Archiv des Autors: Stefan Evertz

Endlich ein PottCamp: BarCampRuhr im März

von Stefan Evertz am 20.11.07 um 8:27 Uhr | 10 Antworten

Nach diversen Reisen in die ganze Republik dürfen wir also nun auch mal hier im Ruhrgebiet campen – und das sogar quasi vor meiner Haustür 😉 Kathrin Grannemann hat gestern die ersten Details des BarCampRuhr bekanntgegeben (siehe auch polaroidmemories.de).

Zur Zeit ist übrigens noch seeehr viel Platz auf der Sponsorenliste – Interessenten können sich gerne an „barcamp(at)polaroidmemories.de“ wenden 😉

Wir sehen uns im März hier in Essen?

Aufwändigeres Update auf WordPress 2.3

von Stefan Evertz am 28.10.07 um 14:32 Uhr | 12 Antworten

Nun läuft also auch hier die Version 2.3 von WordPress – und es hat sich doch einiges unter der Haube getan (siehe auch blog.wordpress-deutschland.org). Leider gibt es dabei auch Veränderungen, die durchaus grenzwertig sind. Drei problematische Änderungen – inklusive Lösungsansatz – will ich nachfolgend kurzvorstellen.

Tagging
Bisher war hier im Blog mit „Ultimate Tag Warrior“ ein eigenes Plugin fürs Tagging („Verschlagwortung“) der Artikel im Einsatz. Da WordPress ab dieser Version auch selber „taggen“ kann (und es wohl auch zu Konflikten mit den „externen“ Tagging-Plugins kam), war also eine Umstellung unvermeidlich. Der Import der vorhandenen Tags klappte problemlos (über „Verwaltung / Import“), bevor dann der wirklich spannende Teil kam: Die Integration ins Theme.

Während die Basis-Funktionalität (Anzeige der Tags je Artikel / Anzeige aller Tags in Form einer Tag-Cloud) ohne größere Probleme mit den neuen „Bordmitteln“ von WordPress realisierbar war (siehe auch deutsche Dokumentation unter doku.wordpress-deutschland.org), fehlte mir ein komfortables Werkzeug für die Tag-Verwaltung beim Schreiben eines Artikels – und da rede ich noch gar nicht vom spannenden „Type ahead“-Feature des „Simple Tagging“-Plugins. Wesentlich wichtiger (und mein Hauptgrund für die Nutzung von Tags) war aber die Funktion (des bisherigen Tagging-Plugins), die anhand der vorhandenen Tags „Ähnliche Artikel“ auflisten konnte – und leider gibt es bisher bei WordPress auch diese Funktion noch nicht.

Für die Nutzung der Tags „wie bisher“ bin ich dann auf die folgenden Plugins gestossen, die die vorgenannten Probleme gelöst haben. Eine Funktion zur „Verwaltung“ (und Löschung!) vorhandener Tags steht aber leider noch aus:

Neue Quelle für eingehende Links („Tellerrand“)
Stillschweigend hat man bei WordPress die bisherige Quelle für die Anzeige der „Eingehenden Links“ gewechselt. Anstelle des bisher abgefragten (und gelegentlich etwas überlasteten) Dienstes Technorati greift man nun auf die Daten der Google-Blogsuche zurück. Die Google-Daten haben allerdings den kleinen Makel, dass sie gerne auch mal interne Links anzeigen und somit wenig hilfreich sind.

Wer nun wie bisher Technorati nutzen möchte, kann die Änderungen entweder per Hand vornehmen (Beschreibung unter www.fixmbr.de) oder aber das Plugin „Nusuni Technorati Links WordPress Plugin„verwenden (hier im Einsatz).

Update-Funktion
Die neu eingeführte Update-Funktion prüft, welche der Plugins mittlerweile in einer neueren Version vorliegen. Auch wenn der Abgleich nur mit der (wachsenden) Plugin-Datenbank auf wordpress.org stattfindet, erhält man so bei immer mehr Plugins schnell den Update-Hinweis, ohne jeweils einzeln nachsehen zu müssen. Ärgerlich ist dabei die Tatsache, dass hier zahlreiche Informationen übertragen werden, die für die Prüfung der Plugin-Versionen nicht erforderlich ist (z.B. Blog-URL und Versionsnummern nicht aktivierter Plugins; siehe auch www.tamagothi.de) – und das alles, ohne dass der jeweilige Blogbetreiber je das „Herausposaunen“ dieser Daten veranlasst hätte.

Ich gebe zu, im Zuge des Updates war die Update-Option sehr hilfreich und die Zahl der veralteten Plugins erschreckend groß 😳 Aber das ändert nichts daran, dass ich die nicht erforderlichen Daten auch nicht preisgeben muss bzw. möchte.

Insofern dürfte für paranoide Datenschutz-interessierte WordPress-Nutzer das Plugin „Filosofo’s Tinfoil-Hat Plugin“ interessant sein, das dieses Problem löst und die übertragenen Daten anonymisiert.

Fazit
Abgesehen von den drei genannten Problembereichen lief das Update übrigens problemlos – jedenfalls soweit mir bisher bekannt ist – und es gab auch keine nennenswerten Probleme mit älteren Plugins. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass WordPress etwas schneller geworden ist – was aber auch am verabschiedeten „Monster“ UTW liegen könnte 🙄

(Plugins gefunden u.a. via www.endl.de/weblog und www.silkester.de/blog)

Kulinaris Card 2008

von Stefan Evertz am 28.10.07 um 3:48 Uhr | 8 Antworten

Mittlerweile nutzen wir die Kulinaris-Card (www.kulinaris-card.de) schon im dritten Jahr und bekommen bei ausgewählten Restaurants zwei Hauptgerichte zum Preis eines Hauptgerichtes. Seit unserem Familienzuwachs im letzten Sommer hat die Ausgeh-Frequenz zwar überraschenderweise abgenommen, aber die Investition hat sich sowohl im letzten als auch in diesem Jahr „gelohnt“ – normalerweise spätestens nach dem zweiten Restaurant-Besuch.

Erfreulicherweise bietet auch die Liste der 30 Essener Restaurants für 2008 (www.kulinaris-card.de[2]) wieder ausreichend Gelegenheit zum vergünstigten Abendessen. Einige der Restaurants steuern wir ohnehin immer wieder mal an, bei anderen sorgt die Kulinaris-Card für die ausschlaggebende Senkung der Preise.

Wir werden es wohl auch dieses Jahr nicht schaffen, die Rabatt-Karte bis aufs letzte auszureizen – unsere diesjährigen (9) Gründe für den Erwerb der Karte (EUR 16,90) lauten jedenfalls:

  • Restaurant RHODOS
  • Casa Della Pasta
  • Restaurant & Hotel Am Kreuz
  • Restaurant „Am Kamin“ – für unsere obligatorisches Gänseessen einmal im Jahr 😉
  • El Sombrero (Restaurante Mexicano)
  • Restaurant Hügoloss
  • Bootshaus Ruhreck
  • Restaurant KEMER
  • China – Restaurant Mayflower

Wenn ich das richtig gesehen habe, ist die Kulinaris Card 2008 für Regionen aus den folgenden Bundesländern verfügbar – vielleicht ist ja etwas für den einen oder anderen Leser dabei:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Bremen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein

BarCampBerlin2: Noch eine Woche

von Stefan Evertz am 27.10.07 um 16:48 Uhr | Schreibe eine Antwort

Logo BarCampBerlin2

In einer Woche wird es soweit sein: Das zweite Berliner BarCamp findet statt. Informationen und Anmeldemöglichkeit gibt es unter barcampberlin2.mixxt.de.

Alles in allem dürfte es wohl das bisher größte BarCamp im deutschsprachigen Raum (oder gar in Europa?) werden – aktuell werden 350 Teilnehmer sowie 54 Nachrücker im Wiki aufgelistet. Hinzu kommen 65 „internationale“ Teilnehmer (40 davon aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland).

Da Gerüchten zufolge die Teilnehmerzahl noch weiter aufgestockt werden kann bzw. soll, könnten wohl noch mehr als die 414 gemeldeten Personen in den Genuss der Unkonferenz kommen – selbst angesichts der erfahrungsgemäß in der nächsten Woche zu erwartenden Absagen dürften also mindestens 400 Personen barcampen. Und für Kurzentschlossene wird wahrscheinlich auch ein Platz auf der Nachrücker-Liste letztendlich noch zur Teilnahme reichen – im Zweifelsfall gilt also: Anmelden!

Ich freue mich jedenfalls darauf, auch vor Ort zu sein und bin schon sehr gespannt – auf viele alte bekannte und neue Gesichter und auch, ob ein BarCamp in einer solchen Größenordnung überhaupt noch funktionieren kann. Und Zeit für eine weitere SocialCamp-Session wird wohl auch sein 😉

Krankheit to go

von Stefan Evertz am 16.10.07 um 17:19 Uhr | 1 Antwort

Zwischendurch ein kurzer Schnäuzer ins virtuelle Taschentuch: Ob das, was mich da seit ein paar Tagen flachlegt, eine heftige Erkältung oder ein grippaler Infekt ist, mag die Nachwelt klären. Sicher ist jedenfalls, dass sich auch in den nächsten Tagen hier im Blog nicht wirklich viel tun wird.

In Sachen „SocialCamp“ klackert zwar auch weiterhin im Hintergrund ab und zu eine Morsetaste, aber der nächste wichtige Meilenstein – eine eigene Website (inklusive Blog) – wird wohl doch erst Anfang nächster Woche erreicht werden. In Ergänzung zum SocialCamp-Account bei twitter.com gibt es aber jetzt zumindest auch schon mal einen Jaiku-Account (socialcamp.jaiku.com).

Insofern gilt: Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt …

SocialCamp – ein zweiter Stein

von Stefan Evertz am 08.10.07 um 14:52 Uhr | 27 Antworten

Im Rahmen des BarCamp Cologne im August wurde ein erster Stein ausgeworfen: Es war die Idee eines „NGO-Camps“ entstanden, wie Patrick damals im Werbeblogger berichtete (www.werbeblogger.de):

Überhaupt waren die persönlichen Gespräche mit Abstand wieder einmal das interessanteste auf dem Barcamp und es formiert sich daraus auch langsam ein neues Projekt, das NGO-Camp.

Mit Achim, der im Studentennetz von Amnesty International aktiv ist, planen wir (Stefan hat auch Interesse bekundet) demnächst eine Art WineCamp bzw. NGO-Camp, welche speziell für Non-Profit-Organisationen ausgerichtet sind. Ziel ist es Kommunikatoren, Web-Techies, Verantwortliche von NGOs etc. zu einem freien Austausch einzuladen, allerdings mit vorab skizzierten Aufgabenstellungen. So könnte man beispielsweise über ein zentrales Social Network für NGOs nachdenken oder andere Formen erarbeiten, wie man NGOs bzw. gemeinnützige Vereine und Verbände besser im Web 2.0 positionieren kann. Sicherlich eine ganz spannende Veranstaltung, wobei mir es wichtig ist, dass dort weniger schwadroniert, sondern tatsächlich viel mehr zielorientiert gearbeitet wird. Wer Interesse daran hat, kann sich gerne vorab bei uns per Mail melden. Insbesondere suchen wir Leute in Berlin (da sitzen wohl die meisten NGOs), die uns bei der Organisation vor Ort helfen würden oder vielleicht sogar schon passende Räumlichkeiten wüssten.

Der Stein warf dann auch erste Wellen und die Idee fand ihren Weg in die „offizielle“ BarCamp-Liste drüben bei Henning (siehe auch www.kriegs-recht.de). Mittlerweile haben Patrick und ich uns weitere Gedanken gemacht, die ich gestern im Rahmen einer Session beim BarCamp Munich mit der folgenden Präsentation vorgestellt habe:

Medium: www.slideshare.net
Link: www.slideshare.net

Die 12 Teilnehmer meiner Session zur mittlerweile von uns „SocialCamp“ genannten Veranstaltung haben viel spannenden Input gegeben (Danke!), denn ich aber noch ein bisschen sortieren muss. Grundsätzlich scheinen wir jedenfalls in der „richtigen“ Richtung unterwegs zu sein. Einige weitere Anmerkungen waren:

  • NGOs an das Konzept heranführen (Videos vom BarCamp Cologne, zu BarCamps einladen)
  • Netzwerk-Multiplikatoren aktivieren, die andere NGOs ins Boot holen
  • Teilnehmerbeitrag („Pfand“) von 20 EUR
  • die „normalen“ Kanäle reichen nicht (oder twittern NGOs?) – es ist zusätzliche externe Kommunikation erforderlich
  • einen Teil der Plätze für NGO-Teilnehmer freihalten

Wir sind weiterhin auf der Suche nach aktiven Mitstreitern – und wir beissen nicht 😉 Meine Kontaktdaten (bei Xing und den diversen IM) findet ihr im Impressum, die von Patrick (Breitenbach) drüben im Werbeblogger-Impressum unter www.werbeblogger.de[2].

Als nächstes werden wir nun eine Plattform für die weitere Vernetzung und Vorbereitung aufsetzen – mehr dazu spätestens Anfang nächster Woche hier im Blog, drüben bei Patrick und natürlich auch per Twitter (twitter.com). Und das von Patrick gestaltete Logo findet ihr übrigens bei de.sevenload.com.

Nachtrag 09.10.07, 08:51:
Es freut mich bzw. uns, dass die Idee eines SocialCamps offensichtlich nicht nur uns interessiert 😉 Gerne kann die obige Präsentation (und das Logo) auch in anderen Blogs und Websites eingebunden werden – dafür ist sie letztendlich gedacht. Auch die eingegangenen E-Mails geben Anlass zur Hoffnung, dass wir nicht alleine beim SocialCamp sitzen werden. Um die Anfragen besser koordinieren zu können, würde ich mich freuen, wenn Sie / Ihr mich direkt über Xing als Kontakt hinzufügt (www.xing.com) und im Text kurz auf das SocialCamp hinweist. Wir melden uns dann umgehend, sobald es etwas neues gibt.

Free Burma!

von Stefan Evertz am 04.10.07 um 0:01 Uhr | 1 Antwort

Free Burma!

www.free-burma.org[2]:

Blog- und Website Betreiber aus aller Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Burma vor. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympathie bekunden. Diese Blogger haben vor, am 4. Oktober 2007 ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text „Free Burma!“.

Gerade ist der „Tag der deutschen Einheit“ zu Ende gegangen. Diesen Feiertag hätte es ohne die friedliche „Revolution“ vor fast 18 Jahren nicht gegeben. Der Widerstand der Menschen in Myanmar (oder auch Burma oder Birma, siehe auch de.wikipedia.org), scheint brutal gebrochen worden zu sein – und dennoch gibt es immer noch einen kleinen Funken Hoffnung…

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

von Stefan Evertz am 13.09.07 um 9:08 Uhr | 4 Antworten

Ich glaube es immer noch nicht so ganz, aber die Bordkarten beweisen es: Wir haben richtigen Urlaub gemacht. Es war zwar „nur“ eine Woche, dafür haben wir zwei es nach zwei Jahren endlich wieder mal geschafft, das Rote Meer „von innen“ zu betrachten. Wir haben zwar nur 10 Tauchgänge absolvieren können, aber auch diesmal hatten wir ein schönes Zusammentreffen mit den lustigen Tieren mit dem Loch im Kopf 😀 Und da ich diesmal komplett aufs Knipsen verzichtet habe, sei hier ein älteres Delfin-Foto verlinkt.

Es war sehr schön, alte Freunde zu treffen und neue Menschen kennenzulernen – an dieser Stelle stellvertretende „Schöne Grüße“ nach Bremen, an die Zugspitze, in den Essener Norden und natürlich nach Hurghada 😉

So langsam läuft hier jedenfalls nach einer internetfreien Woche wieder der Alltag an – 3.000 Spam-Mails und (im WordPress-Backoffice) etwa 250 Spam-Kommentare löschen, WordPress auf die neue Version 2.2.3 aktualisieren (siehe auch blog.wordpress-deutschland.org) und im Feedreader knapp 1.800 Einträge lesen (bzw. als gelesen markieren).

Und zumindest jetzt hält noch die entspannte Haltung an, die ich immer wieder gerne aus Ägypten mitnehme. Dort beobachte ich nämlich sehr häufig, dass sich Ägypter bei irgendwelchen Pannen oder Problemen nicht ärgern, sondern mit einem schlichten „mallesh“ (=“Schicksal“) einfach weitermachen. Eine Haltung, die definitiv gesünder ist, als die hierzulande praktizierte Methode, sich auch über Kleinigkeiten bis zur Weißglut aufzuregen. Denn wenn der Zug Verspätung hat, ändere ich nichts daran, wenn ich mich darüber ärgere. Und auch wenn ich manchmal den Eindruck habe, dass am Nil aus eigenen Fehlern nicht gelernt wird (und das erneute Auftreten eines Fehlers lediglich mit einem erneuten „mallesh“ quittiert wird), hat die Grundhaltung durchaus Potential 😉

Ich hoffe jedenfalls, dass ich mit dem „ägytischen Weg“ vor allem in den nächsten Wochen und Monaten mehr als sonst den Blick fürs Wesentliche behalte und mich nicht an Kleinigkeiten aufreibe. Und mit ein bisschen Glück kommt hier auch wieder Leben ins Blog.

Ich weiß zwar noch nicht, wann es mit dem nächsten (Ägypten-)Urlaub klappt, aber ich freue mich schon jetzt darauf 😆

Ciao Blogscout – Danke Dirk (Update 1-2)

von Stefan Evertz am 28.08.07 um 7:52 Uhr | Schreibe eine Antwort

Dirk Olbertz hat heute bekanntgegeben, dass er – quasi mit sofortiger Wirkung – seinen kostenlosen Dienst Blogscout schließen wird (siehe blog.blogscout.de):

Warum dieser Schritt? Ich wollte mit Blogscout einen Wegweiser für die Blogosphäre schaffen. Diesem Anspruch kann ich aber nicht ansatzweise gerecht werden. Die breite Masse – oder auch “Longtail” – ist entweder gar nicht bei Blogscout vertreten, oder ist unterrepräsentiert.

Durch die Erfahrungen, die ich bei Blogcensus.de gemacht habe, glaube ich inzwischen, dass ein Dienst, der nur darauf basiert angemeldete Blogs zu erfassen und auszuwerten, dem Anspruch eines Wegweisers durch die Blogosphäre nicht gerecht werden kann.

Ich möchte außerdem den Blogbetreibern, die wirklich meinen, dass Quantität die Qualität aussticht und mit aller Macht versuchen, SEO mit Blogs machen zu wollen, keine Unterstützung bieten – sei sie auch noch so klein. Ich glaube nicht, dass Blogscout so wichtig ist, dass es als Ziel einer Optimierung gesehen wird, aber durch die Arbeitsweise von Blogscout ist es eben anfällig dafür.

Wenn ich richtig gerechnet habe, habe ich den Blogscout-Counter seit dem 28. Dezember 2005 im Einsatz – kurz nachdem der Dienst Blogcounter eindrucksvoll bewiesen hatte, dass man bei allem, was „kostenlos“ ist, immer sehr genau hinsehen sollte (siehe auch „Auf Nimmerwiedersehen, Blogcounter (Update)„, „Blogcounter: Nichts dazugelernt? (Update)„). Den Schritt zur Nutzung – und Unterstützung – des „Projekts“ von Dirk hingegen habe ich bis heute nicht bereut. Daran konnten auch gelegentliche Störungen nichts ändern, die einfach passieren können und von Dirk immer schnellstmöglich behoben und auch kommuniziert wurden.

Ich möchte Dirk auf diesem Wege von Herzen danken. Es war ein engagiertes und spannendes Projekt – und mir es hat Spaß gemacht, über 600 Tage lang die Weiterentwicklung des Projekts zu begleiten. Ich würde mir wünschen, dass auch Dirk angesichts (oder trotz) des zu vermutenden Aufwands (Entwicklung / Support) seine Freude am Projekt hatte, auch wenn das Gesamtziel offenbar nicht erreicht wurde.

Neben dem reinen Zählen von Besucher- und Seitenabruf-Zahlen sind dabei viele weitere vielversprechende Ideen realisiert worden (z.B. die Spielwiese und die Blogkarten) und auch die Robinsonliste werde ich vermissen. Ich hoffe jedenfalls, dass zumindest das Blog noch bestehen bleibt – es wäre wirklich schade, wenn all die dort dokumentierten Features, Ideen und Anregungen im virtuellen Nichts verschwinden würden. Und vielleicht versucht ja mal irgendwann jemand, dieses schwere Erbe anzutreten.

Denn ich sehe eigentlich keine ernstzunehmende Alternative am Horizont: Blogcounter werde ich ganz sicher nicht mehr irgendwo einsetzen und Feedburner ist seit der Übernahme durch die „Datenkrake“ Google ebenso problematisch wie Google Analytics. Sitemeter habe ich seit April 2007 verbannt, da dort ebenfalls leichte Zweifel in punkto „Datenschutz“ aufkamen (plötzlich wurden Cookies Dritter gesetzt; siehe auch conservablogs.com). Bleibt eigentlich nur noch Statcounter.com – ein durchaus stabiler Dienst, aber leider nicht spezialisiert auf Blogs.

So sehr mir daher Blogscout als bester Besucherzähler auch fehlen wird: Mein Respekt gilt Dirk – und das gleich im doppelten Sinne. Zum einen für sein „ehrenamtliches“ Engagement in den letzten beiden Jahren. Noch viel mehr aber bewundere ich die Konsequenz, auch diesen „letzten“ Schritt zu machen und das Projekt zu beenden.

Update 28.08.07, 10:10:
Nun hat es die Nachricht sogar bis zu den „größeren“ Medien geschafft – und das sogar mit durchaus überraschenden Details. So lese ich gerade unter www.golem.de:

Blogscout könne seinem Anspruch, ein Wegweiser für die Blogosphäre zu sein, nicht ansatzweise gerecht werden, so Olbertz, der mit Rivva auch eine Blogschau nach dem Vorbild von Techmeme betreibt.[…]

Mit Rivva betreibt Olbertz allerdings eine weitere Art automatisierter Blogschau. Nach dem Vorbild von Techmeme versucht Rivva, anhand der Verlinkungen von Blogs untereinander die wichtigsten aktuellen Einträge in deutschsprachigen Blogs zu ermitteln, zeigt aber auch, wo die Themen diskutiert werden und wer ein Thema wann aufgegriffen hat. So schafft Rivva eine schnelle Übersicht der wichtigsten durch die Blogs gehenden Themen.

So empfehlenswert der von Frank Westphal betriebene Dienst rivva.de auch ist – der Zusammenhang mit Dirk Olbertz war mir bisher neu 😉

Update 28.08.07, 10:26:
Ok, das kleine Missverständnis ist offenbar nicht nur mir aufgefallen und wurde bereits korrigiert 😉

Doppelplusgut: GEZ verschickt Abmahnung als Wortwächter (Update 1-2)

von Stefan Evertz am 23.08.07 um 16:23 Uhr | 11 Antworten

Nein, ich bin kein Anwalt. Und der müsste ich wohl sein, um zu verstehen, warum bzw. auf welcher rechtlichen Basis die GEZ eine Abmahnung verschickt hat (siehe www.akademie.de):

Die Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hat die Wissensplattform akademie.de über die Rechtsabteilung der GEZ abgemahnt: akademie.de soll sich dazu verpflichten, „nicht existente“ bzw. „falsche“ Begriffe wie „GEZ-Gebühren“, „PC-Gebühr“, „Gebührenfahnder“, „GEZ-Anmeldung“ oder „GEZ-Abmeldung“ nie wieder zu verwenden. Das Verbot wird damit begründet, die Nutzung der Begriffe diene nur dazu, „ein negatives Image der GEZ hervorzurufen“.

Der „Imageschaden“, der sich z.B. aus der Verwendung des Begriffs „GEZ-Gebühren“ ergibt, habe ich bisher nicht gesehen. Es ist daher der GEZ zu danken, dass sie den Missstand falscher bzw. nicht existenter Begriffe endlich thematisiert hat und an der Wurzel bekämpfen will. Mit den aktuell mindestens 7 Milliarden Rundfunkgebühren pro Jahr klappt das sich auch noch mit den anderen 223.000 Suchtreffern, die Google bei der Suche nach „GEZ-Gebühren“ ausspuckt (www.google.de).

Und wenn ihr gerade dabei seid: Es heißt „das Blog“, nicht „der Blog“.

Ich gebe zurück an die angeschlossenen Funkhäuser 👿

P.S.: Es ist ein merkwürdiger Zufall, dass offenbar Bernd Röthlingshöfer zeitgleich die gleichen Assoziationen bei diesem Thema hatte wie ich (siehe auch berndroethlingshoefer.typepad.com). Oder vielleicht ist es auch einfach nur gesunder Menschenverstand.

Update 23.08.07, 22:38 Uhr:
Eigentlich wollte ich dieses Update mit den Worten beginnen, dass „es sich zunehmend offenbart, dass die GEZ die Akzeptanz ihres wichtigen und hehren Projekts zumindest in Teilen falsch eingeschätzt hat – dies zeigen zumindest die zahlreichen Reaktionen innerhalb der Blogosphäre“. Langsam wächst aber mein Unbehagen, dass hier Ironie als Mittel nicht mehr ausreichen könnte.

In jedem Fall haben zwischenzeitlich zwei „Medien“ den Fall aufgegriffen. Während bei www.golem.de im wesentlichen die Angaben von akademie.de wiedergegeben werden, zeigen die Recherchen von heise.de, dass nicht nur im Hinblick auf die Forderungen der GEZ noch Fragen offen sind (siehe auch www.heise.de):

„Die GEZ will unsere Mandanten mundtot machen“, vermutet Rechtsanwalt Sebastian Biere, der akademie.de vertritt. Sollten sich seine Mandanten tatsächlich bereit erklären, in ein paar Punkten eine Unterlassungserklärung abzugeben, stelle sich allerdings die Frage, wem gegenüber das geschehen solle – aus der Forderung selbst geht das nicht hervor. Die Verwaltungsgemeinschaft von ARD, ZDF und Deutschlandradio ist laut Selbstbeschreibung keine juristische Person. „Die GEZ ist im Grunde nichts anderes als ein Rechenzentrum, das sagt sie im Übrigen auch selbst“, meint Biere. So stelle sich die Frage, wer einen solchen Anspruch, so er denn bestünde, überhaupt geltend machen könne. […]
Die GEZ wollte sich zu dem „laufenden Verfahren“ nicht äußern, verwies aber auf Signale der Gegenseite, eine modifizierte Unterlassungserklärung abgeben zu wollen. Ob ähnliche Forderungen künftig auch den Redaktionen von Spiegel, Focus oder Süddeutsche Zeitung ins Haus stehen, wollten die Kölner auf Nachfrage nicht sagen.

Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass hier noch weitere Medienreaktionen erfolgen werden – Spiegel Online wäre z.B. ein Kandidat mit nicht unerheblicher Reichweite. Die GEZ dürfte dieses Echo jedenfalls nicht kalt lassen – zumindest hoffe ich das.

Und dem Team von akademie.de wünsche ich gute Nerven, ein bisschen Mut und viel Erfolg, damit hier kein katastrophaler Präzedenzfall entsteht. Über die Angelegenheit wird man dort jedenfalls nicht mal schmunzeln können – da bin ich sicher 🙄

Update 24.08.07, 10:26 Uhr:
Soeben hat Spiegel Online das Thema aufgegriffen und gibt weitere Details aus dem Abmahnungsschreiben wieder (siehe auch www.spiegel.de):

Die beiden anderen Themen, bei denen die GEZ eine Unterlassung verlangt, sind komplexer. Da geht es um die „falsche Darstellung der Rundfunkgebührenpflicht für neuartige Rundfunkempfangsgeräte“.

Die GEZ ist der Meinung, die Behauptungen in den Artikeln auf Akademie.de würden auf einem falschen „Verständnis von Gesetzestext und -systematik beruhen“, seien daher falsch und zu unterlassen. Dietrich von Hase, Mitarbeiter der Redaktion bei akademie.de, erklärt dazu gegenüber SPIEGEL ONLINE: „Es geht um verschiedene Rechtsmeinungen. Beispielsweise, wann für betrieblich genutzte PCs überhaupt eine Rundfunkgebühr für PCs fällig wird.“

Die von der GEZ abgemahnten Behauptungen „im Sinne einer üblen Nachrede“ betreffen vor allem Texte auf Akademie.de, die von angeblichem Fehlverhalten der GEZ berichten. […] Die entsprechenden Passagen der beanstandeten Artikel auf Akademie.de lesen sich in der Tat oft vage und verallgemeinernd. […] Was zum Beispiel die Punkte zur üblen Nachrede angeht, wollen die Abgemahnten auch die entsprechende Erklärung gegenüber der GEZ anstandslos unterzeichnen. […]

Sobald die GEZ hier nachgebessert hat (Anmerkung SE: gemeint ist die schon bei heise.de angesprochene unpräzise Angabe des „Absenders“ der Abmahnung) , werde Akademie.de, so deren Anwalt Sebastian Biere gegenüber SPIEGEL ONLINE, eine modifizierte Unterlassungserklärung unterschreiben.

Es ist natürlich ärgerlich, dass sich hier Akademie.de zusätzlich mit dem möglicherweise zutreffenden Vorwurf der üblen Nachrede auseinandersetzen muss; Tatsachenbehauptungen mit entsprechenden „Belegen“ wären da sicherlich besser gewesen.

Es bleibt aber der Eindruck, dass hier die GEZ versucht, juristisch sowohl die eigenen Sprachregelungen durchzudrücken als auch die Veröffentlichung von (abweichenden) Rechtsmeinungen Dritter zu unterdrücken – und sollte dieser Eindruck stimmen, so darf sie damit nicht durchkommen. Möglicherweise müsste man überlegen, die „Grundgesetz-Aktion“ (siehe auch www.svenscholz.de) auch auf die GEZ auszudehnen…