Anrufbeantworter gilt. Denn jeder von uns hat schon einmal neben dem AB gestanden und gehört, wer da denn anruft – und je nachdem nahm man das Gespräch doch noch an oder eben nicht. Mit diesem Wissen im Hinterkopf konnte und kann so der Anrufer nie ganz sicher sein, ob der „Empfänger“ seines Anrufs nicht da ist oder einfach nicht mit ihm sprechen will.

Als dann 1994 bei mir die E-Mail als neues Kommunikationsmittel aufkam, musste ich irgendwann einräumen, das die Kommunikation per E-Mail möglicherweise eine weitere Ausnahme dieses Axioms darstellen könnte. Trotz aller (abschaltbaren) Lese- und Empfangsbestätigungen konnte man sich nie sicher sein, ob die Nachricht auch angekommen war. Auch die häufig beobachtete „Unfähigkeit“ mancher Benutzer, ihren Posteingang (und / oder ihren Arbeitsalltag) sinnvoll zu organisieren, mag dazu führen, dass irgendwie die Rückmeldung unter den Tisch fällt. Das „krasseste“ Beispiel hierfür dürfte wohl der Netscape Messenger-Posteingang einer Sekretärin an der Uni Essen gewesen sein, in dem etwa 5.000 E-Mails lagen – natürlich auch nicht per Backup gesichert… 🙄

Wirklich sicher über den vermuteten „Ausnahme-Charakter“ der E-Mail-Kommunikation wurde ich mir aber erst im letzten Jahr – mit Beginn des Bloggens. Schnell begann neben der „Kommentar-Kommunikation“ auch der Austausch per E-Mail mit anderen Bloggern und Website-Betreibern. Schließlich muß man nicht jeden Gedanken per Kommentar ins Netz blasen – gerade bei Anregungen oder Korrekturen ist meines Erachtens die E-Mail immer noch der „persönlichere“ und je nachdem auch weniger „aggressive“ Weg.

In vielen Fällen führten diese E-Mails zu guten persönlichen und häufig auch sehr konstruktiven Kontakten. Ohne die mailende Unterstützung aus verschiedenen Teilen des Landes z.B. wäre hier im Blog der Wechsel zu WordPress weitaus hakeliger geworden (übrigens: Danke, Thomas und Patrick!). Es gibt aber diverse „Fälle“, in denen auf E-Mails – „verlangt“ oder unverlangt – leider keine Rückmeldung folgte.

Nun kann man argumentieren: Warum ärgerst du dich, wenn du auf deinen „Spam“ keine Antwort erhältst? Und genau das ist das Eigenartige: Mehr als einmal habe ich erlebt, dass auf einen Hinweis oder eine Fehlermeldung prompt reagiert wurde – z.B. durch eine entsprechende Korrektur im Blog. Das ist wohl eine der Eigenheiten der Blogosphäre, dass jede kleine Veränderung technischer oder inhaltlicher Art sofort sichtbar ist. Aber warum reicht es dann nicht auch für eine Rückmeldung an mich – von einem „Danke“ mal abgesehen?

Und schon sind wir wieder beim Anrufbeantworter und der Frage, ob sich der Empfänger einer solchen E-Mail nicht mit mir austauschen kann – oder es nicht will. Und somit wäre auch für diesen Kommunikationskanal die Annahme von Watzlawick widerlegt. Schade eigentlich 🙁

Kennenlern-Stöckchen

von Stefan Evertz am 26.07.06 um 19:34 Uhr | 7 Antworten

Robert hat mich – kurz nach meinem allerersten Stöckchen von Patrick (mehr zum Thema „Stöckchen“ siehe de.wikipedia.org) – mit einem zweiten Stöckchen beworfen (siehe www.basicthinking.de/blog). Nach einer „strukturbedingten“ Verzögerung habe ich mich nun entschlossen, zum zweiten und letzten Mal ein Stöckchen aufzuheben – hauptsächlich deshalb, weil ich vor allem die erste Frage seit dem Start dieses Blogs spannend und unlösbar zugleich finde.

Ein weiterer, durchaus interessanter Aspekt ist die vom Blog „Dons Tag“ ausgehende Idee, die Verbreitung des Stöckchens über einen „Stöckchentracker“ zu erfassen bzw. zu dokumentieren (siehe auch www.donvanone.de[1]; den Tracker gibt es unter www.donvanone.de[2]). Ein wenig erinnert diese Idee an das (nicht unumstrittene) „ping“-Feature in Firefox, das die Möglichkeit bieten soll, beim Anklicken eines Links ein „Ping“ an eine andere Adresse zu schicken. Auch wenn ich eine solche Funktion im Surf-Alltag schon aus Datenschutzgründen für grenzwertig halte, wäre es bei den „Link-Orgien“ innerhalb der Blogosphäre sicherlich manchmal hilfreich, die ursprüngliche Quelle identifizieren zu können. Aber das ist ein anderes Thema – nun zu den Fragen:

Warum bloggst du?
Spontan würde ich sagen: Weil es mir (immer noch) Spaß macht. Ich finde es nach wie vor schwierig, einen einzelnen konkreten Grund für die Bloggerei zu finden. Bei genauerer Betrachtung fallen mir aber zumindest verschiedene „Motivationen“ ein, die zu einem Blog-Artikel geführt haben:

  • Staunen (Interessante Dinge, die ich anderen nicht vorenthalten will)
  • Wissen teilen (Informationen und Erfahrungen, die anderen vielleicht weiterhelfen könnten)
  • Lachen (Amüsante Dinge)
  • Meckern (Dinge, die mich ärgern oder frustrieren)
  • Kommunizieren (Austausch und Vernetzung mit anderen)

Ursprünglich entstand das Blog aus dem Wunsch nach einer eigenen, gut strukturierten „Knowledge Base“, in der ich die diversen Fundstücke, Gedanken und Adressen bündeln wollte. Ein Blog scheint mir hier nach wie vor der beste Weg zu sein – an der „Struktur“ arbeite ich noch, auch wenn die „Tags“ (siehe auch „Hilfe„) schon mal ein guter Anfang sind 😉

Seit wann bloggst du?
Seit August 2005 – immer unter der gleichen Domain, aber mit unterschiedlichem „Motor“. Erst kam Serendipity (www.s9y.org) und wurde nach einem Ressourcenproblem (und aus Neugier) im Oktober 2005 durch b2evolution (b2evolution.net) abgelöst. Beglückt durch eine zunehmende Spamfülle kam dann im Mai der Wechsel zu WordPress (wordpress.org).

Eigentlich war dieses Blog als ein Gemeinschaftswerk gedacht und Evy hat auch eine ganze Weile mitgeschrieben. Aber mittlerweile haben doch meine Artikel „ein wenig“ die Oberhand gewonnen, so dass das Blog wohl irgendwann ganz zu meinem eigenen werden wird.

Selbstportrait?
Da ich im Zeichnen noch ziemlich viel Optimierungspotential habe, erspare ich euch meine Versuche 🙄 Stattdessen sei auf ein Bild meines Sohnes verwiesen, in dem ja – statistisch gesehen – etwa 50 % von mir wiederzufinden sind 😉

Warum lesen deine Leser deinen Blog?
Eine spannende Frage, auf die mir spontan nur „42“ als Antwort einfällt. Vielleicht gefällt meinen Lesern, worüber oder wie ich schreibe. Vielleicht liegt es auch an den „persönlichen“ Kontakten zu Lesern, die sie wiederkommen lassen. Ich weiß es nicht. Auch nach einem (knappen) Jahr bin ich jedenfalls immer noch erstaunt und erfreut, dass es überhaupt jemand interessiert, was ich hier schreibe und treibe.

Aber vielleicht ist das ja auch eine Gelegenheit: Wenn ihr mir verraten wollt, warum ihr hier mitlest, findet ihr das Kommentarformular unten auf dieser Seite 😉

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?
„abschied wm 2006 download“ (Da wollte ich gaaanz aktuell sein – und habe es dann erstmal verschwitzt :roll:)

Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Ich würde sagen, dass dies vor allem für die „Meckerbeiträge“ gilt. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, der sich über manche Auswüchse der Fernsehwerbung ärgert. Die manchmal etwas karge Resonanz ändert jedenfalls nichts an der „reinigenden“ Wirkung solcher Artikel 😉

Dein aktueller Lieblings-Blog?
Nach wie vor das Blog von Robert Basic (Basic Thinking Blog), weil ich dort seit meinen allerersten „Blog-Schritten“ viele Dinge finde, die mich interessieren und über die ich im Zweifelsfall selber bloggen würde (und auch schon gebloggt habe). Und auch die Mischung aus ernsten und weniger ernsten Dingen gefällt mir – anders wäre die durchschnittliche tägliche Beitragsflut wohl auch kaum zu verkraften 😉

Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?
Als letztes: Roberts „Nachhaker“ (siehe auch www.basicthinking.de/blog[2]). Der Begriff „Lesen“ passt aber insgesamt weniger als das „Scannen“ des Feedreaders mit den etwa 150 Feeds. Im Kern dürften es aber so etwa 30-40 Blogs sein, die ich intensiver „im Blick“ habe. Das erinnert mich daran, dass ich schon länger eine erweiterte „Blogroll“ zusammenstellen wollte – aber man muß ja noch Ziele haben 😕

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
Da dieses Stöckchen schon seit zwei Tagen fliegt, haben zahlreiche potentielle Empfänger schon zugegriffen 🙁 Deshalb werfe ich das Stöckchen an die folgenden Blogger weiter, auch wenn ich mir gerade nicht sicher bin, ob sie Zeit und Lust haben, es zu fangen 🙄

Und jetzt versuche ich mich mal an dem Stöckchentracker 😉

My top five social media tools

von Stefan Evertz am 21.07.06 um 8:14 Uhr | 4 Antworten

Nachdem Patrick (Breitenbach) mir über www.werbeblogger.de mein erstes Blog-Stöckchen zugeworfen hat, werde ich es brav aufheben und meine Top 5 der „social media tools“ auflisten. Ähnlich wie Björn unter www.formsache-blog.de verzichte ich auf den Versuch, diesen Begriff exakt zu definieren und verweise lieber auf einen der früheren Stöckchenwerfer, Drew Benvie, bei dem man unter theblogconsultancy.typepad.com/techpr diverse Beispiele nachlesen kann.

  1. WordPress (wordpress.org)
    Was soll man zum „Marktführer“ in Sachen Blog-Software sagen? Neben der großen Entwicklergemeinde und einer fast schon unübersichtlich großen Zahl an Erweiterungen und Plugins gefallen mir vor allem die sinnvollen Grundfunktionen. Den Wechsel zu WordPress vor zwei Monaten habe ich jedenfalls bis heute nicht bereut – ganz im Gegenteil 😉
  2. Omea Reader (www.jetbrains.com)
    Seit etwa einem halben Jahr benutze ich den leistungsfähigen Feedreader – und bin nach wie vor sehr zufrieden mit den umfangreichen Filter- und Anzeigemöglichkeiten. Und solange ich die Software noch nicht in einem eigenen Artikel würdigen konnte, empfehle ich einfach mal den Kurztest von Robert unter www.basicthinking.de/blog.
  3. Technorati (www.technorati.com)
    Das „Inhaltsverzeichnis“ der Blogosphäre; trotz chronischer „Ressourcenprobleme“ (siehe auch Artikel zu „Technorati„) nach wie vor die erste Adresse zur Recherche zu einzelnen Themen bzw. Blogs.
  4. Co.mments (co.mments.com)
    Hilfreich, um bei neuen Kommentaren bzw. Diskussionen in den diversen Blogs am Ball zu bleiben; klappt zwar (noch) nicht mit jeder Blog-Software, dafür spart man sich einen Riesenwust von abonnierten Kommentar-Feeds.
  5. Del.icio.us (del.icio.us)
    Neben dem Hauptzweck („Social Bookmarks“) bei mir vor allem als systemübergreifendes Tool zur Speicherung (und Synchronisierung) der Firefox-Lesezeichen im Einsatz. In Kombination mit den entsprechenden Erweiterungen kann man sich so gut andere „heikle“ Abgleich-Wege sparen (siehe auch „Datenschutz ade: Google Browser Sync für Firefox„).

Zum guten Schluß schmeiße ich das Stöckchen weiter an Mike (www.sichelputzer.de), BloggingTom (bloggingtom.ch), Patrick (Kempf, blog.patrickkempf.de), Vladimir (www.perun.net) und Knut (www.kk-works.de). Hoffentlich geht es nicht hitzebedingt im Flug in Rauch auf 😉

Konsumterror: Keine Gegenfrage

von Stefan Evertz am 15.06.06 um 14:40 Uhr | 1 Antwort

In insgesamt vier Spots für McDonalds wird die gelegentlich etwas nervige Kommunikation am „Tresen“ gekonnt auf die Schippe genommen. Die Spots stammen wohl bereits aus 2004, haben aber nichts an ihrer Treffsicherheit verloren 😉

http://sevenload.de/videos/7XnT7or

Dazu passt dann wohl gut das folgende T-Shirt (gefunden bei binblog.de):

T-Shirt 'Keine Karte - Keine Punkte'

Und das T-Shirt kann dann auch gleich bei www.spreadshirt.net bestellt werden. Aber ob es wirklich hilft… 😈

(via gumia.de)