Archiv der Kategorie: reisen

Traumhaftes Blog-Szenario

von Stefan Evertz am 10.02.07 um 19:30 Uhr | 4 Antworten

Virtuelle Identitäten sind schon etwas Feines. Und so probierte ich letzten August neugierig www.meez.com (Java erforderlich, kein Opera) aus, mit dem man seinen eigenen „Meez“ (ein 3D-Selbstbild) erzeugen kann. Gefunden hatte ich es unter www.problogger.net und vergessen habe ich es ungefähr 3 Sekunden später – bis ich eben bei Mike unter www.sichelputzer.de erneut an meine Bemühungen erinnert wurde.

Deshalb habe ich nun aus der zwischenzeitlich gewachsenen Anzahl von Elementen mein persönliches Traum-Szenario für einen entspannten Tag im Blog zusammengesetzt:

Und die paar Tage bis zum Ende des Winters schaffe ich jetzt auch noch…

Eine kleine Bitte zum Schluss:
Wer sich bei meez anmeldet und bei „Did someone refer you to Meez?“ meinen Benutzernamen (hirnrinde) eingibt, verschafft sich und mir 5 „Coinz“ (eine virtuelle Währung, mit der man zusätzliche Elemente einkaufen kann). Dann klappt es ja vielleicht doch noch mit meiner Unterwasserwelt 😕

Nach der Weihnachtspause

von Stefan Evertz am 07.01.07 um 9:52 Uhr | Schreibe eine Antwort

… sollte hier wohl wieder etwas mehr zu lesen sein – hoffe ich zumindest. Zum einen war mein „Blog-Faktor“ auch in den letzten zwei Wochen nicht hoch genug. Und zum anderen sollte man doch zumindest in der Nähe eines (internetfähigen) Computers sein, um sein Blog zu befüllen. Und diese Nähe habe ich dann auch weiträumig vermeiden können – egal wo ich mich gerade in diesem schönen (Bundes-)Land aufgehalten habe 🙄

Angesammelt haben sich jedenfalls genug Themen und Entwürfe. Wundert euch also nicht, wenn in den nächsten Wochen das eine oder andere „alte“ Thema hier endlich Erwähnung findet…

Und wer sich – wie ich gerade – mit dem Thema „Entsorgung des Weihnachtsbaums“ auseinandersetzt, dem sei nochmals meine (bzw. Evys) Anregung aus dem Vorjahr ans Herz gelegt: Knut: Patentrezept gegen Tannennadeln

Ich wünsche jeden

Solche Panzer braucht das Land

von Stefan Evertz am 12.11.06 um 10:03 Uhr | Schreibe eine Antwort

Nachdem das Wetter nun endgültig mit wehenden Haaren Richtung Winter steuert, nachfolgend ein kleines Unterwasser-Video einer durchaus kontaktfreudigen Schildkröte, das mich an den nächsten Aufenthalt im schönen (und warmen) Ägypten denken lässt – auch wenn das noch ein knappes Jahr dauern wird…

[flash]http://sevenload.de/videos/hlPT7tf[/flash]

(Fast) live aus Thailand

von Stefan Evertz am 20.09.06 um 9:40 Uhr | 1 Antwort

Nachdem gestern das Militär in Thailand den amtierenden Premierminister Thaksin Shinawatra per Putsch aus dem Amt gejagt hat (siehe z.B. www.tagesschau.de), frage sicher nicht nur ich mich, wie es dort wohl weitergehen wird. Eine Stärkung der Demokratie durch einen Militär-Putsch scheint mir eigentlich ein eher unorthodoxes Konzept zu sein, aber was weiß ich schon 🙄

Über gigold.de bin ich jedenfalls auf Patrick Kollitsch gestoßen, der in seinem Blog die.schreibbloga.de über die Situation vor Ort berichtet, wobei er sich nicht in der Hauptstadt Bangkok, sondern auf der Insel Ko Samui befindet (liegt meines Wissens etwa 500 km südlich). Zur Zeit schläft er allerdings (siehe auch die.schreibbloga.de[2]). Die Zeitangaben im Blog sind übrigens Ortszeit, d.h. unserer Zeit 5 Stunden voraus.

Zur Zeit scheint es vor Ort ruhig zu sein, was sicher auch die zahllosen Touristen vor Ort beruhigen dürfte; aktuelle Informationen zur Sicherheitslage gibt es unter www.auswaertiges-amt.de und auf den Seiten der Deutschen Botschaft in Bangkok unter www.bangkok.diplo.de.

Weitere interessante Informationen zu Thailand finden sich – wie so oft – unter de.wikipedia.org; ich konnte auf diesem Weg jedenfalls eine Wissenslücke zum Thema „Wahlpflicht“ schließen…

Pluto Ade: Neue Eselsbrücken gesucht

von Stefan Evertz am 25.08.06 um 12:03 Uhr | 6 Antworten

Zugegeben, die Frage nach der „Sortierung“ der Planeten unseres Sonnensystems stellt sich im Alltag eher selten. War es aber bisher soweit, half eigentlich immer die folgende Eselsbrücke:

Mein Vater Erklärt Mir Jeden Samstag Unsere Neun Planeten

Eine ebenfalls interessante, wenn auch wohl nicht mehrheitsfähige Variante fand ich dann noch bei de.wikipedia.org:

Mein Vetter Erich muss jeden Samstag unser Nilpferd putzen

Und dann musste ich gestern bei www.heise.de von einer umwälzenden Änderung lesen:

Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat auf ihrer Konferenz in Prag den Antrag abgelehnt, die Zahl der Planeten auf zwölf aufzustocken. Noch dazu wurde entschieden, den 1930 entdeckten Pluto aus der Planetenreihe zu nehmen. An der elftägigen Konferenz nahmen 2500 Experten aus 75 Ländern teil.

Was nun? Welcher Merksatz hilft meinem Gedächtnis künftig auf die Sprünge, wenn wieder mal in der Kaffeepause astronomische Themen aufkommen?

Einen ersten Vorschlag fand ich dann bei de.wikipedia.org[2]:

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“
Dabei gibt acht in Nachthimmel die Anzahl der Planeten an.

OK, funktioniert – und die versteckte Zahl der Planeten hat durchaus Charme. Aber geht das nicht noch besser?

  • Passend zum Sommer (dem im Juli):

    Mit vielen Eisbechern macht Jan seinen Urlaub nett

  • Das Thema „Nachwuchs“ könnte man auch berücksichtigen:

    Macht Vielleicht Ein Moderner Junge Sonntags Unseren Nachtisch?

  • Und auch zum Thema „Cold Calls“ wäre eine Variante denkbar:

    Mancher Vertreter Erklärt Mir Jedesmal Seinen Unsinn Neu

Mir scheint, dass hier noch mehr Kreativität gefragt ist. Insofern lade ich euch herzlich ein, weitere Alternativen in den Kommentaren zu ergänzen. Als Arbeitshilfe kann das folgende Buchstabengerüst eingesetzt werden:

M V E M J S U N

Eine Frage stellt sich mir allerdings doch noch zum Schluß – und die Antwort könnte auch für die katholische Kirche interessant sein: Hätte man in Prag auch feststellen beschließen können, dass die Erde eine Scheibe ist?

Goggles – Der wahre Flugsimulator mit Google Maps

von Stefan Evertz am 06.08.06 um 1:15 Uhr | 5 Antworten

Offenbar als kleine Eigenwerbung hat der Londoner Entwickler Mark Caswell-Daniels mit „Goggles“ einen Mini-Flugsimulator entwickelt, der auf den mittlerweile hochwertigen Bildern von „Google Maps“ (maps.google.de) basiert. Mit einem kleinen Doppeldecker kann man fünf verschiedene Großstädte überfliegen – neben London und New York auch Paris, wie die folgende „Luftaufnahme“ zeigt:

Per Goggles zum Eiffelturm

Goggles kann unter www.isoma.net gestartet werden (Flash erforderlich). Und wenn ihr genug geflogen seid: Einfach mit der „Aufwärts“-Cursortaste den Flieger ganz nach unten steuern 😉

Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass der Entwickler noch Zeit für die Integration weiterer (deutscher?) Städte hat, bis Google (möglicherweise?) den Stecker zieht 🙄

(via googlekarten.blogspot.com)

Nachtrag 07.08.06, 09:31 Uhr:
Sollte der „Flugsimulator“ etwas langsam bzw. hakelig laufen, könnte das nicht nur an den gelegentlich überlasteten Google-Servern liegen. Ein weiterer Faktor könnte sein, dass Goggles heute morgen „ehrengesenft“ wurde (siehe auch www.ehrensenf.de), so dass die Besucherzahlen weiter anschwellen dürften. Hoffentlich stossen da nicht noch digg und yigg drauf… 🙄

Update 09.08.06, 10:40 Uhr:
Einen etwas eigenwilligen Kommentar fand ich gerade bei www.netzwelt.de:

London bombardieren
Ausgestattet mit einem unbegrenzten Vorrat an Bomben kann jeder Hobbypilot über fünf Metropolen unserer Welt fliegen: London, Paris, New York, Washington D.C. und Tokio. Auch wenn es didaktisch nicht ganz so wertvoll und geschichtlich nicht einwandfrei ist, macht es einen Riesenspaß diese Städte bombadierend zu besuchen. Unter dem Flugzeug rast die echte Welt vorbei anstatt einer künstlich erschaffenen Landschaft.

„Geschichtlich nicht einwandfrei“ – so kann man es wohl auch ausdrücken 🙄

TV-Tipp: Berliner Bunker

von Stefan Evertz am 03.08.06 um 8:08 Uhr | Schreibe eine Antwort

Wir hatten ja im November 2005 bereits Gelegenheit, uns mit dem unterirdischen Berlin zu beschäftigen – und zwar im Rahmen des Seminars „Reichshauptstadt Germania“ des Vereins „Berliner Unterwelten“ (www.berliner-unterwelten.de). Damals konnten wir auch insgesamt drei verschiedene „Bunker“ bzw. Luftschutzanlagen besichtigen.

Vor einigen Tagen bin ich nun bei arte über eine Dokumentation gestolpert: Bunker – Die letzten Tage (german.imdb.com)

Auch wenn ich bisher nur Teile gesehen habe, scheint mir der Dokumentarfilm (Länge: 83 min.) wirklich sehenswert zu sein. Zum Inhalt schreibt man bei www.arte.tv:

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges war das Berliner Bunkerlabyrinth Schauplatz eines dramatischen Überlebenskampfes. Von den mehr als 1.000 Schutzanlagen ist heute nur noch ein Bruchteil vorhanden. Die Filmemacher Martina Reuter und Gavin Hodge haben sich gemeinsam mit dem Kameramann Frieder Salm in der Berliner Unterwelt umgesehen und faszinierendes Filmmaterial zu Tage gefördert. Darunter beeindruckende Unterwasseraufnahmen im Adlonbunker sowie einzigartige Bilder des Speerbunkers vor seiner Sprengung 1996.

Der Film wird insgesamt noch zweimal ausgestrahlt:

  • Heute (03.08.06), 15:15 Uhr
  • 14.08.06, 1:30 Uhr (nach Videorekorder-Logik müsste das dann wohl der 15.08.06 sein…)

Falls es also heute nicht mit dem Ansehen klappen sollte, kann dann am 14. wenigstens der Videorekorder zusehen – und günstiger, als die DVD für aktuell EUR 17,99 bei www.amazon.de zu kaufen, ist es allemal 😉

Passend zum Thema gibt es heute übrigens unter dem Titel „BERLINER BUNKERTOUR – Ab in die Zwischenwelt“ einen ebenfalls lesenswerten Artikel unter www.spiegel.de.

Ich wünsche euch eine interessante Reise in die Vergangenheit 🙄

ARD: Tour Interruptus

von Stefan Evertz am 23.07.06 um 19:41 Uhr | 5 Antworten

Nachdem die ARD von der diesjährigen Tour de France 10 der 21 Etappen live übertragen hat – und in den etwas langatmigeren Rennpassagen so schöne Details wie die 60 Tonnen Farbe für den Eiffelturm („alle 7 Jahre wird gestrichen“) oder die Entstehung des Roquefort-Käse („da wurde ein Käse im Kloster-Keller vergessen“) aus dem Fernseher perlten, durfte ich eben ein ausgesprochen ruppiges Ende erleben:

Wegen der anschließend vorgesehenen Übertragung eines DTM-Laufes gab es noch den Sieger der Etappe beim Überqueren der Ziellinie, ein kurzes Abschiedswort der Kommentatoren bzw. Moderatoren und vorbei war es.

Nach geschätzten 30 Stunden der ARD-Livebilder und insgesamt etwa 3.500 gefahrenen Kilometern durfte der geneigte Zuschauer auf die wenigen Minuten der Siegerehrung verzichten. Die gibt es dann wohl erst heute abend in der Tagesschau.

Ob die Sponsoren der Teams oder die geehrten Sportler das so witzig finden, sei mal dahingestellt. Die Fernsehzuschauer konnten jedenfalls einmal mehr erleben, wie gut die GEZ-Gebühren investiert sind. Mein spezieller Dank gilt daher der ARD für diese eindrucksvolle Demonstration 👿

Hitze-Tipps

von Stefan Evertz am 23.07.06 um 15:49 Uhr | 1 Antwort

Wenn man den Wetterprognosen (und meinem Außenthermometer) glaubt, werden die nächsten Tage noch heißer als die bisherigen schweißtreibenden Wochen. Und somit wird es also Zeit für einige Tipps zum Thema „Hitze-Management“:

  • „The day after tomorrow“ ansehen (siehe auch german.imdb.com / www.ofdb.de) – statt Popcorn-Kino also „Eiswürfel-Kino“. All das Eis und der Schnee im Film kühlen wirklich ein wenig ab, wie wir bei einem Test letzte Woche feststellen konnten 😉 Und das Frösteln über den Plot an sich („Versiegender Golfstrom sorgt für neue Eiszeit“) mag ebenfalls helfen 🙄
  • Desweiteren habe ich die Wunderwaffe meiner Kindertage gegen Hitze wiederentdeckt: Das Wassereis. Die schmalen „Eisstäbchen“ gibt es weiterhin jedenfalls beim Einzelhändler meines Vertrauens im Zehnerpack. Mein Erfrischungstipp: Zwei Eis hintereinander – von so etwas dekadentem hätte ich als Kind nur geträumt 😈
  • Als letztes Mittel gegen die Hitze gibt es dann immer noch die „elektrische“ Variante: Die Klimaanlage. Ohne dieses Wunderwerk der Technik hätte ich es hier im Büro wohl gar nicht mehr ausgehalten. Und deshalb soll auf diesem Wege Willis H. Carrier, dem Erfinder der „Aircon“ (siehe auch en.wikipedia.org, englisch), ein Denkmal gesetzt werden:

    Willis H. Carrier - Thank you for the aircon

    (Denkmal generiert mit dem „Grabstein Generator“ unter www.jjchandler.com/tombstone, gefunden bei www.im-web-gefunden.de)

  • Und auch wenn man eigentlich warme Getränke zu sich nehmen soll, setze ich mich jetzt mit einer eisgekühlten Apfelschorle raus – wenn wohl auch nur kurz. Denn wer weiß, wieviele dieser richtigen Sommertage uns noch bleiben 😕

Reife Leistung, Deutschland

von Stefan Evertz am 05.07.06 um 9:56 Uhr | 3 Antworten

Irgendwie schmerzt sie immer noch ein wenig, die gestrige Niederlage im Halbfinale gegen Italien. Und nach dem Doppelschock in den letzten zwei Minuten des Spiels kann ich noch mehr mit den Australiern fühlen, die nach einem mehr oder weniger ausgeglichenen Spiel doch noch in letzter Minute gegen Italien verloren haben. Ohne jede Objektivität hätte ich mir den Einzug der Deutschen ins Finale gewünscht, aber die Italiener waren einfach besser, glücklicher oder was auch immer. Scheinbar ist ein Deutscher Papst, aber sein Vorgesetzter ein Italiener 🙄

Aber das kann und soll die Leistung der deutschen Mannschaft nicht schmälern. Nach all den Jahren des „Stehfußballs“ und des häufig unansehnlichen Spielstils haben sie diesmal wirklich guten und „erfolgreichen“ Fußball gespielt.

Noch vor einem Monat hätten wohl nur ausgewachsene Optimisten ernsthaft auf den Einzug ins Achtel- oder Viertelfinale getippt. Und dann das: Angeführt von einem Schwaben, der wo scheinbar wirklich weiß, wie man aus einer Gruppe von Spielern mit sehr unterschiedlichen Charakteren und Erfahrungen eine kompakte und „reife“ Mannschaft formt, zieht sie ins Halbfinale ein und zählt somit aktuell zu den vier besten Mannschaften der Welt – und das z.B. vor England, Argentinien und Brasilien 😉

Insofern kann ich – wenn auch als ausgewiesener Laie – nur meinen Respekt und Glückwunsch zu dieser beeindruckenden Leistung aussprechen: Danke Jungs, ihr habt uns über drei Wochen lang träumen lassen. Und schließlich ist es nicht mehr lange hin bis zur EM 2008 😈

Fast noch bemerkenswerter finde ich aber die „gefühlte“ atmosphärische Veränderung in diesem Land, die offenbar durch die WM und irgendwie auch durch unsere Mannschaft sichtbar geworden ist.

Ich muß gestehen, dass ich nie gedacht hätte, mal eine Fahne zu kaufen, geschweige denn, sie in den Schirmständer, an unser Auto oder in unser Blog zu packen. Aber scheinbar war diese Veranstaltung ein „Katalysator“, um endlich den Ballast der Vergangenheit abzuwerfen und endlich entspannt mit den eigenen Symbolen umzugehen. Ich schrecke in diesem Zusammenhang zwar etwas vor dem Wort „Nationalstolz“ zurück, über das ich im (ansonsten wirklich lesenswerten) Artikel von Robert unter www.basicthinking.de/blog gestolpert bin (ebenfalls lesenswerte „Gegenrede“ bei www.silkester.de/blog). Denn hier klingt – zumindest in meinem Kopf – immer noch ein wenig der alte Chauvinismus mit, eine Nation sei besser als die andere. Und das war – bei allen „Vorurteilen“ über Wohnwagen, das Essen von Froschschenkeln oder der Umgang mit gestohlenen Autos – immer der falsche Denkansatz und ist erfreulicherweise auf einem mehr als absteigenden Ast.

Dennoch spielt hier möglicherweise der Begriff „Stolz“ eine wichtige Rolle, wenn auch in einem anderen Sinne. Noch heute erinnere ich mich an ein Zitat aus einer Rede von Maggie Thatcher (in den 80ern vermute ich): „Proud to be british“. Ich weiß, dass ich als Deutscher einen ähnlichen „deutschen“ Satz selbst in den 90ern nicht über die Lippe gebracht hätte – zu sehr hätte das für mich im Widerspruch mit dem dunklen Kapitel des Dritten Reichs gestanden.

Ich erinnere mich aber auch, dass ich diese Einschränkung stets bedauert habe, denn ich fand schon immer, dass man stolz sein kann, Bürger und somit Teil eines Landes zu sein, das wirklich demokratisch ist, das so „gleichberechtigt“ ist, dass mittlerweile sogar ein weiblicher Regierungschef möglich ist, in dem es ein nach wie vor ein funktionierendes soziales Netz gib und in dem es nicht nur verbriefte Grundrechte gibt, sondern auch ein funktionierendes Modell der Gewaltenteilung, dass zur Einhaltung dieser Grundrechte beiträgt – alles Aspekte unseres Lebens, die nichts mehr mit der Bürde der Vergangenheit zu tun haben. Und bevor hier nun die kritischen Kommentare aufschlagen („Was z.B. ist denn mit Hartz IV“, etc.), sollte man nicht vergessen, dass die Rahmen- und Lebensbedingungen, die wir hier in Deutschland vorfinden, viele Stockwerke über den Möglichkeiten angesiedelt sind, die Bürger anderer Länder haben – und das nicht nur in Ländern der dritten Welt.

Mir scheint jedenfalls die Zeit reif zu sein, um ohne irgendwelche politischen, rassistischen oder nationalistischen Hintergrund sagen zu können: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“ – oder eben „Proud to be german“. Und die Tatsache, dass diese WM zu einem wahren „Fest der Völker“ ohne den ausgesprochen schalen Beigeschmack der Filme von Leni Riefenstahl geworden ist, bei der sogar ein im Vorfeld schwerbelastetes Halbfinal-Spiel gegen Italien ohne nennenswerte Konflikte auf oder neben dem Platz möglich war, bestärkt mich in diesem Gedanken. Ich freue mich jedenfalls, dass ich um mich herum immer noch genau so viele Fahnen sehe wie gestern nachmittag – und hoffe, dass es bis zum Finale so bleibt.

Und nun sollten wir – trotz oder gerade wegen allem – die Italiener im Finale anfeuern. Denn schließlich können wir eigentlich nur vom künftigen Weltmeister besiegt worden sein 😉

Nachtrag 07.07.06, 09:45 Uhr:
Über Robert (www.basicthinking.de/blog[2]) bin ich noch auf einen empfehlenswerten Artikel über „die Sache mit dem Nationalstolz“ gestossen, in dem vielleicht noch etwas deutlicher wird, warum und auf was „wir“ stolz sein könnten (siehe auch www.endl.de):

Ich will hier keinen neuen Nationalismus, ich will eine differenzierte Sichtweise darauf, dass Zugehörigkeitsgefühl und ein daraus abgeleiteter “Stolz” nicht nur Schattenseiten sondern auch viel Positives hat. Es ist schwierig, den Stolz zu kanalisieren, so zu kanalisieren, dass keiner der oben beschriebenen negativen Effekte entwickelt wird (”sich überheben”) – aber das sollte ja nicht entmutigen, nur weil es schwer ist.