Schlagwort-Archiv: software

Blogs zu Nokia / S60 / Mobile

von Stefan Evertz am 17.06.09 um 9:10 Uhr | 2 Antworten

E71 Keypad
Lizenz: Creative Commons License Photo: Andrew Currie
Als Ergänzung zu meinen Notizen und Tipps aus der „Nokia / S60-Session vom BarCampCologne3“ habe ich nachfolgend noch einige Blogs aus meinem Feedreader zusammengesucht (Blogliste als OPML-Datei für euren Feedreader), die sich mit Nokia, speziell dem E71, Symbian S60 und / oder insgesamt mit mobilen Themen beschäftigen.

Vielleicht ist ja was für euch dabei. Und wenn euch da noch Blogs fehlen, freue ich mich wie immer über Hinweise via Kommentar 😉

BCC3: Notizen zur Nokia / S60-Session

von Stefan Evertz am 10.06.09 um 11:47 Uhr | 16 Antworten

Barcamp Cologne 3 Im Rahmen des BarCampCologne3 am letzten Wochenende kam im Laufe des ersten Tages im Gespräch mit Dieter Scholt (@zoomer49) die Idee auf, am Sonntag eine Session zum Thema Nokia / S60-Anwendungen zu machen – Leitfrage: „Welche Anwendungen nutzt ihr denn so?“. Denn was die ganzen iPhone-Nasen können, können wir Nokia-Benutzer schon lange 😉

Interessant ist übrigens, wie weit verbreitet das Nokia E71 mittlerweile ist. Bei den neueren Nokia-Modellen schien es mir vor Ort in Köln „das meiste Handy“ zu sein – beim Ausklang im Kääzmanns am Sonntag abend haben wir zwischenzeitlich 5 oder sogar 6 Nokia E71 an einem Tisch gezählt 🙂

Bei der Session konnte ich dann jedenfalls ein wenig improvisieren – neben einer TXT-Datei (mit vergrößertem Schriftgrad, damit es alle lesen können) für Notizen spielte dabei die im Asus 1000H eingebaute Webcam (und der Beamer im Session-Raum) eine tragende Rolle – eine Art virtueller Lupe sozusagen 😉

Die Eindrücke vom Handy-Display hätten zwar sicherlich deutlich schärfer sein können, aber zumindest konnten die Session-Teilnehmer einen ungefähren Eindruck von dem bekommen, was ich auf dem Handy gerade gezeigt habe.

Nokia-S60 Session mit Webcam als Lupe
(Bild mit freundlicher Genehmigung von re.fugee)

Und hier nun die versprochene Liste – wie angekündigt habe ich die vor Ort hastig zusammengetippte Liste etwas gruppiert, zum Teil kommentiert und um weitere Tools ergänzt. Ich würde mich über Hinweise auf weitere Anwendungen und Tools sehr freuen – einfach unten per Kommentar ergänzen!

Weiterlesen

Opera-Update nicht vergessen

von Stefan Evertz am 09.01.07 um 8:02 Uhr | Schreibe eine Antwort

Bereits vor drei Wochen wurde die neueste Version des Browsers Opera (9.10, Download unter www.opera.com) veröffentlicht. Und eigentlich sah es auch eher nach einem „kosmetischen Update“ aus (siehe auch www.golem.de):

Der norwegische Browser Opera ist in der Version 9.1 erschienen und wartet nun unter anderem mit einem datenbankbasierten Phishing-Schutz auf, der Nutzer in Echtzeit vor betrügerischen Webseiten schützen soll.

Und auch bei www.heise.de klang es harmlos:

Neben diversen Bugfixes enthält Opera 9.10 einen überarbeiteten Phishing-Schutz. Ist dieser aktiviert, sendet er die URLs der besuchten Sites an einen Opera-Server, der sie mit einer Datenbank von bekannten Phishing-Sites abgleicht. Ist die Site dort verzeichnet, blockiert Opera den Zugriff.

Allerdings hat offenbar Opera auch stillschweigend zwei durchaus heikle Fehler behoben (siehe auch www.golem.de[2]:

Wie erst jetzt bekannt wurde, korrigiert der aktuelle Browser zwei Sicherheitslücken. Beide Sicherheitslecks können von Angreifern zum Ausführen von Programmcode missbraucht werden. Während das eine Sicherheitsloch bei der Anzeige von jpeg-Bildern zuschlägt, tritt das andere bei der Darstellung von SVG-Daten auf.

Eine detailliertere Darstellung der Fehler findet sich unter www.heise.de[2], während leider im Changelog unter www.opera.com[2] (englisch) bis heute kein Hinweis auf die beiden durchaus kritischen Fehler zu finden ist.

Wer also Opera noch nicht aktualisiert hat, sollte dies zeitnah tun. Und es lohnt sich offenbar, den Browser regelmäßig nach Updates suchen zu lassen. Dies ist scheinbar auch deshalb nötig, da sich dies nicht automatisieren läßt – oder habe ich einfach die entsprechende Option nicht gefunden?

Quantenhopser: Internet Explorer 7 ist da (Update)

von Stefan Evertz am 20.10.06 um 23:58 Uhr | 5 Antworten

Seit gestern ist er nun also da: Der Internet Explorer 7 („IE7“). www.heise.de schreibt:

Zwanzig Monate und drei Tage nach Bill Gates‘ Ankündigung des Internet Explorer 7 haben die Microsoft-Entwickler ihre Arbeit an dem Browser abgeschlossen […]

Derzeit gibt es nur die englische Version, Ausgaben in anderen Landessprachen, darunter eine deutschsprachige Version, werden in den nächsten Tagen und Wochen folgen.

Irgendwie schade, dass die Übersetzer offenbar erst jetzt loslegen dürfen – aber zurück zum „neuen“ Browser. Zwei „neue“ Funktionen sind auf jeden Fall erwähnenswert, da sie der Microsoft-Browser bisher noch nicht hatte:

Erfreulicherweise hat man sich nun auch bei Microsoft der „Macht des T“ gebeugt: Die Tastenkombination „Strg + T“ öffnet jetzt ein neues Tab im Browser. Und auch in Sachen „Symbol für die RSS-Feeds“ hat man ja ähnlich wie Opera den „Firefox-Weg“ gewählt (siehe auch „Opera 9 ist da (Update)„).

Unter www.ieaddons.com gibt es diverse Add-Ons für den Internet-Explorer. Für Bloglines-Benutzer gibt es übrigens ebenfalls ein Add-On (www.ieaddons.com[2]), das das Abonnieren eines RSS-Feeds „mit einem einzigen Click “ ermöglichen soll (gefunden bei www.cio-weblog.de).

Eine kurze Vorstellung der neuen Funktionen findet sich unter www.schreiblogade.de, während unter www.pixelgraphix.de gleich ein ganzer Stapel vertiefender Links zusammengetragen wurde.

Microsoft wäre aber nicht Microsoft, wenn nicht wenige Stunden nach der Veröffentlichung des IE7 die erste Sicherheitslücke aufgetaucht wäre (siehe www.golem.de):

Der Internet Explorer 7 verarbeitet URLs mit „mhtml:“-URI nicht korrekt, so dass Angreifer Einblick in fremde Daten erhalten können, berichten die Sicherheitsspezialisten von Secunia. […]

Vielleicht nutzt Microsoft die Möglichkeit, den Fehler in der deutschen Version des Browsers zu beheben, da der deutschsprachige Internet Explorer 7 erst in zwei bis drei Wochen erscheinen wird.

Nun ja, da bin ich irgendwie skeptisch 😕

Und auch die Reaktion auf die gemeldete Sicherheitslücke kommt einem bekannt vor (siehe www.golem.de[2]):

In dem zugehörigen Blog-Eintrag zu dem Thema weist Microsoft darauf hin, dass das Sicherheitsloch technisch gesehen nicht im Internet Explorer 7 stecke, sondern ein Fehler in Outlook Express sei. Auch wenn das für den Hersteller aus technischer Sicht einen Unterschied macht, ändert sich für den Nutzer nichts an dem Problem.

Faktisch lassen sich Angriffe über das Sicherheitsloch im Internet Explorer 7 ausführen, so dass der Besuch von Webseiten auch mit der neuen Version von Microsofts Browser ein Risiko bedeutet. […]

Ein Patch für Windows XP ist in Arbeit, heißt es aus Redmond.

Wer aber schon jetzt den Test wagen will, kann die die Installationsdatei (Dateigröße: ca 14,8 MB ) unter www.microsoft.com herunterladen – zurzeit allerdings eben nur die englische Version.

Bisher ist das Herunterladen übrigens noch „freiwillig“; ab Anfang November wird dann Microsoft den Browser allen Benutzern von Windows XP als automatisches Update auf die Rechner schieben (Hinweise, wie man das verhindern kann, finden sich unter www.heise.de[2]).

Erfreulich ist jedenfalls trotz allem, dass der IE7 zumindest so stabil läuft, dass er den PC bisher nicht in den Abgrund gerissen hat 🙄

(u.a. via www.golem.de[3])

Update 29.10.06, 21:04 Uhr:
Mit einem leisen Schmunzeln habe ich zur Kenntnis genommen, dass eine gute Woche nach der Veröffentlichung des Browsers eine weitere Sicherheitslücke aufgedeckt wurde (Details im Bericht unter www.golem.de[4]). Da werden wir wohl nicht mehr lange warten müssen, bis die Liste der IE7-Macken wieder länger ist als die Liste der neuen Funktionen 😕

Petition gegen Wahlcomputer

von Stefan Evertz am 20.10.06 um 12:30 Uhr | 4 Antworten

Was an dem „guten alten“ Stimmzettel falsch sein soll, erschließt sich mir bis heute nicht. Wenn man auch nur der geringste Zweifel am Ergebnis einer Wahl hat, geht man in den Keller, holt die Stimmzettel und zählt einfach nochmal. Und selbst bei den „Lochkarten“ in Florida, die 2000 bei den US-Präsidentschaftswahlen für spannende Momente sorgten (siehe auch www.wahlrecht.de), bestand zumindest eine gewiße Chance, das Stimmverhalten nachträglich zu prüfen.

Seit einiger Zeit verfolge ich daher mit wachsender Sorge die aktuelle Entwicklung in Sachen „Wahlcomputer“ (eine lesenswerte Zusammenfassung findet sich übrigens bei DonDahlmann unter don.antville.org). Und auch die vom Chaos Computer Club vorgelegte, vernichtende Analyse der Wahlcomputer der Firma Nedap (siehe auch www.ccc.de) trug nicht zu meiner Beruhigung bei.

Insofern kann ich nur sehr nachdrücklich an alle Leser appellieren, sich an der aktuell stattfinden Petition zur „ersatzlose Streichung des § 35 Bundeswahlgesetz (Stimmabgabe mit Wählgeräten)“ zu beteiligen – wenn euch euer Stimmrecht lieb ist:

Online-Petition: itc.napier.ac.uk

Und ja: Es handelt sich um die offizielle „Adresse“ des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages… 😕

Der Chaos Computer Club bring es abschließend unter www.ccc.de[2] auf den Punkt:

Die faktische Nichtüberprüfbarkeit der Auszählung einer Computerwahl durch den Bürger verletzt die fundamentalen Grundsätze der Demokratie in Deutschland und muss daher unterbunden werden. Einzig eine Wahl mit Zettel und Stift kann von normalen Bürgern mit einfachen Mitteln überprüft werden. Die DDR-Oppositionsbewegung hat dies im Mai 1989 eindrucksvoll bewiesen.

In den letzten 24 Stunden sind übrigens mehr als 2.000 neue Unterzeichner hinzugekommen (aktueller Stand 12:29 Uhr: 3.015 Personen), aber auch dort gilt: Jede Stimme zählt!

(u.a. via www.golem.de, www.golem.de[2])

Copernic Desktop Search 2.01 – auch in deutsch

von Stefan Evertz am 19.10.06 um 22:42 Uhr | 2 Antworten

Logo Copernic Desktop Search Kurz nachdem im September mein Dauer-Favorit in Sachen Desktopsuche (Copernic Desktop Search, siehe auch „Copernic Desktop Search – Herr der Daten-Massen„) das bereits im April absehbare Update auf die Version 2.0 bekommen hatte, wurde am 13. Oktober die Version 2.01 nachgelegt – leider alles nur in Englisch. Heute wurde nun auch die deutsche Version bereitgestellt – schön, dass der letzte Woche vom Support genannte Zeitrahmen stimmte 😉

Die aktuelle Version 2.01 kann unter www.copernic.com in deutsch (sowie in englisch, französisch und spanisch) heruntergeladen werden (Dateigröße: 4,4 MB) .

Laut der Übersicht unter www.copernic.com[2] soll zum einen die Geschwindigkeit signifikant verbessert worden sein, wobei mir dies nicht besonders aufgefallen ist – schnell war die lokale Suchmaschine schon vorher. Spannender finde ich da die nun neu integrierten Elemente, die für eine weitere Verbesserung der Suchergebnissen sorgen:

  • Tippfehler bei Suchbegriffen können über die „smart query correction“ verringert werden („Meinen Sie“).
  • Unter „Eigene Suchen“ können abgespeicherte Suchabfragen mit einem Klick aufgerufen werden.
  • Über den Suchoperator „near“ kann nach Begriffen gesucht werden, die nahe beieinander stehen.

Alles in allem also weiterhin das beste Tool, wenn es um die lokale Suche von Dateien aller Art geht 😀

Ressourcenfresser Opera: Version 9.0.2 ist da (Update)

von Stefan Evertz am 21.09.06 um 23:37 Uhr | 5 Antworten

Heute wurde für den Browser Opera die Version 9.0.2 veröffentlicht. Wie unter www.golem.de zu lesen ist, sind dabei allerdings keine bahnbrechenden neuen Funktionen zu erwarten:

Mit Opera 9.02 wird ein Sicherheitsloch in dem Browser geschlossen und die neue Version bringt einige Fehlerkorrekturen. So wurde Hand an die Rendering-Engine gelegt, so dass Webseiten fehlerfrei dargestellt werden sollten.

Der Browser kann unter www.opera.com heruntergeladen werden; dort gibt es für deutschsprachige Nutzer auch die „International-Version“. Details zu den Änderungen an Opera gibt es im “Changelog” unter www.opera.com[2] (englisch).

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings weiterhin: Die bereits unter „Opera 9 ist da (Update)“ beschriebenen Ressourcenprobleme sorgen nach wie vor bei meinem Windows-Rechner für eine umgehende Auslastung der CPU – so kann ich erfreulicherweise jederzeit durch den Start von Opera überprüfen, ob der Prozessor-Lüfter noch funktioniert… 😕

Update 22.09.06, 17:58 Uhr:
Nachdem zwei Kommentatoren berichteten, dass bei ihnen Opera völlig friedlich funktionieren würde, wurde ich doch nachdenklich. Ob die diversen Updates (seit der Version 7.X) vielleicht doch irgendwelche schädlichen Reste hinterlassen hatten? Kurz entschlossen habe ich Opera komplett deinstalliert und dann neu installiert. Und siehe da: Jetzt läuft er – und der Prozessor-Lüfter hat Pause.

Insofern ziehe ich hiermit meine Kritik am Ressourcenhunger von Opera zurück, auch wenn ich mich wundere, dass dieses Problem erst mit der Version 9.0 augenfällig wurde. Aber so sind sie halt, unsere Computer 🙄

Firefox / Thunderbird: 1.5.0.7 veröffentlicht

von Stefan Evertz am 16.09.06 um 7:44 Uhr | 1 Antwort

Vorgestern wurde sowohl für den Browser Firefox als auch für das E-Mail-Programm Thunderbird ein Update auf die Version 1.5.0.7 veröffentlicht. Bei beiden Anwendungen sollen vor allem Sicherheitslücken geschlossen werden. Die Updates sind über die automatische Update-Funktion (Hilfe / Firefox aktualisieren bzw. Thunderbird aktualisieren) oder unter www.firefox-browser.de bzw. www.thunderbird-mail.de verfügbar.

Weitere (englischsprachige) Informationen zu den erfolgten Änderungen gibt es unter www.mozilla.org[1] (Firefox) und www.mozilla.org[2] (Thunderbird).

(via www.heise.de, www.golem.de)

Spamihilator: Filter mit Potential

von Stefan Evertz am 08.09.06 um 9:20 Uhr | 4 Antworten

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits über die Traffic-Konsequenzen von E-Mail-Spam und ein mögliches Gegenmittel, den Spam-Filter „Spamihilator“ (www.spamihilator.com, Windows), berichtet habe, habe ich (mit einer „jungfräulichen“ Installation des Filters ) weiter getestet und gemessen – und bin weiterhin angetan von der Software. Und nebenbei habe ich noch ein stetige Zunahme der Spam-Mengen festgestellt (im Juli +23%, im August +37%) bei einem bisherigen Höchstwert von etwa 5.600 Spam-Mails im August.

Wie die nachfolgende Auswertung über einen Zeitraum von drei Monaten zeigt, ist die Lern- bzw. Erfolgskurve des Filters mehr als vielversprechend:

Erkennungsrate Spamihilator

Während im ersten Monat bereits 79% des Spams erkannt wurde, stieg die Erkennungsrate im zweiten Monat auf knapp 90 % und hat sich im dritten Monat bei gut 95% eingependelt. Und um den verbleibenden Rest kümmern sich dann gerne die Spam-Filter meiner E-Mail-Clients 😈

Wer also mit den bisherigen Spam-Erkennungsraten seines E-Mail-Programms unzufrieden ist, für den könnte sich ein Blick auf Spamihilator lohnen 😉

Rechtsfragen 4: Was ist jetzt mit VirtualDub?

von Stefan Evertz am 18.08.06 um 9:09 Uhr | 4 Antworten

Gestern mittag stutzte ich bei einer Meldung auf www.golem.de:

Ein offenbar nach weiteren Einnahmequellen suchender deutscher Webdesigner mahnt gerade aus Tschechien Webseiten-Betreiber ab, welche die etwa seit dem Jahr 2000 bekannte freie Video-Editing-Anwendung VirtualDub verlinken bzw. nennen. Auffällig ist dabei der geringe geforderte Schadensersatz, dass das Schreiben nicht von einem Anwalt kommt und die Wortmarke erst seit Ende Mai 2006 angemeldet ist.

Ein Beispiel der Abmahnung findet sich übrigens unter www.computerbase.de.

Irgendwie fühlte ich mich da ein wenig an die rechtlichen Querelen rund um die umstrittene Wortmarke „Explorer“ erinnert, die stets zu Ungunsten des damaligen „Markeninhabers“ verliefen (siehe z.B. www.heise.de im Jahr 2000):

Die Firma Symicron hat erneut einen Prozess um die Benutzung des Namens „Explorer“ verloren. Symicron hatte den Berliner Provider Speedlink abgemahnt, weil dieser auf seinen Webseiten einen Link zu dem Programm „FTP-Explorer“ anbot. Das Landgericht Berlin sah darin keine Verletzung der „Explorer“-Wortmarke von Symicron.

Eine durchaus sinnvoll klingende Empfehlung zum weiteren Vorgehen fand ich dann unter www.mein-parteibuch.de:

Im Gegensatz zu Golem empfehle ich jedoch nicht unbedingt die Einschaltung eines Anwaltes zur Abwehr der Forderung. Wenn Herr Kliemen nämlich leider nicht zum Ersatz der Kosten in der Lage sein sollte, dann bleiben die Empfänger des Briefes auf den Kosten für den Anwalt sitzen und haben erst durch die Beauftragung des Anwaltes einen tatsächlichen finanziellen Schaden. Ein freundliches Schreiben an Herrn Kliemen, dass man nicht gedenkt, sich abzocken zu lassen, und nun auf eine Entschuldigung von Herrn Kliemen wartet und Wiedergutmachung für den Ärger verlangt, dürfte meines Erachtens vollkommend ausreichend sein, um den Anspruch abzuwehren.

Einige Stunden später kam dann über www.golem.de[2] die „Entwarnung“ auf Basis einer Einschätzung zweier Berliner Rechtsanwälte:

Denn „VirtualDub“ ist ein seit Jahren bekanntes freies Programm zum Aufnehmen und Bearbeiten von Videos. Spätestens seit der „PowerPoint“-Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 24. April 1997 stehe fest, dass Computerprogramme dem Werktitelschutz unterliegen. Das bedeute, dass der Titel eines Computerprogrammes als solcher (ohne weitere Eintragung) einen Titelschutz genießt.
[…]
„So wird Herr Kliemen seinen Kuraufenthalt in Karlsbad wohl selbst bezahlen müssen und nicht die Fangemeinde der freien Videobearbeitungssoftware“, so die Anwälte. „Als Tipp für diese(!) Abmahnung kann nur geraten werden, die Unterlassungserklärung nicht zu unterzeichnen und Herrn Kliemen die Freiheit zu lassen, sein vermeintliches Recht gerichtlich durchzusetzen. Sollte allerdings eine einstweilige Verfügung gegen einen Seitenbetreiber ergehen, ist auf jeden Fall dagegen vorzugehen, unter den oben genannten Bedingungen dürfte dies erfolgreich sein.“

Gestern abend war dann aber unter www.lawblog.de eine etwas andere Einschätzung von Dominik Boecker zu lesen:

Die Konstellation ist also für die Betroffenen leider nicht so einfach und so risikolos, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Gerichte sind an die Markeneintragung auch im Falle einer bösgläubigen Eintragung gebunden. Man erinnere sich nur an die diversen “Explorer”-Verfahren, die viele Leute eine Stange Geld gekostet haben. Ich kann mir auch jetzt (bedauerlicherweise) vorstellen, dass Virtualdub eine Menge Geld von Personen kosten wird, die lediglich die Homepage von Avery Lee verlinkt haben. So einfach kann also nicht Entwarnung gegeben werden.

Zum einen scheint sich wieder mal die alte Weisheit zu bestätigen: Frage zwei „Experten“ und du bekommst zwei Meinungen 🙁

Und zum anderen frage ich mich natürlich: Welche Einschätzung stimmt denn nun?

Ich hoffe jedenfalls, dass die von Golem verbreitete Einschätzung die „richtige“ ist – und das nicht nur im Interesse der abgemahnten Webseitenbetreiber…:evil:

Nachtrag 22.08.06, 23:30 Uhr:
Nachzutragen ist noch eine weitere Einschätzung, die am 18.08.06 bei www.heise.de zu lesen war:

Der auf Markenrecht spezialisierte Rechtsanwalt Martin Jaschinski aus der Berliner Kanzlei JBB Rechtsanwälte sagte auf Anfrage von heise online, es spreche einiges dafür, dass es sich hier um eine so genannte „böswillige Markenanmeldung“ handle. Deshalb könne jedermann mit Aussicht auf Erfolg beim DPMA einen Antrag auf Löschung der Wortmarke aus dem DPMA-Register stellen. Zudem genieße der Hersteller der Software „Virtual Dub“ aller Voraussicht nach für den Softwarenamen auch in Deutschland einen so genannten „Werktitelschutz“, der älter und damit höher priorisiert sei. Treffe dies zu, sei eine vom Hersteller gewollte Verlinkung auf dessen Website unproblematisch.

„Die Empfänger von solchen Abmahnungen sollten sich entspannt zurücklehnen. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass der Markeninhaber in dem einen oder anderen Fall zunächst eine einstweilige Verfügung erwirkt. Falls er auf Widerstand trifft, wird er aber auf Dauer mit seiner Masche höchstwahrscheinlich keinen Erfolg haben. Wer lieber aktiv werden will, kann auch mit Gegenabmahnung und Androhung einer negativen Feststellungsklage reagieren“, erläuterte Jaschinski. Völlig unklar sei auch, welcher Schaden durch die Verlinkung der Virtual-Dub-Homepage entstanden sein könne. Aus der Abmahnung gehe das nicht hervor. Vielmehr wirke der geltend gemachte Schaden als völlig „aus der Luft gegriffen“.

Ansonsten hat Dominic Boecker (Autor des oben zitierten Artikels im lawblog) per Kommentar verdeutlicht, dass seine Überlegungen „auch kein Grund zur zu großen Sorge“ sein sollten.

Ich habe da jedenfalls weiterhin „Restzweifel“ und hoffe jetzt einfach mal, dass diese Posse in Kürze mit einem „Hat sich erledigt!“ abgeschlossen werden kann.