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Blogcounter: Nichts dazugelernt? (Update)

von Stefan Evertz am 08.12.06 um 22:58 Uhr | 29 Antworten

Zugegeben: Ein Hardwareproblem kann uns alle treffen. Dass es diesmal den „Blogcounter“ getroffen hat (siehe auch blogwartung.de), soll hier eigentlich auch nicht das Thema sein. Ärgerlich ist es allerdings schon, wenn offenbar die „nutzenden“ Blogs gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen werden (siehe z.B.www.suchmaschinen-optimierung-seo.info/sosblog):

Ich habe jetzt erst mal den Counter aus dem Quellcode meiner Seite entfernt, da die Ersatzmaschine mit der Auslieferung der Counterpixel etwas überfordert erscheint und der Seitenaufbau der Blogseiten dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Letztendlich geht es mir aber um etwas anderes. Denn ich habe den dumpfen Verdacht, dass die Betreiber von Blogcounter aus dem vielfachen Protest vor ziemlich genau einem Jahr nichts gelernt haben. Damals stellte sich nämlich heraus, dass der HTML-Schnipsel, der für die Zählfunktion in das eigene Blog (oder in die Website) eingebunden werden muss, „neuerdings“ einen versteckten Link enthielt. Der Protest führte dazu, dass viele Blogger wutschnaubend umgehend den Einsatz des Blogcounters einstellten (siehe auch „Auf Nimmerwiedersehen, Blogcounter (Update)„).

Mehr durch Zufall warf ich heute auf der Seite des Anbieters einen Blick auf die „neuesten Nutzer“ des Dienstes – und fand den folgende Schnipsel im Quelltext fast aller Seiten vor:


kostenloser Counter



Weblog counter

-
<a href=“http://lustich.de/“>Fun</a>


Zur Erklärung: Jeder Benutzer, der diesen Quelltext in seinem Blog einfügt, setzt auch automatisch einen Link zu einer DE-Domain „lustich“.

Die Liste im einzelnen (Stand 20:00 Uhr):

  • www.curubas.de.vu
  • www.slab-mag.com 👿
  • www.philipp-thom.de/1000faces/ 👿
  • astravis.de 👿
  • www.cross-golf.eu 👿
  • aufsmaulsuppe.blogger.de/ 👿 (modifiziert)
  • harz-radio.net
  • www.victoriarobinson.de/blog 👿
  • montyzuma.blogspot.com/ 😈
  • hmhm.twoday.net/ 👿

Kurz nochmal zusammengefasst: Von den 10 „neuesten Nutzern“ hatten 8 einen HTML-Schnipsel von Blogcounter im Quelltext; 7 davon verlinkten auf die oben fett hervorgehobene Domain („:evil:“) und die achte Website hat vermutlich einfach einen veralteten, noch nicht verseuchten angepassten Schnipsel reaktiviert („:twisted:“).

Als Inhaber der verlinkten Domain (Ergänzung 25.12.06, 21:22 Uhr: Gemeint ist www.lustich.de) ist übrigens Thomas Promny eingetragen (siehe auch www.checkdomain.com) – ein Name, der nicht nur im Zusammenhang mit besagter „Blogcounter-Affäre“ fiel, sondern auch mit einem etwas eigenwilligen Verständnis von Urheberreicht genannt wurde (mehr dazu unter „Content-Klau durch Archiv-Blog: Streit am Horizont? (Update 1-4)„).

Fazit:
Dazugelernt hat man beim Blogcounter offenbar nicht, sonst würde man es nicht erneut mit der gleichen Masche versuchen. Und ich glaube irgendwie nicht, dass zufällig alle besuchten Blogs zeitgleich den HTML-Schnipsel so angepasst haben, dass er um einen Link zu besagter Domain bereichert wird.

Ich gehe eher davon aus, dass viele Benutzer den HTML-Schnipsel entweder nicht verstehen oder einfach nicht darüber nachdenken. Insofern haben sie sich möglicherweise einen solchen Link „unterschieben“ lassen, ohne dass sie es gemerkt haben (oder erneut darauf hingewiesen wurden). Und dieses Unterschieben von Links ist weiterhin nicht die „feine englische Art“, auch wenn die aktuellen AGB unter 4.1 besagen:

Der Benutzer stimmt der Einblendung von Werbebannern, Werbetexten, Popups und Popdowns bei Benutzung der Leistungen von Blogcounter.de zu.

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob ihn ein solches Verhalten stört. Ich habe das für mich vor einem Jahr getan – und benutze seitdem zufrieden den ebenfalls kostenlosen Dienst von Dirk Olbertz: counter.blogscout.de

Und spätestens jetzt ist für mich der Blogcounter endgültig keine Alternative mehr 👿

Update 09.12.06, 21:59 Uhr:
Über fourtysomething.twoday.net bin ich auf noch einen anderen Zähler-Dienst gestossen, der möglicherweise mit Blogcounter „verwandt“ sein könnte: Tracker (www.tracker.de).
Admin-C dieser Domain ist ebenfalls Thomas Promny (siehe auch www.checkdomain.com[2]) – und der funktionelle Teil des Quelltextschnipsels sieht dem von Blogcounter sehr ähnlich:

kostenloser Counter



Wer also Bedenken hat, „Blogcounter“ einzusetzen, sollte möglicherweise mit der gleichen Skepsis an den Dienst „Tracker“ herangehen. 😕

Die bisher größten deutschen Blog-Skandale

von Stefan Evertz am 28.11.06 um 8:43 Uhr | 2 Antworten

Robert hat unter www.basicthinking.de/blog eine kommentierte Liste der „größten deutschen Blog-Skandale“ zusammengestellt – interessanterweise sind 8 von 9 „Themen“ aus den letzten 12 Monaten (nur Jamba kam bereits Ende 2004 auf):

  1. Jamba
  2. StudiVZ
  3. Heidi Klum
  4. Transparency International
  5. Klowand
  6. Du Bist Deutschland
  7. Euroweb
  8. Opel-Test
  9. Sozialgericht Bremen

Ich spüre jedenfalls wieder mal die inhaltlichen Grenzen des Bloggens. Auch wenn ich die jeweiligen Themen mit Interesse verfolgt habe, konnte bzw. wollte ich doch nicht alles hier im Blog aufgreifen. Zum Teil entwickelten sich die Themen derart schnell, dass es fast unmöglich war, noch den Überblick zu behalten. Manche Diskussionen fand ich persönlich auch erschreckend emotional (z.B. die „Klowand-Thematik“). Und manchmal fehlte mir auch schlicht und ergreifend die Zeit zum Schreiben 😥

Da gilt dann wohl wieder mal der alte Satz: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Und ich muss jetzt nur noch herausfinden, welche Leisten hier im Blog-Regal liegen (sollen) 😕

P.S.: Zumindest „Heidi Klum“ und „Sozialgericht Bremen“ haben es auch hier ins Blog geschafft:

Pausen-Fazit und eine Technorati-These

von Stefan Evertz am 15.11.06 um 18:12 Uhr | 2 Antworten

Nachdem ab dem 20.Oktober für eine Woche mein Blog-Faktor unter den magischen Schwellenwert gesunken war und somit eine Blogpause unvermeidbar wurde, war ich doch etwas überrascht – und gleichzeitig auch ein wenig frustriert – über die Besucherzahlen in dieser „Phase des Schweigens“.

Denn irgendwie hätte ich schon mit einem Rückgang der Besucherzahlen gerechnet, schließlich gab es „nichts neues“ im Blog. Aber ein Blick auf die Auswertung zeigte: Nichts, keine erwähnenswerte Veränderung.

Besucherzahlen 13.10.-01.11.06

Es gibt wohl kaum eine besseren Weg, einem Blogger klar zu machen, wie „unwichtig“ er und seine Artikel doch sind – oder besser: Wie stark die Besucherzahlen eines Blogs von Google abhängen können…

Nun will ich hier nicht die „Google-Besucher“ abwerten – schließlich haben sie etwas gesucht und dann hier im Blog hoffentlich auch gefunden. Aber ich vermute, dass nur ein kleiner Teil dieser Besucher wiederkommt und vielleicht sogar irgendwann zum Stammleser wird. Insofern zeigt es sich einmal mehr, dass hohe Besucherzahlen nicht zwangsläufig auch für eine große Leserzahl (oder gar eine große „Reichweite“) stehen.

Aber auch in Sachen Technorati habe ich eine interessante Tatsache beobachtet: Scheinbar werden dort die Zahlen der „eingehenden Links“ sowie der verlinkenden Sites nur dann verstärkt aktualisiert, wenn Technorati per Ping über neue Beiträge im jeweiligen Blog informiert wird.

Während der Blogpause stagnierte jedenfalls die von Technorati angezeigte Zahl der verlinkenden Websites (und eingehenden Links), obwohl auch in dieser Zeit neue Links eingingen. Ähnlich eingefrorene Werte konnte ich in den letzten Tagen beobachten, als hier im Blog ebenfalls „Schreibstille“ herrschte.

Ob meine These nun wirklich stimmt: Keine Ahnung. Zum einen kann es durchaus sein, dass sich die eingehenden Links mit den (nach 180 Tagen) wegfallenden Links überschnitten haben. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Technorati wieder mal mit Überlastung zu kämpfen hat…:roll:

Besucherentwicklung 1: Wochen(tage)

von Stefan Evertz am 02.11.06 um 19:44 Uhr | 4 Antworten

Nachdem sich nun für mein Blog die Besucherzahlen für etwa ein Jahr angesammelt haben, will ich in den nächsten Wochen versuchen, einige möglicherweise interessante Details zu beleuchten. Den Anfang machen die Wochen sowie die Wochentage.

These 1: Der Traffic-Ruhm
Im Juni griff ich eine Überlegung von Robert Basic (siehe auch www.basicthinking.de/blog) auf, inwieweit – entgegen der landläufigen Einschätzung – ein kurzfristiger „Ruhm“ vielleicht doch langfristige Auswirkungen haben könnte. Damals schrieb ich im Artikel „Wie lange hält der Traffic-Ruhm?„:

Roberts Auswertung zeigt aber, dass seine durchschnittlichen wöchentlichen Zugriffe nach einem solchen “Run”, ausgelöst durch ein besonders aktuelles Thema und / oder einen Link von einer besonders stark besuchten Seite, spürbar und “nachhaltig” angestiegen sind.

Insgesamt kann man [hier im Blog] in der Auswertung einen ähnlichen Trend feststellen, d.h. nach Besucherspitzen (z.B. Anfang Januar / Mai) pendeln sich die täglichen Besucherzahlen auf einem neuen und höheren Niveau ein.

Im damals ausgewerteten Zeitraum (November 2005 – Mai 2006) sah es für mein Blog auch in der Tat so aus. Die aktuelle Auswertung zeigt allerdings eine etwas andere Bild:

Wochenschnitt: Besucher / Tag (01.11.05-29.10.06)

Wie man deutlich erkennen kann, gab es im Juni / Juli zwar auch hier einen sprunghaften Anstieg der Besucherzahlen (siehe auch „Zugriffe Juli 2006„); diese Zahlen gingen aber auch schnell auf den vorherigen Wert zurück.

In der Folge sind die Besucherzahlen insgesamt stetig gewachsen und liegen nun Ende Oktober fast auf dem Niveau des WM-Ansturms – und das kann eigentlich nicht auf den „WM-Pegel“ zurückzuführen sein. Inwieweit sich zwischenzeitlich einzelne vielfrequentierte Artikel „aufgeschaukelt“ haben könnten, habe ich allerdings nicht mehr weiterverfolgt.

Insgesamt scheint mir jedenfalls die „Langzeitbetrachtung“ die ursprüngliche These zu widerlegen – jedenfalls für mein Blog 🙄

These 2: Der Arbeitstag-Leser
Ich habe schon länger den Eindruck, dass die Besucherzahlen am Wochenende spürbar zurückgehen. Wie die langfristige Auswertung zeigt, hat mich dieser Eindruck – zumindest in meinem Blog – nicht getäuscht:

Besucher nach Wochentagen: Abweichung vom Wochenschnitt

Der Dienstag ist hier der Tag mit den meisten Lesern (in Relation zum Wochenschnitt), während der Samstag regelmäßig einen massiven Rückgang zeigt. Der Sonntag ist zwar der zweitschwächste Tag im Wochenverlauf, liegt aber nur knapp hinter dem Freitag.

Auch wenn die Grafik die These stützt, dass mein Blog eher in der Woche als am Wochenende gelesen wird, zeigen die nackten Zahlen erstaunlicherweise keine so klare Verlagerung: Bei einer „vollwertigen“ 7-Tage-Woche würden auf die „Arbeitstage“ 71% der Zugriffe entfallen (5 von 7 Tagen). Die erhobenen Zahlen belegen, dass auf die 5 Arbeitstage „nur“ 75% der Zugriffe entfallen.

Insgesamt überwiegt dann aber doch die Erkenntnis: Das Wochenende ist keine Blog-Zeit – zumindest nicht aus Leser-Sicht 😉

BarCamp Cologne (25.-26.11.06)

von Stefan Evertz am 01.11.06 um 9:00 Uhr | 1 Antwort

barcamp Cologne Am 25.-26. November 2006 findet voraussichtlich das zweite deutsche BarCamp statt – diesmal in Köln (Karte: maps.google.de, Infos: barcampcologne.pbwiki.com).

Wer sich – wie ich – fragt, was denn ein „BarCamp“ sein soll, der findet unter barcampcologne.pbwiki.com[2] eine erste Antwort:

Barcamp ist eine Ad-hoc-Nicht-Konferenz (engl. Un-Conference), die aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, dass sich Menschen in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können. Es ist eine intensive Veranstaltung mit Diskussionen, Präsentationen, und Interaktion der Teilnehmer untereinander.

Und wer sich jetzt – wie ich – in die Teilnehmerliste eintragen möchte, kann dies unter barcampcologne.pbwiki.com[3] tun. Vielleicht trifft man sich ja in Köln 🙄

Das erste deutsche BarCamp fand übrigens Ende September in Berlin statt (siehe auch barcampberlin.pbwiki.com). Mit den folgenden Artikeln zum BarCamp Berlin kann man einen ersten Eindruck von der Veranstaltung in der Hauptstadt – und hoffentlich auch einen Vorgeschmack auf die Kölner Variante – bekommen:

(u.a. via lumma.de, www.sichelputzer.de)

IT-Begriffe für Aufhörer

von Stefan Evertz am 30.10.06 um 16:59 Uhr | Schreibe eine Antwort

Irgendwie nervt es doch immer wieder: Das geballte Unwissen, das sich im Umgang mit Begriffen aus der IT-Welt offenbart. Da gehört es noch zu den halbwegs amüsanten Randerscheinungen, dass eine gerne gegebene Antwort auf die Frage, welches Betriebssystem im Einsatz sei, wie folgt lautet: Office 2000.

Solche Antworten erhält man aber überwiegend von Personenkreisen, denen der Computer nur als Arbeitswerkzeug dient – und da finde ich es zwar manchmal etwas hinderlich bei einer eventuell erbetenen Unterstützung (neudeutsch: „Support“), aber die betreffenden Personen sollen die Computer nutzen und nicht reparieren können.

Wirklich ärgerlich finde ich den schlampigen Umgang mit IT-Begriffen aber dann, wenn dies bei „Fachjournalisten“ beobachtet werden kann. Stefan Niggemeier korrigiert in seinem Blog unter www.stefan-niggemeier.de/blog einige böse Patzer, die
Peter Rutkowski in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau (www.fr-aktuell.de) unterlaufen sind:

Nun sieht der Bamberger Medienforscher Jan Schmidt in den Blogs ganz und gar keine Bedrohung und rechnet vor: Die erfolgreichste, weil wahrhaftigste und witzigste Seite, www. bildblog .de, hat im Monat 33 500 Zugriffe, zu www. tvblogger .de kommen 11 500 und danach geht es rapide runter.

Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen aus der Liste der TOP 100-Blogs auf blogscout.de stammen – ein Blick auf die Topliste beim „Mitbewerber“ Blogcounter zeigt, dass dort Tvblogger nicht vertreten ist (siehe auch tinyurl.com). Bei beiden Übersichten sind allerdings die entsprechende Spalten klar und deutlich mit „Besucher“ betitelt. Und es wird eigentlich auch deutlich, dass in den Listen jeweils die Werte des Vortags angegeben werden – und nicht des Vormonats. Ansonsten hätte mein kleines Blog nämlich fast soviele Zugriffe Besucher wie das Bildblog 😕

Insofern zeigt sich hier einmal mehr die im Bereich „Zugriffszahlen“ häufig auftretende Begriffsverwirrung. Es gibt zwar mehrere ähnliche Begriffe, die miteinander konkurrieren (Besucher / Visits / Visitors – siehe auch de.wikipedia.org[1] – bzw. Seitenabrufe / PageViews / Impressions -siehe auch de.wikipedia.org[2]). Letztendlich sind aber diese Begriffe zumindest annähernd präzise. Der Begriff „Zugriffe“ passt hier meines Erachtens aber überhaupt nicht – es sei denn, es ginge um die Zahl von Verhaftungen 🙄

Wie schon gesagt, sind solche Verwechslungen bei „Anfängern“ in Ordnung – bei „Fachleuten“ aber nicht. Und irgendwie glaube ich nicht, dass die mangelnde Präzision dem zitierten Jan Schmidt zuzuschreiben ist…

(via blog.blogscout.de)

Nachtrag 17:03 Uhr:
Jan Schmidt berichtet gerade unter www.bamberg-gewinnt.de/wordpress, dass er in der Tat falsch zitiert wurde:

Der FR-Autor hat sich vermutlich auf eine Grafik bezogen, die ich bei Gelegenheit heranziehe, um die Verteilung von Aufmerksamkeit in der Blogosphäre zu veranschaulichen (…). Darin sind die Top 100 der blogscout-Zahlen vom 24.9.2006 aufgelistet, und zwar geranked nach den Visits AN DEM TAG (hab ich auch brav in der Achsenbeschreibung und im Titel angegeben.. 🙂 ).

Blog-Faktor: Die Aktivitäts-Formel

von Stefan Evertz am 27.10.06 um 10:07 Uhr | 13 Antworten

Die Formel
Der „Blog-Faktor“ (d.h. die Blog-Aktivitäten) sinken im umgekehrten Verhältnis der Grundmotivation (1) zur Summe der beruflichen (B) und privaten (1) Auslastung, multipliziert mit der Zahl der Stellen der Anzahl der ungelesenen Beiträge im Feedreader (F). Das Ganze wird dann aus Gründen der Optik mit 100 multipliziert:

Formel Blog-Faktor:
(1 / ((B + P) x F)) x 100

Wenn ich die Formel mit den zurzeit gültigen Werte anwende (B = 1,5 / P = 1,2 / F = 5 (Basis: 12.300 ungelesene Beiträge)), kommt mein Blog aktuell auf einen Blog-Faktor von 7.

Schwellenwert
Sinkt der „Blog-Faktor“ unter den Schwellenwert von 15, gibt es eine „Blogpause“, was hier im Blog z.B. in der zurückliegenden Woche zu beobachten war.

Alternativen
Wem der jeweilige persönliche Blog-Faktor noch nicht als Ausrede für eine Funkstille genügt, der wird vielleicht bei den unter waschsalon.twoday.net gesammelten „Ausreden“ fündig (entdeckt via www.blogban.de).

Fleißig bloggend in die Top 100?

von Stefan Evertz am 16.10.06 um 22:49 Uhr | 7 Antworten

Die Frage „Wie komme ich in die diversen Ranking-Listen“ dürfte wohl viele Blogger bewegen – zumindest zu Anfang. Insofern ist es durchaus interessant, was Darren Rowse über das Alter der Top 100 Blogs bei Technorati (technorati.com) zusammengetragen hat. Er hat bei 78 Blogs das Alter ermittelt (siehe auch www.problogger.net):

What I found was that those blogs that I was able to get a figure on had an average length (mean) of blogging of 33.8 months.

The median figure was 28 months (ie half the blogs have been going for longer than 28 months and half shorter than 28 months.

At a glance I guess my statement was right – however it’s worth keeping in mind that 16 of the 78 blogs have been going 12 months or less

Daraufhin konnte ich nur sehr kurz dem Verlangen widerstreben, einen vergleichenden Blick auf www.deutscheblogcharts.de zu werfen (Stand vom 11.10.06). Dabei habe ich mich – aus Bequemlichkeit – auf die TOP 30 beschränkt und das Datum des jeweils ersten Blog-Beitrags notiert (sofern erkennbar). Als bekennender „Jungblogger“ (13 Monate) muss ich gestehen, dass ich eventuelle Vorgänger nicht kenne und daher nicht berücksichtigt habe 😳

Und das kam am Ende für die Top 30 heraus:

  • Das Durchschnittsalter der Blogs beträgt 34,2 Monate.
  • Der Median liegt bei 28,5 Monaten.
  • 4 Blogs waren maximal 12 Monate alt – das entspricht 13 % (Technorati Top 100: 20 %)

Ich muss zugeben: Ich war doch überrascht. Wenn ich mich an all die Artikel über die große englischsprachige – und die „kleine deutsche“ Blogosphäre erinnere, hätte ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass – trotz des extremen Größenunterschieds des Sprachraums und der Zahl der verlinkenden Blogs – nahezu gleiche Alterswerte festgestellt werden können.

Und hier noch ein Diagramm der Altersverteilung:
Diagramm 'Altersverteilung TOP 30 Blogs (in Monaten)

Letztendlich sind es aber nur statistische Spielereien, die bestenfalls marginal mit der „Qualität“ eines Blogs zu tun haben – was immer das in diesem Zusammenhang sein mag. Und bei dem zu beobachtenden Lese- und Nutzungsverhalten macht es auch kaum einen Unterschied, ob ein Link vor 3 oder 6 Monaten gesetzt wurde. Einen dauerhaften Nutzen als „Besucherlieferant“ haben solche Charts (und Technorati insgesamt) auch nicht, wie Robert heute nochmals unter www.basicthinking.de/blog festgestellt hat.

Wenn man sich die Zahlen ansieht, gibt es allerdings schon zwei Erkenntnisse für das Bloggen insgesamt – ähnliches hat Darren auch bereits in seinen abschließenden Überlegungen formuliert:

  • Es lohnt sich, die Entwicklung eines Blogs – auch in Sachen „Ranking – geduldig zu beobachten.
  • Es besteht durchaus eine Chance, dass ein Blog auch in „kurzer“ Zeit einen großen Leserkreis findet.

Und wer sich jetzt noch die Blog-Geburtstage für die TOP 30-Blogs ansehen will, kann dies nachfolgend tun. Für eventuelle Korrekturen bitte ich um Rückmeldung per Kommentar.
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Edelman, Technorati und die Blogs

von Stefan Evertz am 15.10.06 um 14:42 Uhr | 2 Antworten

So richtig erfolgreich waren die bisherigen Bemühungen der PR-Agentur Edelman leider nicht, ihren Satelliten in die Blogosphäre zu schießen bzw. sich beim Thema „Blogs“ als Dienstleister zu positionieren. Möglicherweise hängt dies mit einigen Patzern bei der Konstruktion bzw. beim Bau der „Rakete“ zusammen, aber in jedem Fall hat es dazu geführt, dass an mehreren Stellen die angesteuerte Blogosphäre nicht so wollte, wie sie vielleicht sollte…

Stufe 1: Teilnahme an der Blog-Studie
Anfang Oktober flatterten bei den „Spitzenreitern“ der deutschen Blogs (nach Technorati-Werten) eine E-Mail von Edelman ins Haus, die zur Teilnahme an einer kurzen, von Edleman und Technorati veranstalteten Umfrage einlud (siehe auch luebue.blogspot.com; Umfrage unter www.bloggerstudy.com).

Zunächst zuckte ich kurz zusammen, musste ich doch irgendwie an meinen Wunsch zur Robinsonliste denken – auch wenn diese Anfrage wohl ein Grenzfall sein dürfte. Letztendlich fand ich die Anfrage irgendwie überflüssig und hätte eine Einladung zur Teilnahme per Blog wohl sinnvoller gefunden, aber wirklich gestört hat sie mich nicht. Zumindest Patrick (siehe www.werbeblogger.de) und DonAlphonso (siehe www.blogbar.de) ärgerten sich dagegen sehr lautstark über das Vorgehen von Edelman. Und auch wenn wohl nur ein kleiner Teil der kontaktierten Blogger sich lau geärgert hatten (siehe auch luebue.blogspot.com[2]), waren somit erste kleine Risse in der Hülle der ersten Stufe sichtbar.

2. Stufe: Die Top 100 Blogs der deutschen Blogosphäre
Am 10. Oktober wurden dann erste Ergebnisse der Kooperation in Form einer „Top 100“-Liste veröffentlicht (siehe auch luebue.blogspot.com[3] sowie www.micropersuasion.com, wo es auch eine Excel-Tabelle mit weiteren Daten gibt).

Das Echo auf diese Liste war überwiegend negativ. Die Quintessenz der vielfach geäußerten Kritik findet sich in der detaillierten Analyse von Jens Schröder – seit Januar 2006 Betreiber von www.deutscheblogcharts.de – unter www.popkulturjunkie.de.

Nun kann man durchaus geteilter Meinung sein, ob die durch WordPress-Plugins (siehe z.B. sw-guide.de/weblog) oder WordPress-Themes (siehe z.B. www.4null4.de) „verursachten“ Links bei der Auswertung berücksichtigt werden sollten oder nicht. Im Gegensatz zu den ebenfalls in der Edelman-Liste berücksichtigten Links aus der Standard-Blogroll einer neuen WordPress-Installation sind zumindest die Plugin-/Theme-Links auf eine bewußte Entscheidung des jeweiligen Bloggers zurückzuführen. Wenn aber – laut der Auswertung von Jens Schröder – in der Edelman-Liste 34 Blogs fehlen, die in den „Deutschen Blogcharts“ vertreten sind, fängt man endgültig an, an der Qualität der Listen zu zweifeln.

Allmählich verdichteten sich dann die Anzeichen, dass die aufgekommene Kritik im Rahmen der Vorstellung der Blogger-Studie in Frankfurt diskutiert würden. Spätestens jetzt kam auch mir der Gedanke, dass es schon ein sehr merkwürdiger Zufall ist, dass solche Wellen kurz vor einem solchen Termin aufkommen. Und passenderweiser tauchte dann unter blog.franziskript.de eine stimmige Vision über den möglichen PR-Charakter der „schlechten“ Listen auf 😉

Der eigentliche „Round Table“ am 12. Oktober in Frankfurt war dann eher ein mittelmäßiger Höhepunkt der vermuteten PR-Kampagne. Der folgende Ausschnitt zeigt zwar das Aufkommen einer Diskussion, stellt damit aber wohl schon das Highlight der Veranstaltung dar (die gesamte Veranstaltung findet sich als 90-Minuten-Video unter sevenload.de):

[flash]http://sevenload.de/videos/VscU232[/flash]

Die von Felix Schwenzel bereitgestellten Impressionen waren da irgendwie interessanter:

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=GU6Y7cuXCkA[/flash]

Ansonsten bleibt bei der Frankfurter Veranstaltung insgesamt ein schaler Beigeschmack. Auch wenn die Veranstaltung als Video „öffentlich“ gemacht wurde, trugen doch erst die folgenden Artikel der „Augenzeugen“ dazu bei, Rahmen und Verlauf der Veranstaltung wirklich transparent zu machen:

3. Stufe: Edelman und Wal-Mart
Auch wenn diese Kooperation „nur“ den amerikanischen Markt betrifft, scheint es dort gerade richtig zu knirschen, wie Robert unter www.basicthinking.de/blog zusammenfasst:

Ein Bloggerpärchen hatte ein pro Wal-Mart Blog-PRojekt namens Wal-Marting Across America gestartet. Sie reisten mit einem Campingwagen durch die Lande, kampierten auf Wal-Mart Parkplätzen (!) und (foto-)bloggten darüber (Gespräche mit Mitarbeitern, wie wichtig Wal-Mart ist, wieviel Bio-Milch man verkauft etcpp).

Relativ schnell hatte sich allerdings herausgestellt, dass das ganze Projekt wohl „verdeckt“ von WalMart bzw. Edelman finanziert und getragen wurde.

Robert berichtet weiter:

In Technorati kann man schön beobachten, wie die Blogger-Volksseele in den USA (und auch international) hochkocht. Denn der zentrale Vorwurf, wie man ihn fast überall lesen kann, richtet sich nicht gegen Wal-Mart, sondern gegen Edelman, die einerseits Transparenz und Dialog predigen, doch andererseits ist dieses Verständnis scheinbar noch nicht zu allen Mitarbeitern von Edelman durchgedrungen.

Des kleinen Bloggers Fazit
Alles in allem läuft es wohl darauf hinaus, dass möglicherweise bei Edelman in Sachen „Blogs“ noch ein „gewisser Optimierungsbedarf“ besteht. Allerdings finde ich die bei den ersten beiden Stufen zumindest teilweise praktizierte Transparenz durchaus vielversprechend.

Und falls die Kooperation von Edelman und Technorati nur dazu führen sollte, dass die deutsche Blogosphäre stärker bei Technorati berücksichtigt wird (z.B. mit einer deutschen Oberfläche?), wäre das ja auch schon erfreulich… 😕

Kalkulierbare Blogvorstellung

von Stefan Evertz am 14.10.06 um 20:55 Uhr | 3 Antworten

Nachdem Robert mit seinem vielgelesenen Blog im Sommer 65 Blogs „Starthilfe“ gegeben hat (siehe auch www.basicthinking.de/blog[1]), hat er nun noch einmal nachgelegt (siehe auch www.basicthinking.de/blog[2]:

Dennoch möchte ich das nicht so schnell aufgeben, da es mE nur fair ist, wenn ein etwas bekannteres Blog neuen und weniger bekannten Blogs die Chance gibt, sich hier vorzustellen. Mein Blog hat zur Zeit ca. je nach Tag zwischen 3.000 – 5.000 Unique Visitors und dazu nochmals ca. 2.000 RSS-Abonnenten.

Die vorzustellenden Blogger bekommen hierfür nun eingeschränkte redaktionelle Rechte in Roberts Blog und können so eine „Selbstdarstellung“ mit allen denkbaren Inhalten (Podcasts, Videos) verfassen. Für „private“ Blogs ist die Eigenwerbung kostenlos.

„Kommerzielle“ Blogs müssen dagegen für diesen Eintrag bezahlen – und der zugrundeliegende Schlüssel ist ebenso simpel wie nachvollziehbar:

60 EUR + (S x 1 EUR) zzgl. Mehrwertsteuer
S entspricht dabei der Zahl der laut Technorati auf das betreffende Blog verlinkenden Websites

Wenn mein Blog in die kommerzielle Kategorie fallen würde, müsste ich also den folgenden Betrag zahlen (siehe auch www.technorati.com):

60 + 170 = 230 EUR (zzgl. Mehrwertsteuer)

Mir gefällt dabei besonders, dass so jüngere bzw. unbekanntere „kommerzielle“ Blogs (mit ein paar Dutzend Links) preislich deutlich bevorzugt werden, ohne dass ein „abzockender“ Beigeschmack bleibt.

Ob sich diese Vermarktungsform(el) durchsetzt, muss sich zwar erst noch beweisen, aber ein spannender Ansatz ist es in jedem Fall. Und so wären die Technorati-Zahlen ja wirklich mal zu etwas nütze ;).