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Bloggendes Marketing

von Stefan Evertz am 18.05.06 um 14:12 Uhr | 2 Antworten

Marketing „per Blog“ scheint im Moment gerade sehr im Trend liegen, wenn auch mit einem unterschiedlichen Nachgeschmack – je nach Kampagne.

Die Beiträge der vier BloggerInnen für Opel erscheinen jeweils in den eigenen Blogs und werden zusätzlich unter astra.blogg.de „zusammengefasst“. Offenbar wurden die vier vorab gezielt „ausgewählt“, wobei die BloggerInnen – schon alleine technisch bedingt – keinen inhaltlichen Einschränkungen unterliegen (siehe auch lumma.de):

Die Beteiligten Blogger bekommen einen Opel Astra gestellt sowie eine Aufwandspauschale für die 4 Wochen. Wir erwarten, dass die Blogger über ihren Opel Astra bloggen, Themen, Stil und Frequenz sind selbstredend nicht vorgegeben.

Die ersten Artikel sind auch bereits geschrieben, mein bisheriges persönliches „Highlight“ fand ich bei wirres.net:

dass der motor entgegen der email-ankündigung nur 120 ps hat und keine 150 lässt sich verkraften, glaube ich. denn sportlich ist der wagen, er hat für diesen zweck extra eine „sport“-taste. die hatte ich bei den ersten fahrten die ganze zeit aktiviert und in der tat, als ich zuhause ankam hatte ich sogar ein bisschen rückenschmerzen. sollte ich davon auch noch muskelkater bekommen, werde ich die sport-funktion aber wieder deaktivieren.

Für ein etwas anderes Vorgehen hat sich AMD entschieden. Über ein „öffentliches“ Bewerbungsverfahren werden 50 Personen ausgewählt, die dann ihre Erlebnisse unter amd-notebooks.de/blog[1] niederschreiben sollen.

Unter amd-notebooks.de/blog[2] heißt es weiter:

Am 20.6 startet dann der Test und die auserwählten Notebook-Tester bekommen einen Account für diesen Blog und können schreiben, was das Zeug hält.
[…]
Teste das ASUS Z9201 T oder das ACER Aspire Notebook unverbindlich für 8 Wochen. Wenn Du es danach behalten willst, kannst du es für 300 EUR günstiger erhalten. Selbstverständlich kann das Notebook auch einfach zurückgeben werden. Kein Tester ist zum Kauf gezwungen.

Sicherlich sind das ansprechende Rahmenbedingungen, im Detail kommt dann aber der angedeutete „schale“ Beigeschmack auf (siehe auch amd-notebooks.de/blog[3]):

Schreib uns und allen anderen was dir am Laptop und am neuen AMD Turionâ„¢ 64 X2 Dual-Core Prozessor gefällt, was dir nicht gefällt, was besser gemacht werden könnte und alles was dir sonst noch einfällt. Der übliche Spam-Werbung-Content wird selbstverständlich von uns sofort zensiert und das Laptop kannst du dann auch gleich abgeben.

Und Administratorenrechte werden die 50 „Reporter“ im AMD-Blog ganz sicher auch nicht bekommen. Irgendwie liegt hier jedenfalls ein Hauch von „redaktioneller Endkontrolle“ in der Luft.

Insgesamt finde ich jedenfalls die Opel-Aktion bisher wesentlich überzeugender als die AMD-Strategie, aber vielleicht wird das ja noch… 🙄

Und da ich schon zufriedener Acer-Nutzer bin (wenn auch nicht von einem Aspire), wäre ich gegebenenfalls eher für einen Auto-Test zu haben, werte Werber von Audi 😉

(u.a. via www.golem.de)

Ein Jogger, ein N. und ein BMW

von Stefan Evertz am 09.05.06 um 7:48 Uhr | 3 Antworten

Wenn ich den Werbespot im Fernsehen sehe, zucke ich irgendwie immer noch zusammen. Daran ändert auch das Wissen (oder die Hoffnung) nichts, dass es sich um einen Trick handelt.

Und während ich (ähnlich wie Gerold Braun) nach der knirschenden Eigenwerbung kurzfristig den Spaß an einem bestimmten Nahrungsmittel verloren habe, setzt man nach diesem Spot den einen Fuß etwas vorsichtiger vor den anderen als sonst.

Und nicht zuletzt zeigt dieser Werbespot einmal mehr, wie gefährlich Sport ist…

(via www.werbeblogger.de, der es bei gigold.de fand)

Wunschzettel 3: Fernseh-Werbung

von Stefan Evertz am 05.05.06 um 7:00 Uhr | 1 Antwort

Wenn ich mir was wünschen könnte, dann hätte ich gerne:

Eine saubere Trennung von Werbung und Programm im Fernsehen.

Ich weiß, dass für (private) Fernsehsender das Fernsehprogramm eigentlich nur eine Insel zwischen zwei Werbeblöcken darstellt. Und ich kann eigentlich sogar ganz gut damit leben – und die regelmäßigen Pausen fehlen mir manchmal sogar bei den Öffentlich-Rechtlichen.
Was allerdings schwer nervt, ist die Art und Weise, wie immer mehr versucht wird, die Werbung auch ins Programm schwappen zu lassen. Nachfolgend daher meine „Top 3“ der nervigsten Werbeformen.

Platz 3: Werbung nach Eigenwerbung
Man hatte sich dran gewöhnt: Nach den Werbespots kommen die sendereigenen Werbespots, gerne auch als Programmhinweise bezeichnet. Bisher waren diese Programmhinweise ein sicheres Zeichen dafür, dass es gleich weiter geht – und man den Ton wieder anschalten konnte, da man nur so der gesteigerten Lautstärke der Werbung entgehen konnte (siehe auch „Keine lärmenden Werbepausen mehr – für DVB-Nutzer…„).
Mittlerweile kann man aber immer mehr beobachten, dass – umrandet von einem Texthinweis auf eine eigene Sendung – danach noch ein Werbespot gesendet wird. Unsere Aufmerksamkeit hat dieser Werbespot ganz sicher; ich bezweifle allerdings, dass unsere Wut die vom Werbekunden gewünschte Reaktion darstellt…

Platz 2: Animierte Programmhinweise mit Ton
Auch daran hat man sich gewöhnt: Im laufenden Programm „fliegen“ plötzlich kleine animierte Programmhinweise ins Bild, meistens am oberen oder unteren Bildrand. Bei den Ankündigungen für die „Luftbrücke“ bei Sat1 z.B. waren die Rosinenbomber sogar noch recht eindrucksvoll anzusehen.
Eine solche Animation kann man normalerweise ganz gut ignorieren – vor allem mit einem „16:9“-Fernseher 😉 Deshalb gehen offenbar immer mehr Privatsender dazu über, diese Animation auch akustisch zu beleben, was wirklich nervt. Vor allem dann, wenn man kurzfristig nicht mal mehr das eigentliche Fernsehprogramm verstehen kann, wie vor wenigen Tagen bei ProSieben 🙁

Platz 1: Splitscreen-Werbung beim laufenden Programm
Die mieseste Form der Werbeintegration habe ich bisher nur bei den Küchenprofis (RTL2) erlebt. Dort wird gerne mal im laufenden Programm sog. Splitscreen-Werbung platziert, d.h. das eigentliche Programm wird links oben in einem kleinen Fenster gezeigt, während im großen Fenster ein Werbespot läuft. Hören kann man natürlich nur den Werbespot.
Diese Werbeform ist mir bisher vor allem bei Formel 1-Rennen untergekommen – und da ist es zwar auch nicht schön, aber man kann damit leben, wenn man dem fleißigen Rundendrehen der Boliden kurz ohne Ton beiwohnt. Wenn dies aber bei einem Dokumentationsformat passiert und so Dialoge der Beteiligten ausgeblendet werden, könnte ich gar nicht so viel zu mir nehmen, wie ich k… könnte…

Mein besonderer Dank gilt daher RTL2 für den bisherigen Tiefpunkt in Sachen „Fernsehwerbung“ :>

Google: Die zwei (Aussichts-)Türme (Update)

von Stefan Evertz am 03.05.06 um 9:27 Uhr | 3 Antworten

Nehmen wir einmal für einen Moment an, der Microsoft-Browser „Internet Explorer“ hätte nicht weltweit etwa 80% Marktanteil, sondern er und Firefox wären einfach zwei Browser, die einen ähnlichen Marktanteil hätten. Und dann schauen wir mal auf zwei Beispiele der „Kooperation“ von Google mit Firefox:

  • Google zahlt für Firefox-Downloads – Nutzer erhalten Geld für Downloads von Firefox mit Google-Toolbar (www.golem.de, 07.11.05)
  • Google-Homepage wirbt für Firefox – Werbung vorerst nur für IE-Nutzer in den USA (www.golem.de[2], 26.04.06)

Jetzt sollten wir einen kurzen Blick in unserem Firefox in die rechte obere Ecke auf die hilfreiche Suchmaske – und speichern ab, dass das dort zu erkennende „G“ das Logo von Google ist (übrigens als Standard).

Danach versuchen wir, uns die Aufregung bei Google vorzustellen, als Amazon sich gegen die weitere Kooperation mit Google und für die künftige Zusammenarbeit mit Microsofts „Windows Live“ entschieden hat (siehe auch www.golem.de[3]). Und wenn man die auf www.spiegel.de nachzulesenden Überlegungen bedenkt, kann man die Besorgnis sogar durchaus verstehen, die bei Google aufkommen mag:
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WM, Fifa und Kontrolle

von Stefan Evertz am 10.04.06 um 18:57 Uhr | Schreibe eine Antwort

Die absolute Kontrolle der Zuschauer ist im Fußball neu. Sie entspricht nicht der Mentalität der Fans.

Da muss ich doch unfreiwillig schmunzeln, als ich gerade obiges Zitat in einem Interview mit FIFA-Generalsekretär Urs Linsi „über knappe Tickets, schlechte Stimmung und das Image des Fußball-Weltverbands“ im Tagesspiegel lese (siehe auch www.tagesspiegel.de).

Der Fifa scheint die „absolute Kontrolle“ über alle anderen Komponenten jedenfalls ganz selbstverständlich von der Hand zu gehen (siehe u.a. www.aufrecht.de zum Streit um die Sammelbilder sowie die offiziellen FAQ unter http://fifaworldcup.yahoo.com/06/de/o/faq.html, interessante Stichworte: „Protokollstrecke“, „kontrolliertes Gelände“), auch wenn zumindest bei der Online-Berichterstattung ein Rückzieher beobachtet werden konnte (siehe auch www.presseportal.de).

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf den 9. Juli 2006, ca. 23:00 Uhr – dann hat dieser Wahnsinn endlich ein Ende…

(u.a. via www.golem.de, klauseck.typepad.com/prblogger)

Überlastete Kommunalwahl-Kühe (Update)

von Stefan Evertz am 14.03.06 um 12:37 Uhr | 1 Antwort

Der Wahlwerbespot der SPD Frankfurt für die Kommunalwahl am 26.03.06 hat seinen Reiz – und zeigt durchaus unterhaltsam (und noch einigermaßen jugendfrei), dass nicht alle Farben gleich attraktiv sind:
www.spd-frankfurt.de

Wahl-Spot der SPD Frankfurt ansehen

Offensichtlich kam der Spot sehr gut an – nicht nur bei Andreas Rodenheber von www.werbeblogger.de und mir, sondern auch bei etwa 380.000 Besuchern (pro Tag!), die in den letzten drei Tagen den Spot sehen wollten (siehe auch www.heise.de).

Und spätestens nach dem Heise-Bericht scheint der Server nun endgültig in die Knie gegangen zu sein – ausser einem 404-Fehler geht da gerade nichts mehr.

Vielleicht sollte man in Frankfurt mal den empfehlenswerten Artikel von Robert Basic über „Anti-Digg-Maßnahmen“ lesen (www.basicthinking.de/blog); gerade die Tipps zur Auslagerung von Videos und Bildern könnten die Probleme zumindest etwas „lindern“ …

Update 15.03.06, 08:32 Uhr:
Scheinbar war man in Frankfurt sehr fleißig – oder der Ansturm hat sich etwas gelegt. Die Website (und der Spot) sind jedenfalls wieder erreichbar.

Update 30.03.06, 08:38 Uhr:
Eine lesenswerte Nachbetrachtung zum Wahlwerbespot und seinem „Erfolg“ gibt es wiederum unter www.werbeblogger.de[2]:

Unternehmen reden ja so gerne von ihren fabulösen Klickraten. Bei den Konversionsraten, den daraus folgenden Abschlüssen, hält man sich freilich gerne bedeckt. Ein wenig anders verhält es sich in der Politik, dort werden die Konversionsraten am Wahlabend fein säuberlich ausgezählt und unter großem Triumphgeheul oder Wehklagen in TV und Presse veröffentlicht.

AdSense: Google-User klicken nicht anders

von Stefan Evertz am 09.03.06 um 7:01 Uhr | Schreibe eine Antwort

Logo Google AdSense Robert Basic hat vor einem Monat eine immer wieder zu lesende Einschätzung über das abweichende Verhalten von Blog-Besuchern, die über Google kommen, aufgegriffen und mit einem Test begonnen (siehe auch www.basicthinking.de/blog[1]):

Hypothese
Google Besucher klicken eher auf AdSense-Banner als Direkt(blog)leser.

Nach einer Testphase von 30 Tagen hat er nun – auf der Basis von etwa 75.000 Impressions – das Ergebnis bekanntgegeben (siehe auch www.basicthinking.de/blog[2]):

  1. Google-Besucher sind nicht klickfreudiger als andere Besucher:
    Google-Besucher klicken auf AdSense-Banner genauso häufig wie alle anderen Besucher. Kein Unterschied fast. Nada, nix, keine größere Klickfreudigkeit.
  2. Stammleser sind nicht Banner blind:
    Für mein Blog kann ich zumindestens nicht von einer Bannerblindheit der Stammleser sprechen.

[…]
Hypothese: Es ist ein Gerücht, daß Suchende” Suchmaschinenbesucher mehr klicken als Stammleser oder alle anderen Direktbesucher. Das mag aber daran liegen, daß meine Suchenden eben nicht etwas zum Kaufen suchen, da ich kein Produktblog habe. Und damit möglicherweise Produktblogs ein abweichendes Ergebnis bekommen als ich.

Man könnte also sagen: „Myth busted!“

Bei den lesenswerten anderen Beobachtungen (unterschiedliche „Erfolge“ von Banner-Varianten,absolute Dominanz von Google, etc.) bin ich dann noch auf ein interessantes Ergebnis gestossen:

Geblendete Banner 468*80 (gleiche Background wie Blog, gleiche Textfarbe) = schneiden markant besser als nicht geblendete Banner ab

Im Test wurde so erneut bestätigt, dass Werbe-Links bzw. Banner, die wie normaler redaktioneller Content wirken, sozusagen mit normalen Inhalten bzw. Links verwechselt und deshalb eher angeklickt werden.

Insgesamt jedenfalls ein spannender Test – nicht nur für AdSense-Betreiber. Und ausserdem finde ich es gut, wenn jemand einfach „theoretische Diskussionen“ aufgreift und durch Fakten bzw. Tests zu belegen versucht 😉

MacGyver – Der Spot

von Stefan Evertz am 07.02.06 um 7:10 Uhr | 2 Antworten

Er ist zurück – zumindest für einen Werbespot. Der mittlerweile 56-jährige Richard Dean Anderson (alias „MacGyver) läßt meinen persönlichen Lieblings-„Daniel Düsentrieb“ für den Werbespot einer „unbezahlbaren Kreditkarte“ beim Super-Bowl wieder aufleben – und das 12 Jahre nach dem Ende der Serie (siehe auch german.imdb.com):

Seite mit Video 'MacGyver-Werbespot' aufrufen

Besonders gerne erinnere ich mich an die „Bastel“-Szenen: Wo das A-Team Schweißgerät und Flex brauchte, reichten MacGyver Kugelschreiber, Büroklammer, zwei Streichhölzer und ein Kaugummi 😉

(via www.kk-works.de)

Heikle Werbung mit AdSense-Charakter

von Stefan Evertz am 27.01.06 um 14:42 Uhr | 2 Antworten

Am 21/22. Januar 2006 erschien in der „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“ ein Artikel mit dem Titel „Von Lüneburg nach Auschwitz“. Anlass war der 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Am gleichen Tag wurde durch den Versorger E.On eine Werbeanzeige mit dem Claim „E.ON sorgt schon heute für das Gas von morgen!“ geschaltet. Diese Anzeige wurde in der gedruckten Ausgabe direkt neben dem Artikel veröffentlicht:
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