Bis vor kurzem ist die neueste Eruption in Sachen „Verschwörungstheorien zum 11. September“ weiträumig an mir vorbeigezogen. Erst durch einen Artikel bei www.spiegel.de wurde ich auf den Film „Loose Change“ aufmerksam, der über 80 Minuten hinweg den Nachweis versucht, die „amerikanische Regierung“ habe die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon quasi inszeniert, um so einen schnellen und umfassenden Ausbau des amerikanischen Militär- und Sicherheitsapparats zu ermöglichen.
Den Film kann man sich mit deutschen Untertiteln nachfolgend ansehen (Weitere Informationen unter www.loosechange911.com):
Auch wenn ich mir noch nicht den gesamten Film ansehen konnte, sind schon die bisher gesehenen Bilder sehr überzeugend. Gleichzeitig zeigt sich daran leider auch die enorme Macht solcher Bilder, die durchaus auch eine manipulative (oder besser „suggestive“) Wirkung haben können – Michael Moores „Fahrenheit 911“ ist hierfür ein überzeugender oder vielleicht auch abschreckender Beleg.
Und auch wenn besagtes „Ziel“ definitiv erreicht wurde, wie die jüngere Vergangenheit – nicht nur in Afganistan und im Irak – zeigt, sollte der Zuschauer gegenüber den Beweisen (Bildern, Videos und Zeugenaussagen) skeptisch bleiben, die zur Bestätigung dieser Verschwörungstheorien herangezogen werden – und auch gegenüber den daraus gezogenen Schlüssen. Denn es gibt auch zahlreiche Analysen, die sehr detailliert diverse sachliche Fehler im Film aufzeigen (siehe z.B. www.werboom.de).
Das Kernproblem solcher Verschwörungstheorien, die Vertrauenswürdigkeit der (staatlichen) Quellen, läßt sich gut an einer Aussage verdeutlichen („Punkt 1740“ in der vorgenannten Analyse):
„Wenn die Regierung ein für alle Male beweisen möchte, daß Flug 77 ins Pentagon geflogen ist, müsste sie nur eines dieser Videobänder veröffentlichen.“
Wenn auf den Bändern NICHTS zu sehen ist, was für alle Bänder anzunehmen ist, lässt sich herzlich wenig damit beweisen. Erscheint es nicht einigermaßen lächerlich, ein Video zu veröffentlichen, daß NICHTS zeigt? Derartig belangloses kann zudem im Dutzend nachträglich produziert werden, wenn man von einer Verschwörung ausgeht. Also denken Sie über IHRE Reaktion nach, wenn Sie ein 08/15 CCTV-Video sehen, daß vom FBI extra veröffentlicht wird und NICHTS zeigt….
Ausgehend von der These, dass der amerikanische Regierungsapparat ohnehin nur die Fakten manipuliert oder gar zensiert, besteht keine Möglichkeit, diese These zu widerlegen. Denn jede Aussage der Regierungsbehörden könnte dann ja ohnehin nur manipulierenden oder dementierenden Charakter haben.
Und so bleibt am Ende nur die Erkenntnis:
Bleibe skeptisch – und die Wahrheit ist irgendwo da draußen 😕
Update 09.09.06, 10:24 Uhr:
Bereits seit dem 17. August gibt es einen „Recut“ des Videos, wie der Macher Dylan Avery unter loosechange911.blogspot.com schreibt:
The 2nd Edition. Again. We’ve corrected a bunch of stuff, taken some stuff out, and left some things in.
Skeptics are still going to hate it, but hey, at least they get to write a whole new Viewer Guide.
Eine Liste der vorgenommen Änderungen habe ich leider nicht gefunden. Auf die Schnelle fiel mir nur ein vorangestellter „Disclaimer“ des Machers sowie die längere Laufzeit auf (89 statt bisher 81 Minuten).
Nachfolgend also die überarbeitete Fassung (wieder mit deutschen Untertiteln):
[flash]http://video.google.de/videoplay?docid=-7859909765349743827[/flash]

